Ungarns Wohnungsmarkt in der Krise: Regierung plant großangelegten Vorstoß für bezahlbaren Mietwohnungsbau – so soll es funktionieren

Die Regierung müsse eingreifen und Anreize für den Bau von Mietwohnungen schaffen – genau darauf ziele das „Wekerle-Sándor-Wohnungsbauprogramm“ ab, erklärte Dávid Vitézy, Minister für Verkehr und Investitionen, am Sonntag auf Facebook.
Vitézy betonte, dass Vertreter der Opposition „mit aller Kraft versuchten, die Regierung daran zu hindern, die Wohnungspolitik zu reformieren“. Er bekräftigte, dass diese „eindeutig die Interessen von Unternehmen vertreten, die sich massive Zusatzgewinne aus den Anreizen für vorrangige Investitionen erhoffen“. Er fügte hinzu, dass die Regierung diese Ausnahmeregelungen derzeit überprüfe.
Die „ineffektiven“ wohnungspolitischen Maßnahmen der Vorgängerregierung, so Vitézy, hätten der aktuellen Regierung ein Wohnungsdefizit hinterlassen, das ein Eingreifen erforderlich mache. Im vergangenen Jahr seien pro Million Einwohner lediglich 1.256 neue Wohnungen übergeben worden, was im regionalen Vergleich „mit Abstand der niedrigste Wert“ sei, erklärte er.
„Diese Quote entspricht etwa einem Fünftel des Wohnungsbaus in Österreich oder Polen, während in Tschechien und Rumänien mehr als zwei- bis dreimal so viele neue Wohnungen gebaut werden wie in Ungarn. Dies hat zu einem erheblichen Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt beigetragen, der das Wachstum der Reallöhne bei weitem übertrifft“, erklärte er.
Zudem sei die durchschnittliche Zeit, die Menschen arbeiten müssten, um sich eine neue Wohnung leisten zu können, von 5,9 Jahren vor einem Jahrzehnt auf sieben Jahre gestiegen, fügte er hinzu.
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Das Wekerle-Programm, so versprach er, werde durch Änderungen im Steuer- und Baurecht dazu beitragen, „mehr leicht zugängliche und lebenswerte Wohnungen“ zu schaffen, während die „Recovery and Resilience Facility“ der Europäischen Union ebenfalls für den Bau neuer, erschwinglicher Mietwohnungen und Studentenwohnheime genutzt werden könne.
Bis zum Jahresende müssten umfassende Programme ausgearbeitet werden, wobei die Regierung die lokalen Behörden sowie Akteure aus der Immobilien- und Baubranche in die Beratungen einbeziehen werde, erklärte er. Das Ziel sei es, sicherzustellen, dass junge Menschen, Berufseinsteiger und Familien Zugang zu Wohnraum hätten, schrieb er.
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