Ungarn von alarmierender Dürre heimgesucht – berühmte Seen und Flüsse sind in beispielloser Gefahr

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Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass der Sommer 2026 als eine der schwersten Dürren seit Menschengedenken in die Geschichtsbücher eingehen könnte. Anhaltende Niederschlagsdefizite in Verbindung mit außergewöhnlicher Hitze haben landesweit zu einem dramatischen und unaufhaltsamen Absinken der Wasserstände geführt: Der Velence-See ist unter historische Tiefststände gesunken und sinkt weiter, der Alte See von Tata nähert sich seinem Rekordtief von 2003, während die Donau so stark gesunken ist, dass Fragen zur Trinkwasserversorgung von Budapest aufgeworfen wurden.
Der Velence-See am Abgrund
Bis zum Spätsommer könnte der Velence-See fast vollständig verschwinden – womit der lokale Tourismus für dieses Jahr praktisch abgeschrieben wäre.
Die Lage am See ist wohl am dramatischsten. Die in Agárd gemessenen Wasserstände liegen weit unter dem optimalen Wert von 130 Zentimetern, und aktuelle Aufnahmen vom Ufer zeigen, dass sich das Wasser stellenweise um Dutzende Meter zurückgezogen hat. Der Wind wirbelt nun Sand vom freigelegten Seegrund auf, die Strände liegen größtenteils verlassen da, und das verbleibende Wasser erwärmt sich weiter – was die Aussicht auf eine Notfall-Fischentnahme zum Schutz der Wasserlebewesen erhöht.
In vielen Bereichen lässt sich der See mittlerweile zu Fuß überqueren. Da für die kommenden Wochen weitere Hitze erwartet wird, dürfte sich der Rückgang fortsetzen, was möglicherweise zu einer Zersplitterung der Wasseroberfläche und damit zum faktischen Verschwinden des Velence-Sees in seiner derzeitigen Form führen könnte.
Sie können sich einige Fotos ansehen, indem Sie HIER klicken.
Und ein Foto, das vor einem Monat aufgenommen wurde:

Auch der Alte See in Tata steht unter Druck
Die Krise beschränkt sich nicht nur auf Velence. Auch in Tata ist der Wasserstand des Alten Sees auf ein außergewöhnlich niedriges Niveau gesunken, was vor allem auf den anhaltenden Niederschlagsmangel und die anhaltende Dürre zurückzuführen ist.
Die Auswirkungen gehen über ökologische Bedenken hinaus. Der See ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt, und sein ökologisches Gleichgewicht könnte ernsthaft gestört werden, sollten die Trockenbedingungen anhalten.
Der Alte See hat gegenüber dem Velence-See einen Vorteil: Er erhält noch immer einen gewissen Zufluss über den Által-Bach, wie index.hu berichtete. Dies gilt jedoch nicht für den nahegelegenen Cseke-See, dessen Zustand deutlich schlechter ist. Am Seeufer befindet sich zudem eines der renommiertesten Restaurants Ungarns, das „Platán Gourmet“ in Tata.

Der Wasserstand der Donau sinkt, die Versorgung ist jedoch gesichert
Unterdessen ist auch der Wasserstand der Donau stark gesunken. Die ungewöhnlich niedrige Durchflussmenge hat Bedenken ausgelöst, ob die Trinkwasserversorgung Budapests gefährdet sein könnte.
Derzeit betonen die Behörden jedoch, dass keine unmittelbare Gefahr bestehe. Das Wasser der Hauptstadt stammt hauptsächlich aus ufergefilterten Brunnen, die durch das Kiesbett der Donau auf natürliche Weise gereinigt werden. Diese Systeme funktionieren weiterhin sicher, und die Wasserqualität bleibt unverändert, wie portfolio.hu berichtete.

Hitze zwingt zu Umdenken beim Segelsport am Plattensee
Auch der Plattensee ist von den Auswirkungen der Hitzewelle nicht verschont geblieben. Der Wasserstand sinkt seit Wochen, was spürbare Folgen für den Segelsport hat.
Die Organisatoren des diesjährigen Kékszalag – Europas längster und ältester Segelregatta rund um den See – sahen sich aufgrund zunehmend flacher Abschnitte gezwungen, die Strecke zu ändern. Größere Boote benötigen eine Mindesttiefe von 240 Zentimetern, die in Teilen des Keszthely-Beckens nicht mehr gegeben war. Infolgedessen musste die Bojenlinie um etwa 1,5 Kilometer verlegt werden, wobei laut 24.hu in den kommenden Wochen ein weiterer Rückgang des Wasserstands erwartet wird.

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Kaum Entlastung in Sicht
Flache Seen sind besonders anfällig für anhaltende Hitze und intensive Verdunstung, vor allem wenn in den vorangegangenen Monaten keine ausreichenden Niederschläge gefallen sind. Die entscheidende Frage lautet nun, ob eine Besserung in Sicht ist.
Die mittelfristigen Vorhersagen geben wenig Anlass zur Hoffnung. In den nächsten ein bis zwei Wochen dürfte es in Ungarn weiterhin warm und im Allgemeinen trockener als im Durchschnitt bleiben. Zwar kann es vereinzelt zu Schauern und Gewittern kommen, doch ist es unwahrscheinlich, dass diese eine nennenswerte Linderung der Dürre bringen.
Die Temperaturen werden nächste Woche voraussichtlich einen eher typischen Sommerbereich von 28–33 °C erreichen, ohne die zuvor beobachteten extremen Hitzewellen – jedoch ohne wesentliche Abweichung vom allgemeinen Trockentrend bis Ende Juli.

