Nur noch sechs Wochen Kerosin für Europa: Auswirkungen auf Ungarn

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Der europäische Luftfahrtsektor gerät zunehmend unter Druck. Die Fluggesellschaften haben bereits Flüge gestrichen, da die Kerosinpreise in die Höhe schießen und sich die Sorgen um die Versorgung verschärfen.

Laut Fatih Birol, dem Leiter der Internationalen Energieagentur, könnte es bereits zu Beginn des Sommers zu Unterbrechungen kommen, wenn die Lieferungen aus dem Nahen Osten nicht wiederhergestellt werden.

“Wir haben in Europa vielleicht noch Kerosin für sechs Wochen oder so. Wenn wir die Straße von Hormus nicht wieder öffnen können, werden wir bald hören, dass Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund von Kerosinmangel gestrichen werden”, sagte er.

Die Krise ist vor allem auf die Unterbrechung der Transporte durch die Straße von Hormus zurückzuführen, eine Schlüsselroute für die weltweite Versorgung mit Öl und Treibstoff. Infolgedessen sind die Preise in die Höhe geschnellt, und auch das Risiko physischer Engpässe nimmt zu.

Die Marktdaten unterstreichen das Ausmaß des Preisschocks. Nach einer Analyse von Argus Media haben die Kerosinpreise in Europa Rekordhöhen erreicht und sich seit Beginn des Konflikts mehr als verdoppelt.

Flugausfälle und gegroundete Flugzeuge

Die Fluggesellschaften bereiten sich bereits auf mögliche Störungen während der Sommersaison vor. Als Reaktion auf die Krise kündigte die Lufthansa an, ihre Regionalflotte mit 27 Flugzeugen sofort stillzulegen und in den kommenden Monaten weitere Kapazitätsreduzierungen zu planen. Die Maßnahme war ursprünglich für einen späteren Zeitpunkt geplant, wurde aber nun aufgrund der aktuellen Lage vorgezogen.

Kurz darauf hat die niederländische Fluggesellschaft KLM bestätigt, dass sie im Mai 80 Hin- und Rückflüge vom Flughafen Amsterdam Schiphol streichen wird. Die Kürzungen betreffen hauptsächlich Strecken mit mehreren täglichen Verbindungen, so dass die Fluggesellschaft die Auswirkungen auf die Passagiere begrenzen kann.

Michael O’Leary, Vorstandsvorsitzender von Ryanair, hat gewarnt, dass es bereits im Mai zu Lieferengpässen kommen könnte, wenn der Konflikt anhält, und dass die Flüge in der Hochsaison ausgesetzt werden könnten.

Die Fluggesellschaften betonen, dass das unmittelbare Problem nicht der Mangel an Treibstoff ist, sondern dessen Kosten. Bei dem derzeitigen Preisniveau ist der Betrieb weniger rentabler Strecken nicht mehr rentabel, so dass die Fluggesellschaften gezwungen sind, ihre Kapazitäten zu reduzieren und ältere, weniger effiziente Flugzeuge auszumustern.

EU bereitet Notfallmaßnahmen wegen Kerosinkrise vor

Unterdessen bereitet die Europäische Union ihre Reaktion vor. Laut Reuters wird die Europäische Kommission ab nächsten Monat eine EU-weite Bewertung der Raffineriekapazitäten einführen und Maßnahmen ergreifen, die sicherstellen sollen, dass die bestehenden Anlagen voll ausgelastet und gewartet werden.

“Europa ist besonders gefährdet, da es mehr als jeder andere Treibstoff auf die Einfuhr von Kerosin angewiesen ist, das zu etwa 75 Prozent aus dem Nahen Osten stammt”, berichtet Reuters.

Zu den Plänen gehören auch eine engere Koordinierung des Raffineriebetriebs und eine genauere Überwachung der Treibstoffreserven.

Experten sagen, dass die kommenden Wochen entscheidend sein werden. Wenn die Versorgungswege nicht wiederhergestellt werden, könnte sich das, was derzeit ein Kostenproblem ist, schnell zu einer echten Treibstoffknappheit entwickeln, die den Flugverkehr in ganz Europa beeinträchtigt.

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Was könnte dies für Ungarn bedeuten?

Die steigenden Kerosinpreise und die zunehmende Versorgungsunsicherheit könnten sich direkt auf ungarische Fluggäste auswirken, vor allem auf Flüge, die vom internationalen Flughafen Budapest Ferenc Liszt abfliegen oder dort ankommen. Auch wenn die Fluggesellschaften argumentieren, dass die unmittelbare Herausforderung eher ein Kostenschock als ein echter Treibstoffmangel ist, zwingen anhaltend hohe Preise die Fluggesellschaften in der Regel dazu, ihre Kapazitäten zu reduzieren, die Frequenzen auf weniger rentablen Strecken zu verringern und die Ausmusterung älterer, weniger treibstoffeffizienter Flugzeuge zu beschleunigen. Während der Hochsaison im Sommer kann sich dies für Reisende in Ungarn in höheren Ticketpreisen, weniger verfügbaren Sitzplätzen und Flugplanänderungen auf bestimmten Strecken niederschlagen.

Aus ungarischer Sicht ist Budapest besonders gefährdet, da ein großer Teil des Verkehrsaufkommens von Verbindungen über große europäische Drehkreuzflughäfen und von stark ausgelasteten Low-Cost-Strecken abhängt. Wenn die großen westeuropäischen Fluggesellschaften bereits ihre Verbindungen kürzen, können die Auswirkungen auch Ungarn erreichen: weniger Anschlussflüge, ein engerer Flugplan oder eine Verlagerung der Nachfrage auf andere Tage und Flüge. Für Passagiere kann es sich lohnen, mit flexiblen Reisedaten zu planen, die Benachrichtigungen der Fluggesellschaften genau zu verfolgen und sich darauf einzustellen, dass sich die Preise und Flugpläne für Sommerbuchungen schnell ändern können.

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