Eilmeldung: Tisza ernennt Top-Juraprofessorin zur nächsten ungarischen Justizministerin

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Der designierte Premierminister Péter Magyar hat Márta Görög, Dekanin der juristischen Fakultät der Universität Szeged, zur nächsten Justizministerin Ungarns ernannt, nachdem der vorherige Kandidat wegen Bedenken über familiäre Beziehungen zum neuen Premierminister zurückgetreten war.
Magyar gab die Ernennung am Freitag bekannt und bezeichnete Görög als “die ungekrönte Königin der ungarischen Anwaltschaft”.
Die Ersetzung erfolgt, nachdem der vorherige Kandidat zurückgetreten ist
Die Ankündigung folgt auf den Rückzug von Márton Melléthei-Barna, der ursprünglich für den Posten ausgewählt worden war.
Melléthei-Barna war am Donnerstag von den Überlegungen zurückgetreten, nachdem Kritik an seiner engen persönlichen und familiären Beziehung zu Magyar laut geworden war. Der Anwalt ist mit der Schwester des Tisza-Führers verheiratet und ist außerdem ein langjähriger Freund und politischer Verbündeter.
In seiner Rücktrittserklärung sagte Melléthei-Barna, die neue Regierung müsse das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Rechtsstaatlichkeit stärken, anstatt unnötige Kontroversen zu verursachen.
Magyar lobte später die Entscheidung, sagte, er respektiere die “schwierige Entscheidung” und betonte, Melléthei-Barna wäre “ein fantastischer Justizminister” gewesen.
Wer ist Márta Görög?
Laut Magyar ist Görög aufgrund ihres akademischen und beruflichen Hintergrunds bestens geeignet, den Wiederaufbau des ungarischen Verfassungs- und Rechtssystems zu leiten.
Sie ist eine der bekanntesten Rechtswissenschaftlerinnen Ungarns und ist derzeit als:
- Dekanin der juristischen Fakultät der Universität von Szeged,
- Mitglied des Präsidiums der Ungarischen Juristenvereinigung,
- Mitglied des Ausschusses für Rechtswissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften,
- und Leiter des Akkreditierungskollegiums des ungarischen Akkreditierungsausschusses.
Magyar sagte, Görög werde eine Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung “professioneller Standards” in der ungarischen Gesetzgebung spielen und sicherstellen, dass der Gesetzgebung eine sinnvolle fachliche und gesellschaftliche Beratung vorausgeht.
Rechtsstaatlichkeit und EU-Gelder gehören zu den obersten Prioritäten
Es wird erwartet, dass der neue Justizminister auch die Reformen überwachen wird, die mit Ungarns lang andauernden Streitigkeiten mit der Europäischen Kommission über Fragen der Rechtsstaatlichkeit verbunden sind.
Laut Magyar wird Görög dazu beitragen, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, um die während der Orbán-Ära eingefrorenen EU-Mittel freizugeben.
Die Regierung Theiß hat wiederholt versprochen, die Unabhängigkeit der Justiz wiederherzustellen, die gegenseitige Kontrolle zu stärken und den politischen Einfluss auf die staatlichen Institutionen zu verringern.
Was ist passiert? BREAKING: Kandidat der Tisza-Partei für den Justizminister tritt wegen familiärer Bindungen zum künftigen Premierminister Magyar zurück
Warum dies für die Menschen in Ungarn wichtig ist
Für die Ungarn wird das Justizministerium eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, wie schnell die neue Regierung Rechtsreformen umsetzen und möglicherweise wieder Zugang zu Milliarden von Euro an EU-Finanzmitteln erhalten kann.
Diese Gelder könnten sich auf Infrastrukturprojekte, das Gesundheitswesen, die Bildung, die Finanzierung der Kommunen und die allgemeine wirtschaftliche Stabilität in Ungarn auswirken.
Die Ernennung könnte auch ein Zeichen dafür sein, wie die neue Regierung den politischen Wandel mit technokratischem Sachverstand ausbalancieren will, vor allem nach der Kritik an den familiären Beziehungen des vorherigen Nominierten.
Wie geht es weiter? Brüssel warnt, dass Ungarn möglicherweise nicht alle eingefrorenen EU-Gelder vor Ablauf der Frist zurückerhält

