Gastarbeiter in Ungarn: Wer sich bewerben kann, neue Quoten und wie das Leben wirklich ist

Ungarn hat ein streng kontrolliertes System für die Einstellung ausländischer Gastarbeiter eingeführt, da die Unternehmen weiterhin mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen haben. Während Unternehmen in Sektoren wie der verarbeitenden Industrie, der Logistik und dem Baugewerbe zunehmend auf internationale Mitarbeiter angewiesen sind, bestimmen strenge Regeln, wer im Land arbeiten darf, wie viele pro Jahr kommen dürfen und unter welchen Bedingungen.
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Warum Ungarn Gastarbeiter braucht
Die Arbeitslosenquote in Ungarn ist nach wie vor relativ niedrig, während mehrere Branchen Schwierigkeiten haben, genügend Mitarbeiter zu finden. Große Investitionen von Unternehmen wie BMW, Mercedes-Benz und CATL in der Produktion haben die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter erhöht.
Infolgedessen haben sich ungarische Unternehmen an Arbeitnehmer von außerhalb der Europäischen Union gewandt. Viele ausländische Arbeitskräfte kommen derzeit aus Ländern wie den Philippinen, Vietnam, Indonesien und Kasachstan.
Die ungarische Regierung besteht jedoch darauf, dass das Programm befristet und streng reguliert ist.
Wie sich ausländische Arbeitskräfte in Ungarn um eine Stelle bewerben können
Nicht-EU-Bürger können nicht einfach nach Ungarn ziehen, um dort zu arbeiten. Sie müssen sich zunächst ein Jobangebot von einem ungarischen Arbeitgeber sichern.
Der typische Prozess umfasst:
- Ein ungarisches Unternehmen beantragt die Erlaubnis, ausländische Arbeitnehmer einzustellen
- Personalvermittlungsagenturen, die Arbeitnehmer im Ausland suchen
- Arbeitnehmer, die eine Aufenthaltsgenehmigung für die Beschäftigung beantragen
- Die Behörden prüfen, ob die Stelle nicht ohne weiteres mit ungarischen oder EU-Arbeitnehmern besetzt werden kann
In den meisten Fällen kommen die Gastarbeiter mit einem befristeten Arbeitsvertrag und einer Aufenthaltserlaubnis, die speziell an diese Stelle gebunden ist.
Viele sind in Fabriken, Lagerhäusern, Lebensmittelverarbeitungsbetrieben oder bei Bauprojekten beschäftigt.

Strenge Beschränkungen für die Anzahl der Gastarbeiter
Ungarn hat eine Obergrenze für die Zahl der Gastarbeiter eingeführt, die jedes Jahr ins Land kommen. Die Quote soll sicherstellen, dass ausländische Arbeitskräfte die einheimischen Arbeitskräfte nicht wesentlich beeinträchtigen. Im Jahr 2026 liegt die Obergrenze bei 35.000.
Die Regierung hat wiederholt erklärt, dass sich ausländische Arbeitskräfte nicht dauerhaft in Ungarn niederlassen dürfen. Aufenthaltsgenehmigungen werden in der Regel für einen begrenzten Zeitraum ausgestellt, und es wird erwartet, dass die Arbeitnehmer das Land verlassen, sobald ihr Vertrag ausläuft.
Auch die Familienzusammenführung ist nach dem derzeitigen System eingeschränkt, so dass die meisten Arbeitnehmer allein einreisen.
Wie das Leben für Gastarbeiter aussieht
Gastarbeiter in Ungarn leben in der Regel in vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Unterkünften, die oft in der Nähe von Industriegebieten oder Fabrikanlagen liegen. Einige Unternehmen bieten schlafsaalähnliche Unterkünfte, Transportmöglichkeiten zu den Arbeitsplätzen und grundlegende Dienstleistungen an.
Arbeitszeiten und Löhne variieren je nach Branche, aber die Gehälter richten sich in der Regel nach den ungarischen Arbeitsgesetzen und Mindestlöhnen (der ungarische Mindestlohn für Vollzeitbeschäftigte beträgt im Jahr 2026 322.800 HUF/EUR 810 brutto oder 214.662 HUF/EUR 539 netto).
Für viele Arbeitnehmer aus Asien bietet eine Beschäftigung in Ungarn deutlich höhere Löhne als in ihren Heimatländern, selbst wenn die Arbeit körperlich anstrengend ist.
Es gibt jedoch auch Herausforderungen. Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und die Entfernung zur Familie können das tägliche Leben erschweren. Viele Arbeitnehmer bleiben nur einige Jahre in Ungarn, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren.

Ein politisch heikles Thema
Das Thema ausländische Arbeitskräfte wird in der ungarischen Politik zunehmend debattiert. Während die Regierung Ungarn als Ziel für große internationale Investitionen anpreist, betont sie gleichzeitig, dass ausländische Arbeitskräfte nur in kontrollierter Zahl zugelassen werden sollen.
Beamte argumentieren, dass das System die wirtschaftlichen Bedürfnisse mit dem Schutz ungarischer Arbeitsplätze in Einklang bringt. Kritiker sagen jedoch, dass die wachsende Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften auf tiefere demografische und arbeitsmarktpolitische Herausforderungen hinweist.
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Quellen und weitere Informationen: Eurofound, OECD, Europäische Kommission
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Gastarbeiter in Ungarn: Häufig gestellte Fragen
Who qualifies as a guest worker in Hungary?
A guest worker in Hungary is a non-EU national who receives a temporary residence permit to work for a specific employer. Under Hungary’s immigration rules introduced in 2024, these permits are designed for short-term employment and usually apply to workers recruited for sectors experiencing labour shortages, such as manufacturing, logistics and construction.
How many guest workers are allowed to enter Hungary?
The Hungarian government sets an annual quota limiting how many guest workers can be admitted. The current cap is 35,000 workers per year, and authorities say the limit is designed to ensure that foreign labour does not significantly affect employment opportunities for Hungarian citizens.
Can guest workers settle permanently in Hungary?
No. Guest worker permits are temporary and tied to a specific job and employer. Workers are expected to leave Hungary once their contract ends, and the permit does not provide a pathway to permanent residency or citizenship. Family reunification options are also very limited under the current rules.
Which countries do most guest workers in Hungary come from?
Many guest workers in Hungary are recruited from Asian countries where labour recruitment agencies actively cooperate with Hungarian companies. Workers frequently come from the Philippines, Vietnam, Indonesia and several Central Asian countries, although the government periodically updates the list of eligible countries.

