Ungarische Regierung verschickt Warnbriefe an die Ukraine über staatliche Kanäle

Die ungarische Regierung ist in die Kritik geraten, nachdem Premierminister Orbán Viktor eine Welle von Briefen, die wie Teil einer Wahlkampagne anmutet, über mehrere staatlich gelenkte Kanäle verschickt hat. Darin werden die Bürger gewarnt, dass Gelder in die Ukraine umgeleitet werden könnten, und es wird um Unterstützung für die Politik seiner Regierung gebeten.
Über staatliche Systeme verschickte Briefe
Berichten von Lesern zufolge wurden die Nachrichten gleichzeitig über mehrere staatliche Kanäle verteilt, darunter Rechnungen von Versorgungsunternehmen, das offizielle E-Government-Portal und Mitteilungen öffentlicher Einrichtungen. Einige Empfänger sagten, sie hätten identische oder nahezu identische Texte mehr als einmal erhalten, berichtet Telex.
In vielen Fällen wurden die Briefe als Informationsschreiben von öffentlichen Einrichtungen wie dem staatlichen Energieunternehmen MVM, der ungarischen Steuer- und Zollverwaltung (Nemzeti Adó- és Vámhivatal) und dem ungarischen Finanzministerium (Magyar Államkincstár) präsentiert. Kritiker argumentieren, dass das Format die Grenze zwischen offiziellen öffentlichen Informationen und politischen Botschaften verwischen könnte.
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Sie haben eindeutig eine politische Botschaft
In den verschiedenen Versionen blieb die zentrale Behauptung konsistent: dass ein beschleunigter Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union eine große Bedrohung für die ungarischen Interessen, insbesondere für die Landwirte, darstellen würde.
In einem an die landwirtschaftlichen Erzeuger gerichteten Schreiben hieß es, dass Kiew in den nächsten zehn Jahren umfangreiche finanzielle Unterstützung aus Brüssel beantragen könnte und dass diese Finanzierung auf Kosten der EU-Agrarsubventionen gehen würde. Der Text schloss mit der Feststellung, dass die ungarische Regierung jedes Szenario ablehnt, bei dem ungarische Mittel zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt würden.
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Empfänger jenseits der Zielgruppen
Einige Personen, die angaben, weder Landwirte zu sein noch für die genannten Programme in Frage zu kommen, gaben an, die Mitteilungen erhalten zu haben. Andere sagten, sie hätten sich zuvor von den staatlichen Mailings abgemeldet, erhielten die neuen Briefe aber dennoch über alternative Kanäle, wie z.B. sichere digitale Postfächer, die mit offiziellen Diensten verbunden sind.
444 berichteten, dass auch Eltern eine ähnliche Nachricht erhielten, die als Aktualisierung der Steuerfreibeträge für Familien ausgegeben wurde, während Energieverbraucher den Brief des Premierministers als Anlage zu ihren Gas- und Stromrechnungen fanden. In jedem Fall enthielten die Mitteilungen neben politischen Erklärungen auch politische Aussagen.

