Wenn diese neuen Umfragen zutreffen, steckt Premierminister Orbán in großen Schwierigkeiten: Beschatten ihn deshalb schwarz gekleidete Aufpasser auf Schritt und Tritt?

Das 21 Research Centre hat Telefonumfragen in den so genannten “Battleground”-Wahlkreisen durchgeführt, also in den für den Sieg der Theiß-Partei und des Fidesz entscheidenden Wahlkreisen. Die Ergebnisse sind düster für Viktor Orbán und könnten die Ambitionen von Péter Magyar auf das Amt des Ministerpräsidenten beflügeln. Einige Experten vermuten, dass die anhaltenden Gegenproteste auf Orbáns Foren in Verbindung mit den schlechten Meinungsumfragen erklären, warum der Premierminister jetzt auf seiner Wahlkampftour von aggressiv auftretenden Gestalten in schwarzen Anzügen begleitet wird – ein Phänomen, das in Ungarns Wahlkämpfen der letzten zehn Jahre beispiellos ist.

Sogar Fidesz-Hochburgen bedroht?

Nach den jüngsten Umfragen des 21 Research Centre hat Orbán Grund zur Sorge, was seine Wiederwahlaussichten angeht. Diese Umfragen, die im Februar und März telefonisch mit Stichproben von 600 bis 800 Befragten durchgeführt wurden, zeigen, dass Tisza sogar in den Fidesz-Hochburgen in Führung liegt. In den Wahlkreisen Pest 9, Pest 13, Pest 14, Baranya 2, Borsod 1, Fejér 2 und Bács 6 – alle bis auf einen, der derzeit von Fidesz-Amtsinhabern gehalten wird, von denen einige seit vielen Jahren im Amt sind und daher besser bekannt sind als ihre neuen Herausforderer von Tisza – liegt die Opposition vorn.

Orbán Viktor
Premierminister Orbáns Wahlkampfveranstaltung in Veszprém. Foto: Facebook/Orbán Viktor

Das Forschungszentrum 21 stellt fest, dass Pest 13, Pest 14 und Bács 6 überdurchschnittlich regierungsfreundlich sind: Sie weisen einen hohen Anteil an kleinen Dörfern und Wählern mit niedrigem Bildungsniveau auf, wobei keine Stadt mehr als 50.000 Einwohner hat. Dennoch ergaben die Umfragen Ende Februar und Anfang März einen deutlichen Vorsprung der Theiß-Wähler in Pest 13 und Bács 6. Nur in Pest 14 liegt die Fidesz bei denjenigen, die sich für einen Kandidaten entschieden haben, vorne, aber auch bei den entschlossenen Wählern hat Theiß einen kleinen Vorsprung. Das ungarische Wahlsystem hängt von den einzelnen Wahlkreisen in einer einzigen Runde ab, in der eine relative Mehrheit ausreicht, um zu gewinnen – in der Vergangenheit haben Fidesz-Kandidaten mit knapp über 30 Prozent triumphiert.

Versteckte Orbán-Wähler auf der Lauer?

Experten diskutieren endlos über das Ausmaß der “schüchternen” Fidesz-Wähler. Sprecher der Regierungspartei bestehen darauf, dass ihre Zahl enorm ist und versprechen Wahlüberraschungen. Orbán sehnt sich nach einem weiteren Erdrutschsieg und rühmt sich routinemäßig eines sicheren Triumphs, obwohl die Zahlen eine andere Geschichte erzählen.

Did Péter Magyar take drugs?
Foto: Facebook/Péter Magyar

Die jüngste landesweite Umfrage des 21 Research Centre ergab einen Vorsprung von 8 Punkten in der Gesamtbevölkerung und 14 Punkten bei den entschlossenen Wählern der Parteien. Die Wahlbeteiligung wird auf 83 Prozent geschätzt – genug, um Mi Hazánk aus dem Parlament zu verdrängen. Die Ergebnisse von Median waren noch deutlicher: Bei einer Rekordbeteiligung von 89 Prozent lag Theiß bei den entschlossenen Wählern um 23 Punkte und insgesamt um 16 Punkte vorn. Wir haben ausführlich über diese Zahlen berichtet.

Eine “schwarze Armee” beschattet Orbán auf der Wahlparty?

Experten führen Orbáns jüngste Eskorte durch einen Kader schwarz gekleideter, stämmiger Gestalten auf schlechte Umfragewerte und unaufhörliche Gegendemonstrationenzurück. Die nach den Söldnern von König Matthias Corvinus (1458-1490) als “Schwarze Armee” bezeichnete Gruppe tauchte zuerst in Győr und dann in Pécel auf, wo sie Berichten zufolge Anti-Fidesz-Banner, Fahnen und Plakate beschlagnahmten. Wie hvg.hu berichtet, wurden einige Demonstranten zu Boden gerungen.

Magyar vs Orbán Tisza vs Fidesz
Es wird keine Debatte zwischen ihnen geben. Fotos: Facebook-Seiten von Viktor Orbán und Péter Magyar

Péter Magyar macht für die Gewalt Orbáns inszenierte Provokationen verantwortlich, die bürgerkriegsähnliche Spannungen schüren sollen. “Wenn alle friedlich bleiben und nicht auf den Köder hereinfallen, wird Theiß diese Wahl deutlich gewinnen”, sagte er kürzlich auf einem Forum.

Wie wir schon früher festgestellt haben, könnte Theiß die Wahl nicht nur durch schüchterne Fidesz-Wähler oder Orbáns gepriesene Mobilisierungsmaschine entgleiten, sondern auch durch angeblich von Russland unterstützte Desinformationskampagnen gegen die Opposition:

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