Überraschungshalt auf der Bahnstrecke Budapest-Belgrad: Testzüge führen zu vorübergehenden Sperrungen von Bahnübergängen

Ungarn hat unerwartet den Fahrplan der modernisierten Bahnlinie Budapest-Belgrad geändert und nur wenige Wochen vor der Inbetriebnahme der Strecke einen zusätzlichen Halt für internationale Züge eingerichtet.

Nach Angaben von BAON werden die internationalen Züge nun auch in Kiskőrös im Komitat Bács-Kiskun halten, obwohl zuvor nur zwei ungarische Haltestellen vorgesehen waren: Kiskunhalas und der Grenzbahnhof Kelebia.

Die Änderung wurde von Sándor Font, dem Parlamentsabgeordneten für die Region, angekündigt, der sagte, er habe eine Vereinbarung mit Zsolt Hegyi, dem Vorstandsvorsitzenden der MÁV-Gruppe, getroffen. Die serbischen Partner werden ebenfalls über den neuen Fahrplan informiert.

Wichtige Vorbereitungen im Gange

Eisenbahnspezialisten sind derzeit dabei, die letzten Schritte vor dem Start abzuschließen. Dazu gehören die Einholung der erforderlichen Betriebsgenehmigungen, die Aktivierung der Zugsteuerungs- und Sicherheitssysteme, die Einstellung von Betriebspersonal, die Veröffentlichung des endgültigen Fahrplans, die Wiedereröffnung der Bahnhofsgebäude und die Installation von Überwachungskameras, berichtet Világgazdaság.

Auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist Teil der Arbeiten. So werden Schrankenanlagen an Bahnübergängen installiert und der Busverkehr mit den Abfahrten der Züge koordiniert.

Alle Züge auf der Strecke werden am Budapester Bahnhof Keleti beginnen und enden. Die Strecke wird eine Mischung aus internationalen Zügen, Schnellzügen, Regionalzügen und Vorortzügen enthalten. Internationale, Express- und Regionalzüge werden voraussichtlich alle zwei Stunden verkehren, während die Vorortzüge stündlich fahren werden.

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Ungarn hat unerwartet den Fahrplan der ausgebauten Bahnstrecke Budapest-Belgrad geändert. Foto: Facebook/Építési és Közlekedési Minisztérium

Hochgeschwindigkeitstests und vorübergehende Sperrungen

In der Zwischenzeit geht das 800 Milliarden HUF (2 Milliarden Euro) teure Modernisierungsprojekt in seine Testphase.

Nach Angaben von Blikk werden die Züge zwischen dem 10. und 26. Februar auf dem ungarischen Abschnitt, der sich über 166 Kilometer von Budapest nach Kelebia erstreckt, mit höheren Geschwindigkeiten von 80-160 km/h fahren. Die Strecke wurde komplett umgebaut, zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, um schnellere und häufigere Verbindungen zu ermöglichen.

Während der Tests müssen Anwohner und Autofahrer mit längeren Wartezeiten an Bahnübergängen rechnen, die in einigen Fällen 20 Minuten überschreiten können.

Mehrere Bahnübergänge werden von Signalwächtern überwacht, während Fußgänger- und Fahrradübergänge vorübergehend geschlossen werden, wenn sich Züge nähern. Die Behörden weisen darauf hin, dass das Überqueren der Gleise während der Sperrungen streng verboten und gefährlich ist.

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Schnellere internationale Verbindungen geplant

Sobald die Strecke vollständig in Betrieb ist, wird erwartet, dass sich die Reisezeit zwischen Ungarn und Serbien erheblich verkürzt.

Nach Angaben serbischer Bahnbeamter werden acht Züge pro Tag zwischen Budapest und Belgrad verkehren, wobei zwei Züge weiter nach Wien fahren. Die Fahrzeit zwischen Belgrad und Subotica wird sich auf etwa 70 Minuten verkürzen, während die gesamte Strecke Budapest-Belgrad nur noch 2 Stunden 45 Minuten dauern könnte.

Die Aufnahme des Güterverkehrs ist für den 27. Februar geplant, der Personenverkehr wird voraussichtlich zwischen Ende Februar und Mitte März beginnen.

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Der Personenverkehr auf der Strecke Budapest-Belgrad wird voraussichtlich zwischen Ende Februar und Mitte März aufgenommen. Foto: Facebook/Szijjártó Péter

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