Panne bei der ungarischen Staatsbahn nach Zeitumstellung löst falsche Verspätungen aus: Fahrgäste erhalten unerwartete Entschädigungen!

Die Umstellung auf die Sommerzeit in Ungarn am Sonntagmorgen verursachte ein unerwartetes technisches Problem bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft MÁV. Während sich die meisten digitalen Systeme automatisch auf die neue Zeit umstellten, wurde das Fahrgastinformationssystem der MÁV nicht entsprechend aktualisiert, was zu einer weit verbreiteten Verwirrung führte.
Mehrere Stunden lang nach der Zeitumstellung meldete das System fälschlicherweise, dass die Züge rund 60 Minuten Verspätung hatten, auch wenn die Züge pünktlich oder mit nur minimalen Verspätungen fuhren, berichtete Telex.
Falsche Verspätungen im gesamten Netz angezeigt
Das Problem wurde besonders auf dem Bahnsteig von Vonatinfó sichtbar, wo die Karte mit Verspätungsanzeigen überflutet war. Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob fast das gesamte ungarische Schienennetz von erheblichen Verspätungen betroffen wäre:
In Wirklichkeit hatte es keinen solchen landesweiten Ausfall gegeben. Das Problem war, dass das System “vergessen” hatte, die Zeit vorzustellen, was dazu führte, dass den Fahrgästen falsche Verspätungsberechnungen angezeigt wurden.
Automatische Entschädigung ausgelöst
Die Panne hatte für einige Reisende einen unerwarteten Vorteil.
Da das System der MÁV die Situation als weit verbreitete Verspätung von mehr als 20 Minuten interpretierte, begann es automatisch mit der Auszahlung von Entschädigungen.
Nach den Richtlinien der Bahn haben Fahrgäste Anspruch auf Teilerstattungen, wenn ihr Zug erheblich verspätet ist. Aufgrund des Fehlers wurden auch diejenigen, die pünktlich oder mit geringer Verspätung reisten, als anspruchsberechtigt eingestuft und erhielten eine Entschädigung.
Der Verkehrsexperte Dávid Vitézy kommentierte die Situation ebenfalls und stellte fest, dass das System effektiv alle Züge als verspätet behandelte und automatisch Zahlungen auslöste.
MÁV bestätigt IT-Fehler und behebt Problem
Am späten Sonntagmorgen gab die MÁV eine offizielle Erklärung ab, in der sie bestätigte, dass ein “IT-Fehler” zu den falschen Verspätungsmeldungen nach der Zeitumstellung geführt hatte. Das Unternehmen teilte mit, dass das Problem innerhalb weniger Stunden behoben wurde und das System seitdem wieder normal funktioniert.
Wichtig ist, dass die Bahngesellschaft klarstellte, dass Fahrgäste, die aufgrund des Fehlers eine Entschädigung erhalten haben, das Geld nicht zurückzahlen müssen. Das Ministerium für Bau und Verkehr bezeichnete die Zahlungen als eine Geste des guten Willens und eine Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Nach Angaben von MÁV blieb die Zahl der betroffenen Fahrgäste und Dienste aufgrund des typischerweise geringeren Sonntagmorgenverkehrs relativ gering.
Falls Sie es verpasst haben:
Zusätzliche Störungen auf der Balaton-Linie
Unabhängig von dem IT-Problem kam es für Reisende entlang des Südufers des Plattensees zu echten Verspätungen aufgrund einer Signalstörung. In einigen Fällen verspäteten sich die Züge um mehr als 20 Minuten.
Aufgrund des früheren Systemfehlers haben jedoch einige betroffene Fahrgäste ihre Entschädigung möglicherweise nicht automatisch erhalten. MÁV bestätigte, dass diese Fahrgäste manuell entschädigt werden, wobei die Erstattungen bis zum nächsten Tag erwartet werden.
