Atemberaubender Umfragevorsprung für die Theiß-Partei: wenn er stimmt, könnte er Péter Magyar eine beispiellose Macht verleihen

Wenn man der jüngsten Median-Umfrage Glauben schenken darf, könnte Viktor Orbáns Vorsitz der Fidesz selbst in Gefahr sein, so sehr wird seine Partei von der Theiß-Bewegung von Péter Magyar niedergeschlagen. Konnte sich das Institut, das einst als Ungarns genauestes Meinungsforschungsinstitut gefeiert wurde, so spektakulär irren?
Median stellt erstaunlichen Vorteil für Theiß fest
Unter der Leitung von Hann Endre hat sich Median bei den letzten Wahlen als der treffsicherste Prognostiker erwiesen, in der Regel mit einer Marge von 1-2 Prozent. Die jüngste Umfrage, die zwischen dem 17. und 20. März durchgeführt wurde, stützte sich auf eine landesweit repräsentative Stichprobe von 1.000 Personen, die per Telefon befragt wurden. Das Unternehmen besteht darauf, dass die Umfrage nach Siedlungstyp, Geschlecht, Alter und Bildung geschichtet wurde und eine Fehlermarge von ±3,1 Prozent aufweist.
Die Zahlen zeichnen ein atemberaubendes Bild von der Dominanz der Theiß. Laut der Umfrage, über die hvg.hu berichtet, führt die Partei mit 16 Punkten in der Gesamtbevölkerung, mit 20 Punkten bei denjenigen, die eine Partei wählen können, und mit satten 23 Punkten bei den festen Wählern. Eine frühere Median-Umfrage hatte einen 20-Punkte-Vorsprung in der letzten Kategorie ergeben – was auf großes Unverständnis stieß -, doch nun ist der Abstand angeblich noch größer geworden.

Hat sich die ungarische Gesellschaft in Richtung Theiß geneigt?
Im letzten Sommer warnte der politische Analyst Péter Tölgyessy – ein ehemaliger Abgeordneter und eine Schlüsselfigur des Runden Tisches der Opposition, der den demokratischen Übergang in Ungarn aushandelte – davor, dass die Gesellschaft in Richtung Theiß kippen könnte, so wie es in den Wahlumbrüchen von 1990, 1994 und 2010 der Fall war, die den Spitzenkandidaten überraschende Siege bescherten. Wenn sich die Zahlen von Median bestätigen, könnte dieser Umschwung bereits stattgefunden haben.
Gábor Török, ein weiterer Analyst, hat argumentiert, dass sich ein Großteil der Wählerschaft entschieden hat und die Fronten festgefahren sind: Keiner der beiden Blöcke kann sinnvoll wachsen, so dass der Sieg von der Mobilisierung abhängt. Hier hat der Fidesz einen enormen Vorsprung, vor allem dank seines Würgegriffs in den Kommunalparlamenten.
Viele rechnen jetzt mit einem Triumph an der Theiß
Die Ergebnisse von Median deuten darauf hin, dass sich Theiß eine klare Zweidrittelmehrheit im Parlament sichern könnte – oder vielleicht sogar vier Fünftel. Das Meinungsforschungsinstitut rechnet sogar mit einer Zwei-Parteien-Legislatur und schließt damit die Chancen von Mi Hazánk auf einen Einzug ins Parlament aus.
Eine weitere aufsehenerregende Statistik: 89 Prozent der Wahlberechtigten sagen, dass sie zur Wahl gehen würden. Die Fidesz-Anhänger scheinen weniger engagiert zu sein als die Theiß-Anhänger, was möglicherweise ein entscheidender Faktor sein könnte. In der wahlberechtigten Bevölkerung erwarten 47 Prozent einen Sieg von Péter Magyar gegenüber 35 Prozent für Viktor Orbán – eine deutliche Verschiebung zugunsten von Tisza im Vergleich zu den letzten zwei Monaten, als im Januar mehr einen Sieg der Fidesz voraussahen. Inzwischen wünschen sich 56 Prozent der Ungarn einen Regierungswechsel, während nur etwas mehr als ein Drittel für eine Fortsetzung der Amtszeit Orbáns ist.

Median hat auch Péter Magyar zum Sieger des “Redewettbewerbs” vom 15. März gekürt: mehr hörten Orbán, aber Magyar erhielt bessere Noten.
Mi Hazánk-Fidesz-Pakt?
János Lázár, ein Mitglied von Orbáns Wahlkampftrio, schlägt vor, dass es an der Zeit ist, über eine Koalition mit Mi Hazánk nachzudenken. Es stimmt zwar, dass der Fidesz für die EU ist, während Mi Hazánk Ungarn aus der EU herausziehen würde – aber sie teilen noch viel mehr, nicht zuletzt ihren selbsternannten Patriotismus. Orbán Balázs, der Wahlkampfleiter, überlegt unterdessen, dass der Fidesz einfach die Wähler von Mi Hazánk abwerben sollte.
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