Preiserhöhungen kommen auf Ungarn zu, da die von der Regierung auferlegten Preisobergrenzen enden

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Die Ungarn könnten bald mit einer weiteren Welle steigender Lebenshaltungskosten konfrontiert werden, da der von der Regierung unterstützte freiwillige Preisstopp für Banken, Versicherungen und Telekommunikationsanbieter in diesem Sommer ausläuft.
Nach Berichten von G7 und Mfor haben mehrere große Finanzinstitute und Dienstleister, die in Ungarn tätig sind, bereits inflationsbedingte Gebührenerhöhungen angekündigt, wobei einige Gebühren um mehr als 8% steigen sollen.
Es wird erwartet, dass die Erhöhungen Millionen von Menschen betreffen, die in Ungarn leben, darunter ausländische Einwohner, Expats und internationale Studenten, die ungarische Bankkonten, Mobilfunkverträge und Versicherungsdienstleistungen nutzen.
Auf Druck der Regierung wurden die Preise vorübergehend eingefroren
Der aktuelle Gebührenstopp wurde im letzten Frühjahr auf Druck der ungarischen Regierung eingeführt. Im Gegensatz zu früheren offiziellen Preisobergrenzen für Lebensmittel und Kraftstoff war dieses System technisch gesehen freiwillig.
Die Regierung drohte zunächst mit rechtlichen Schritten, bevor sie mit den Unternehmen verhandelte, die sich daraufhin bereit erklärten, die Preiserhöhungen für ihre eigenen Dienstleistungen zu begrenzen oder aufzuschieben.
Die großen ungarischen Banken, darunter die OTP Bank, die MBH Bank, die K&H Bank, die CIB Bank, die Raiffeisen Bank Hungary, die Erste Bank Hungary, die MagNet Bank und die UniCredit Bank Hungary, erklärten sich bereit, keine inflationsbedingten Gebührenerhöhungen vorzunehmen und in vielen Fällen die Gebühren für Privatkundenkonten und Bankkarten bis zum 30. Juni 2026 auf das Niveau von Anfang 2025 zurückzusetzen.
Versicherungsunternehmen wie Allianz Hungária, Alfa Insurance, Union Biztosító, Colonnade Insurance und Köbe schlossen sich ebenfalls der Initiative an, während die Telekommunikationsanbieter Magyar Telekom und 4iG die Preise bis Juli 2026 einfroren.
In der Zwischenzeit hat Yettel Hungary Rabatte eingeführt, um frühere Erhöhungen auszugleichen, obwohl auch diese Vorteile bald auslaufen dürften.

Welche Preiserhöhungen können die Kunden erwarten?
Es wird erwartet, dass die meisten Unternehmen die Gebühren ungefähr im Einklang mit der ungarischen Inflationsrate von 4,4 % im Jahr 2025 erhöhen werden.
Die K&H Bank hat bereits eine Erhöhung der Kontoführungs- und Bankkartengebühren um 4,4% ab 1. Juli angekündigt, während die UniCredit Bank Hungary und die Erste Bank Hungary ähnliche Anpassungen vorbereiten.
Bei der OTP Bank werden die Kontoführungsgebühren, einige jährliche Kartengebühren und die Kosten für Abhebungen am Geldautomaten voraussichtlich um 4,2% bis 4,4% steigen.
Für einige Kunden könnten die Erhöhungen jedoch noch viel stärker ausfallen. Die CIB Bank bereitet Berichten zufolge Gebührenerhöhungen von mehr als 8% für bestimmte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Privatkonten vor, da sie nun die Inflation der letzten beiden Jahre ausgleicht.
Die Preisnachlässe von Yettel für Mobilfunk-, Internet- und Heim-Internetpakete sollen am 30. Juli auslaufen. Danach müssen die Kunden ebenfalls mit einer Erhöhung von 4,4% rechnen.
Wie wirkt sich das auf die Menschen in Ungarn aus?
Für den durchschnittlichen ungarischen Haushalt mögen die unmittelbaren finanziellen Auswirkungen auf den ersten Blick relativ bescheiden erscheinen. Nach Angaben von Mfor könnten die durchschnittlichen Bankkosten für typische Kunden um etwa 100 HUF pro Monat steigen.
Experten warnen jedoch, dass der kumulative Effekt viel größer sein könnte, wenn höhere Bankgebühren, teurere Versicherungsprämien und steigende Telekommunikationsrechnungen mit den bereits hohen Lebenshaltungskosten in Ungarn kombiniert werden.
Ausländische Einwohner in Ungarn – einschließlich internationaler Studenten, digitaler Nomaden und Expatriates – könnten ebenfalls höhere monatliche Kosten bemerken, insbesondere diejenigen, die auf lokale Bankdienstleistungen und Mobilfunkverträge angewiesen sind.

Menschen mit mehreren Bankkonten, Premium-Banking-Paketen oder hohem Transaktionsvolumen könnten spürbar höhere Erhöhungen erfahren.
Hausbesitzer werden wahrscheinlich auch mit steigenden Kosten für die Wohngebäudeversicherung konfrontiert, nachdem die Versicherer die Prämien trotz steigender Deckungswerte im vergangenen Jahr eingefroren haben.
Inflation könnte wieder steigen
Wirtschaftswissenschaftler warnen, dass das Ende des Gebührenstopps auch die Gesamtinflationsrate in Ungarn in der zweiten Jahreshälfte wieder ansteigen lassen könnte.
Nach Angaben der Ungarischen Nationalbank wird die Inflation für 2026 derzeit auf etwa 3,8% prognostiziert, etwas niedriger als im letzten Jahr. Allerdings könnte der erwartete Anstieg der Preise im Dienstleistungssektor den nationalen Inflationsdurchschnitt nach oben drücken.
Auch die allgemeine Wirtschaftspolitik der Regierung könnte erneut auf den Prüfstand kommen, da Kritiker argumentieren, dass die vorübergehenden Preisstopps den unvermeidlichen Anstieg lediglich verzögert haben, anstatt den zugrunde liegenden Inflationsdruck zu lösen.
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Ungewissheit über Transaktionssteuer bleibt bestehen
Die mögliche künftige Abschaffung der umstrittenen ungarischen Bankentransaktionssteuer wurde von Finanzanalysten ebenfalls diskutiert, obwohl Experten derzeit wenig Chancen sehen, dass dies bald geschieht.
Laut Mfor wird die Steuer wahrscheinlich bestehen bleiben, es sei denn, die neue Regierung kann alternative Haushaltseinnahmen finden.
Für die ungarischen Verbraucher, die bereits mit hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, könnten die kommenden Monate daher eine weitere Runde stetig steigender Alltagsausgaben bringen.
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