Ungarns Haushalt 2027: Premierminister Magyar kündigt erhebliche Steuersenkungen sowie Erhöhungen der Familienbeihilfen und Renten an

Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat den ersten Haushalt der Tisza-Regierung vorgestellt und für das Jahr 2027 niedrigere Einkommensteuern für zwei Millionen Menschen, eine Verdopplung der Familienbeihilfen sowie eine erhebliche Aufstockung der Ausgaben im Gesundheitswesen versprochen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören zudem höhere Mindestrenten, Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst und neue Mittel für den Kinderschutz.
Steuersenkungen und verdoppelte Familienbeihilfen
Bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2027 im Parlament am Montag bezeichnete Magyar diesen als einen Haushalt der „Gerechtigkeit und Entwicklung“ und legte die Prioritäten des ersten vollständigen Haushaltsplans seiner Regierung dar.
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Senkung der Einkommensteuer auf den Mindestlohn auf 9 %. Darüber hinaus wird für rund eine Million Menschen, die weniger als 680.000 HUF (1.880 EUR) im Monat verdienen, die Einkommensteuer gesenkt. Laut Magyar bleibt ihnen dadurch jeden Monat durchschnittlich 20.000 HUF (55 Euro) mehr zur Verfügung. Er erklärte, insgesamt würden etwa zwei Millionen Menschen von den Einkommensteuersenkungen profitieren.
Die Regierung plant zudem, die Familienbeihilfen ab 2027 zu verdoppeln und erfüllt damit ein zentrales Wahlversprechen. Für diese Maßnahme werden zusätzliche 300 Milliarden HUF (828 Millionen Euro) bereitgestellt. Bestehende Steuervergünstigungen für junge Menschen und Mütter bleiben bestehen, darunter Steuerbefreiungen für Mütter unter 30 Jahren und berechtigte Mütter mit zwei oder mehr Kindern.

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Höhere Renten und eine neue Leistung für Rentner
Der Haushalt verspricht erhebliche Änderungen bei den Renten und Sozialleistungen. Die Mindestrente wird sich auf 120.000 HUF (330 Euro) pro Monat vervierfachen, während niedrigere Renten stufenweise angehoben werden, wovon rund 455.000 Rentner profitieren werden.
Die Regierung wird die 13. Monatsrente beibehalten und die erste Hälfte der 14. Monatsrente auszahlen. Zudem plant sie, bis 2030 schrittweise eine SZÉP-Karte für Rentner einzuführen, mit der mehr als 2,2 Millionen Rentner die Leistung für Lebensmittel, Medikamente und Freizeitaktivitäten ausgeben können. Diejenigen, deren Rente unter 500.000 HUF pro Monat liegt, erhalten die erste Rate im Jahr 2027; dafür stehen 90 Milliarden HUF (249 Millionen Euro) zur Verfügung.
Behinderten- und Rehabilitationsleistungen werden um 10 % angehoben, wobei die monatliche Mindestzahlung bei 120.000 HUF liegt. Waisenrenten steigen um 20 %, während die Beihilfen für die häusliche Pflege um 50 % erhöht werden.

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510 Milliarden HUF mehr für das Gesundheitswesen
Das Gesundheitswesen ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Im Rahmen des neuen „Hugonnai-Vilma“-Programms plant die Regierung, im Jahr 2027 4.604 Milliarden HUF für das Gesundheitswesen bereitzustellen – eine Steigerung um 510 Milliarden HUF gegenüber dem Vorjahr.
Die zusätzlichen Mittel umfassen unter anderem 10 Milliarden HUF mehr für Krankenhausverpflegung sowie 25 Milliarden HUF für Klimaanlagen. Nach Angaben der Regierung markiert das Programm den Beginn umfassenderer Bemühungen zum Wiederaufbau des ungarischen Gesundheitssystems.
Lohnerhöhungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Der Haushalt sieht zudem Gehaltserhöhungen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes vor. Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden erhalten eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von 15 %, wovon rund 84.000 Personen betroffen sind.
Die Nettolöhne des pädagogischen Hilfspersonals werden um durchschnittlich 21,5 % steigen, während Beschäftigte in Museen, Bibliotheken und im Kulturbereich eine durchschnittliche Erhöhung von 10,7 % erhalten. Weitere 10 Milliarden HUF werden für Gehaltserhöhungen an staatlichen Universitäten vorgesehen, während 178 Milliarden HUF zur Finanzierung weiterer Gehaltserhöhungen für Lehrkräfte und Beschäftigte im Justizwesen dienen sollen.
Mehr Mittel für Kinderschutz und Schulen
Die Regierung wird im Jahr 2027 zusätzliche 20 Milliarden HUF zur Stärkung des Kinderschutzes bereitstellen. Geplant sind 184 neue oder umgenutzte Heimeplätze, 15 spezialisierte Kinderheime und 80 Krisenplätze.
Die Mittel für Sozial- und Kinderschutzinstitutionen werden um 115 Milliarden HUF bzw. 27 % steigen, während die Nettogehälter der Sozialarbeiter um durchschnittlich 17,8 % erhöht werden sollen.
Zudem wird das Schulentwicklungsprogramm „Jeney Lajos“ anlaufen, begleitet von Maßnahmen zur Verbesserung der Schulverpflegung.

