Iranische Studenten an der ungarischen Universität Pécs appellieren verzweifelt an die wachsende Not: Das Studium droht zu scheitern

Wirtschaftliche Not bedeutet, dass iranische Studenten in Ungarn nicht nur um Studiengebühren und Lebenshaltungskosten kämpfen, sondern auch darum, während des Krieges Geld zu erhalten. Eine Petition hat bereits breite Unterstützung gefunden.

Ausländische Studenten zahlen viel für ihr Studium in Ungarn

In Ungarn können diejenigen, die die Mindestanforderungen für ein Studium nicht erfüllen, nur gebührenpflichtig an einer Hochschule studieren. Erfolgreiche Bewerber qualifizieren sich für ein staatliches Stipendium und studieren damit praktisch gebührenfrei. Doch ungarische Gebührenzahler leisten einen weitaus geringeren Beitrag als ihre ausländischen Kommilitonen.

Ein ungarischer angehender Zahnarzt in Pécs zum Beispiel, der die Schwelle für ein staatliches Stipendium nicht erreicht, zahlt jährlich knapp 2 Millionen HUF. Im Gegensatz dazu muss ein ausländischer “selbstfinanzierter” Student, der in der Regel englischsprachige Kurse mit weniger staatlicher Unterstützung belegt, 5,8 Millionen HUF in Dollar oder Euro zahlen. Natürlich erhalten einige Ausländer Stipendien über Quoten, aber die meisten zahlen die Rechnung selbst.

Graduates at BME University Budapest (Copy) doctoral students
Foto: Facebook/Budapesti Műszaki és Gazdaságtudományi Egyetem – BME

Iranische Studenten in Ungarn kämpfen mit großen Herausforderungen

Der Iran hat seit Monaten mit einer akuten Wirtschaftskrise zu kämpfen. Der Wert des Rial ist stark gesunken, so dass die rund 300 iranischen Studenten in Pécs besonders gefährdet sind. Der Krieg erschwert den Familien die Überweisung von Geldern zusätzlich. Als Reaktion darauf haben die Studenten eine Petition gestartet, die von mehr als 100 iranischen Kommilitonen unterzeichnet wurde. Sie fordern die Leitung der Universität Pécs auf, Verständnis zu zeigen und zu verhindern, dass ihr Studium entgleist. Die Universität hat sich noch nicht zu der Angelegenheit geäußert, berichtet die lokale Presse.

Premierminister Orbán verweist auf iranische Studenten inmitten von Terrorwarnungen

Ministerpräsident Viktor Orbán hat gestern Abend in einem ATV-Interview die iranischen Studenten namentlich erwähnt, wenn auch nicht gerade in glühenden Worten. Er warnte vor einer erhöhten Terrorgefahr in Ungarn durch den Nahostkonflikt, die möglicherweise so groß ist, dass Soldaten auf den Straßen patrouillieren (eine Maßnahme, die zuletzt unter großem Spott während des Covid-Konflikts zu sehen war).

Da iranische Studenten hier sind und die Schengen-Offenheit Freizügigkeit ermöglicht, ist Wachsamkeit unerlässlich, wenn die Bedrohungen eskalieren, warnte Orbán laut 444.hu.

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