Ungarn beginnt mit dem Versenken von Lastkähnen, um das Kernkraftwerk Paks zu retten und den kritisch niedrigen Wasserstand der Donau anzuheben – Ministerpräsident Magyar erhält gute Nachrichten

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Ungarn hat an der Donau in der Nähe von Paks eine außerordentliche Notfallmaßnahme eingeleitet, da die Behörden alles daran setzen, zu verhindern, dass der kritisch niedrige Wasserstand den Betrieb des Kernkraftwerks Paks beeinträchtigt.
Zwei 80 Meter lange Lastkähne wurden im Fluss zwischen Paks und Dunaszentbenedek positioniert, und mit ihrem kontrollierten Versenken wurde begonnen. Die provisorischen Bauwerke sollen die Strömung der Donau verlangsamen und den Wasserstand rund um das Kraftwerk anheben, wodurch ein ähnlicher Effekt wie bei einem Niedrigstufwehr erzielt wird.
Ministerpräsident Péter Magyar erklärte am Samstag, die ersten Anzeichen seien ermutigend: Der Wasserstand sei in der Nähe der Pumpstation des Kraftwerks bereits um einen Zentimeter gestiegen.
„Das sind gute Nachrichten“, sagte Magyar, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Lage weiterhin ernst sei.
Wasserstände gefährden den Reaktorbetrieb
Die Notfallmaßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wasserstand der Donau weiter sinkt. Laut Magyar lag der Wasserstand in Paks am Samstag bei etwa -122 Zentimetern. Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass der Pegel am frühen Montag unter -132 Zentimeter fallen könnte – ein Wert, bei dem eine der beiden in Betrieb befindlichen Turbinen abgeschaltet werden müsste.
In einem schwerwiegenderen Szenario könnte der Wasserstand unter -140 Zentimeter fallen, was möglicherweise die Abschaltung des gesamten Kraftwerks erzwingen würde. Die Regierung betrachtet es daher als vorrangig, einen weiteren Rückgang des Wasserstands zu verhindern.
Hunderte von Arbeitern und Tonnen von Gestein im Einsatz
Derzeit sind rund 130 Personen direkt auf der Baustelle im Einsatz, während weitere 50 mit Verwaltungsaufgaben betraut sind. Mehr als 100 Lkw transportieren Gestein zum Baugebiet. Allein am Samstag werden voraussichtlich rund 5.000 Tonnen Gestein eintreffen.
Die Lastkähne wurden zunächst um etwa 20 Zentimeter abgesenkt. Im Rahmen der kontrollierten Versenkung werden acht Pumpen eingesetzt, um Wasser in die Lastkähne zu leiten. Unterdessen haben auch an beiden Ufern der Donau die Arbeiten zum Bau der provisorischen Anlage begonnen, die dazu dienen soll, den Wasserstand des Flusses anzuheben.
Auch ungarische Militärhubschrauber sind an der Operation beteiligt. Zwei Hubschrauber vom Typ Airbus H225M wurden eingesetzt, um zwei Tonnen schwere Betonblöcke aus Dunakiliti zu heben und im Fluss abzusetzen.
Landesweite Anstrengungen zum Schutz von Paks
Magyar erklärte, das Ausmaß des Notfalls rechtfertige umfassende nationale Anstrengungen. In Paks waren mehrere hochrangige Regierungsvertreter und Experten für Wasserwirtschaft anwesend, darunter Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány, Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi, der Minister im Amt des Ministerpräsidenten Bálint Ruff sowie der nationale Sicherheitsberater Péter Tóth.
Pál Kádár, Leiter des Amtes für Verteidigungsverwaltung, dankte den Unternehmen und Bürgern, die ihre Hilfe angeboten hatten. Er betonte jedoch, dass vor allem Geräte benötigt würden, mit denen Gesteinsmaterial transportiert werden könne.
Bis zu 100 Lastwagen könnten gleichzeitig auf beiden Seiten der Donau benötigt werden, sagte er. Magyar fügte hinzu, dass Unternehmen besonders dazu ermutigt würden, Hilfsangebote zu unterbreiten. Die Behörden haben zudem Schwimmer und kleine Boote gewarnt, sich den Baustellen nicht zu nähern, da dort ein ernsthaftes Unfallrisiko bestehe.
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Der Einsatz könnte über die nächsten Tage in Paks entscheiden
Die Maßnahme wird unter erheblichem Zeitdruck durchgeführt. Sollte der Wasserstand des Flusses wie prognostiziert weiter sinken, könnte die erste operative Schwelle in den frühen Morgenstunden des Montags erreicht werden.
Laut Magyar sind für das Notfallprojekt bereits rund 150 Hilfsangebote eingegangen.
Die Regierung hofft, dass die vorübergehenden Maßnahmen für einen ausreichenden Anstieg des Wasserstands sorgen werden, um den sicheren Betrieb des Kraftwerks aufrechtzuerhalten, solange die Donau auf einem außergewöhnlich niedrigen Pegel bleibt.
Für Ungarn steht viel auf dem Spiel: Paks ist das größte Kernkraftwerk des Landes und eine wichtige Quelle für die heimische Stromversorgung. Der fortgesetzte Betrieb am Donauwerk ist daher nicht nur eine große technische Herausforderung, sondern eine dringende Maßnahme zum Schutz der Stabilität der ungarischen Stromversorgung.
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