Ungarns neue Justizministerin über die neue Verfassung, neues Wahlsystem, eingefrorene EU-Gelder

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“Das erschütterte Vertrauen der Öffentlichkeit muss durch beharrliche, konsequente, hochprofessionelle und bescheidene Bemühungen wiederhergestellt werden”, sagte Márta Görög, die Kandidatin der neuen Theiß-Regierung für das Amt der Justizministerin, bei ihrer Anhörung vor dem Justiz- und Verfassungsausschuss des Parlaments am Dienstag.
Neues Wahlsystem soll eingeführt werden
“Wir müssen ein System aufbauen, in dem eine unabhängige Justiz und Nulltoleranz gegenüber Korruption eine greifbare Realität im täglichen Leben sind”, sagte sie bei der Anhörung.
Zu den wichtigsten Aufgaben ihres Ministeriums sagte Görög, man werde die Unabhängigkeit der Gerichte und Staatsanwaltschaften stärken, die Arbeitsbedingungen in diesem Sektor verbessern, die Verfahren vereinfachen, überhöhte Verfahrensgebühren reduzieren, die einschlägigen Gesetze überarbeiten, das Wahlsystem ändern, das System der Liquidationen umstellen, die Zahl der Fälle, in denen ein öffentlicher Notar erforderlich ist, reduzieren, die Situation der Devisenschuldner lösen, die notwendigen Vorbereitungen für den Beitritt Ungarns zur Europäischen Staatsanwaltschaft treffen und “Ungarn wieder in den Mainstream der europäischen Kultur zurückführen.”
Ungarns neue Verfassung ist in Sicht
“Wir müssen einen Staat aufbauen, in dem jede Maßnahme beweist, dass Fähigkeiten und Leistungen geschätzt werden, in dem die Kraft des Gesetzes Schutz und gleiche Standards für alle gewährleistet; wo Gerechtigkeit kein Privileg für eine Minderheit ist, sondern das heilige und unantastbare Minimum für unser gesellschaftliches Zusammenleben”, sagte Görög.
Sie fügte hinzu, dass die Vorbereitungen für einen Verfassungsgebungsprozess beginnen werden, der auf die Einigung der Nation abzielt. “Die Stabilität der Verfassung ist die Garantie für unsere Zukunft”, erklärte sie. Sie fügte hinzu, dass eine neue Verfassung auf der Grundlage eines breiten Konsenses ausgearbeitet werden soll, um eine demokratischere und stabilere Verfassungsordnung zu schaffen.
Laut Márta Görög muss ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, der die Integrität des öffentlichen Lebens und das entpolitisierte Funktionieren der staatlichen Institutionen gewährleistet, betonte die designierte Ministerin. Sie wies darauf hin, dass das Justizministerium beabsichtigt, eine Rolle bei der Stärkung des institutionellen Systems zur Korruptionsbekämpfung zu spielen, und dass Missbräuche gründlich untersucht werden sollen.
Frau Görög erklärte weiter, dass alle Entscheidungen im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit und entlang klarer verfassungsrechtlicher Garantien getroffen würden.
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Gekennzeichnetes Bild: Facebook/Magyar Péter

