Ungarns jährlicher Grabaushub-Wettbewerb sorgt in den US-Medien für Schlagzeilen

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Das Graben von Gräbern ist normalerweise kein Zuschauersport, doch ein professioneller Wettbewerb in Nordungarn hat es geschafft, Aufmerksamkeit weit über die Landesgrenzen hinaus zu erregen. Neunzehn Teams traten in Nyergesújfalu in einem Wettlauf gegen die Uhr an – und der ungewöhnliche Wettbewerb fand schließlich Eingang in die Mainstream-Medien.

Der neunte nationale Grabgräberwettbewerb fand auf dem Neuen Öffentlichen Friedhof in Nyergesújfalu im Komitat Komárom-Esztergom statt und brachte professionelle Friedhofsmitarbeiter zusammen, um ihre Schnelligkeit, Ausdauer und ihr handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen.

Insgesamt nahmen 19 Teams an der diesjährigen Veranstaltung teil. Die Teilnehmer hatten mit ungewöhnlich hartem, trockenem Boden, starkem Wind und Staubwolken zu kämpfen, während Index berichtete, dass auch Hagel den Wettbewerb unterbrach.

Aufgrund dieser Bedingungen reichten Schaufeln nicht immer aus: Einige Teams mussten auf Spitzhacken zurückgreifen, um sich durch den verhärteten Boden vorzuarbeiten.

Die Veranstaltung wird vom Ungarischen Verband für Friedhofspflege und -betrieb (MTFE) organisiert, der erklärt, dass der Wettbewerb nicht nur dazu dient, die fachliche Kompetenz zu prüfen, sondern auch darauf abzielt, die Aufmerksamkeit auf einen Beruf zu lenken, der in der Öffentlichkeit selten große Anerkennung findet.

Zwei Stunden, um ein Grab in vorgeschriebener Größe auszuheben

Die Regeln sind überraschend präzise:

Jedes Team muss ein Grab mit einer Länge von zwei Metern, einer Breite von 80 Zentimetern und einer Tiefe von 1,6 Metern ausheben, wobei für diese Aufgabe höchstens zwei Stunden zur Verfügung stehen.

Das Ausheben eines größeren Lochs ist zulässig, kostet die Teilnehmer jedoch wertvolle Zeit. Ein Grab, das kleiner als die vorgegebenen Maße ist, wird nicht akzeptiert. Sicherheitsvorschriften schränken zudem die Arbeitsweise der Teams ein. Es darf sich jeweils nur eine Person im Grab befinden, während ihr Partner die ausgehobene Erde von oben entsorgen darf, die Grube jedoch nicht gleichzeitig betreten darf.

Hungary grave-digging contest
Der jährliche Grabaushub-Wettbewerb Foto: MTFE / Facebook

Die diesjährigen Bedingungen machten es besonders schwierig, die Zeitvorgabe einzuhalten. Einem lokalen Bericht zufolge schafften es nur drei Teams, die Aushubphase innerhalb von zwei Stunden abzuschließen.

Und das Graben ist nur die halbe Herausforderung. Nach einer kurzen Pause müssen die Teams das Grab wieder auffüllen und den Grabhügel aufschütten. Das Endergebnis berücksichtigt daher sowohl die Aushubarbeiten als auch die Qualität der Verfüllungsarbeiten.

Sicherheitsvorschriften

  • Aus Sicherheitsgründen darf jeweils nur ein Teammitglied im Grab arbeiten.
  • Das andere Teammitglied darf die ausgehobene Erde handhaben und ordnen, darf das Grab jedoch nicht betreten.
  • Das bedeutet, dass das Team nicht Seite an Seite in der Grube arbeiten darf, beispielsweise indem einer eine Spitzhacke benutzt, während der andere gräbt.
  • Teilnehmer, die den ausgewiesenen Wettkampfbereich verlassen, dürfen später nicht mehr zurückkehren.

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Die Titelverteidiger gewinnen erneut

Der Gesamtsieg ging an die Paraklétosz Nonprofit Kft. aus Hajdúböszörmény, deren Team seinen Titel erfolgreich verteidigte.

Die Sieger absolvierten die Grabphase in 1 Stunde, 21 Minuten und 44 Sekunden.

Imre Lődi und Zsolt Krucsai, die das Bestattungsunternehmen des Komitats Csongrád vertraten, belegten mit einer Zeit von 1 Stunde, 32 Minuten und 38 Sekunden den zweiten Platz. Ihr Arbeitgeber erklärte, die beiden Männer seien erfahrene Kollegen, deren eingespieltes Zusammenspiel während des gesamten Wettbewerbs deutlich zu erkennen war.

Das Teilnehmerfeld bestand zudem nicht ausschließlich aus Ungarn: Ein russisches Duo nahm ebenfalls teil und belegte den sechsten Platz. Laut Index erhielt das Siegerteam ein Preisgeld in Höhe von 200.000 HUF.

Ungarischer Wettbewerb sorgt in Amerika für Schlagzeilen

Was als fachspezifische Fachveranstaltung begann, erreichte bald ein weitaus größeres Publikum. Die Associated Press berichtete über den ungarischen Wettbewerb, und ihr Bericht wurde anschließend von einer Reihe US-amerikanischer Medien, darunter ABC News und NewsNation, sowie von mehreren regionalen Fernsehsendern aufgegriffen.

Die Organisatoren erklärten zudem, der Wettbewerb könne dazu beitragen, einige der Tabus rund um den Tod abzubauen, und den Beschäftigten der Bestattungsbranche die Möglichkeit bieten, Anerkennung für ihre Arbeit zu erhalten. Der ungarische Wettbewerb hat bereits zuvor internationales Interesse geweckt. An früheren Auflagen nahmen unter anderem Totengräber aus Ländern wie Serbien, Tschechien und Russland teil.

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