Ungarn stellt Güterzüge während der Abendspitzenzeit ein, um angesichts der Energiekrise Strom zu sparen

Sprache ändern:

Ungarn wird ab Montag den Großteil des Schienengüterverkehrs während der abendlichen Hauptverkehrszeit vorübergehend einstellen, da die Regierung nach dem drastischen Leistungsrückgang im Kernkraftwerk Paks weitere Notfallmaßnahmen zur Energieeinsparung einführt. Durch diese Maßnahme soll der Strombedarf um bis zu 90 Megawattstunden pro Tag gesenkt werden.

Abendlicher Schienengüterverkehr wird ausgesetzt

Ministerpräsident Péter Magyar gab am Samstag in einer Videobotschaft bekannt, dass die Regierung die Aussetzung des Schienengüterverkehrs zwischen 17:00 Uhr und 22:00 Uhr ab Montag angeordnet habe.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten soll diese Maßnahme den Stromverbrauch im Schienennetz während der kritischsten Stunden des Tages senken und zusätzliche Kapazitäten für das nationale Stromnetz freisetzen.

Unverzichtbare Güterverkehrsdienste sind von der Regelung ausgenommen

Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy erklärte, die Beschränkung gelte für die meisten Güterzüge, wobei Ausnahmen nur für Verbindungen gelten, die als unverzichtbar für die nationale Wirtschaft oder die kritische Infrastruktur angesehen werden. Dazu gehören Züge, die Versorgungsgüter befördern, die für den Betrieb von Kraftwerken und anderen wichtigen Einrichtungen benötigt werden.

Vitézy wies darauf hin, dass ähnliche Einschränkungen bereits in der Vergangenheit bei starkem Schneefall eingeführt worden seien, als der Güterverkehr vorübergehend eingeschränkt wurde, um den Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten.

Täglich könnten bis zu 90 MWh Strom eingespart werden

Nach Schätzungen der Regierung könnte durch die vorübergehende Aussetzung des Güterverkehrs täglich zwischen 70 und 90 Megawattstunden (MWh) Strom eingespart werden.

Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Pakets von Sofortmaßnahmen, die Ungarn einführt, um sich auf einen erheblichen Rückgang der inländischen Stromerzeugung vorzubereiten. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit den anhaltenden Problemen im Kernkraftwerk Paks, dessen Leistung aufgrund des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Donau stark eingeschränkt ist.

Regierung weitet Energiesparmaßnahmen aus

Neben den Frachtbeschränkungen hat die Regierung außerdem Folgendes angekündigt:

  • Verpflichtendes Homeoffice für berechtigte Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung an den ersten drei Tagen der kommenden Woche.
  • Eine Aufforderung an Arbeitgeber in der Privatwirtschaft, wo immer möglich Homeoffice zu ermöglichen und den Energieverbrauch in den Büros zu minimieren.
  • Die Abschaltung von dekorativer und nicht unbedingt notwendiger Beleuchtung in allen staatlichen Einrichtungen.
  • Einen Aufruf an alle Kommunen, Energiesparmaßnahmen auf höchstem Niveau umzusetzen.

Die Öffentlichkeit wird aufgefordert, den Stromverbrauch zu senken

Vitézy forderte zudem sowohl Unternehmen als auch Haushalte auf, den Stromverbrauch wo immer möglich zu senken, insbesondere während der Spitzenzeiten am späten Nachmittag und am Abend.

„Ungarn steht aufgrund der Abschaltung des Kernkraftwerks Paks vor einer beispiellosen Situation, doch mit Achtsamkeit, Zusammenarbeit und verantwortungsvollen Entscheidungen können wir den Betrieb des Landes aufrechterhalten“, erklärte der Minister und forderte die Bevölkerung auf, sich an den landesweiten Bemühungen zu beteiligen.

Die jüngsten Maßnahmen sind Teil der umfassenden Reaktion der Regierung auf eine Energiekrise, die durch den historisch niedrigen Wasserstand der Donau ausgelöst wurde und die eine schrittweise Reduzierung der Stromerzeugung im größten ungarischen Kraftwerk erzwungen hat.

Lesen Sie weitere Artikel von uns zur aktuellen Lage:

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *