Mönch schlug 15-jährigen Schüler wiederholt in den Bauch – Skandal an ungarischem Internat kommt ans Licht

Sprache ändern:

Ein Vorfall in einem Internat hat sich zu einem landesweiten Skandal ausgeweitet, nachdem bekannt wurde, dass ein 15-jähriger Schüler wiederholt von einem Mönch, der als Aufseher am Franziskaner-Gymnasium und Internat St. Antonius in Esztergom tätig war, in den Bauch geschlagen wurde. Der Junge soll mit Hilfe eines weiteren Erwachsenen in Richtung der Duschen gezerrt worden sein. Details zu dem Übergriff, der sich vor Monaten ereignete, sind erst jetzt ans Licht gekommen. Der Schüler war schließlich gezwungen, das Schuljahr mit einer täglichen Zugfahrt von bis zu vier Stunden zu absolvieren, nachdem seine gläubigen Eltern ihn von der Einrichtung abgemeldet hatten.

Übergriff in den Duschräumen

Laut einem Bericht von Telex ereignete sich der Vorfall im Oktober 2025. Der damals 15-jährige Junge, der im Internat wohnte, war in Unterwäsche durch den Flur gerannt und hatte dabei andere Schüler gestört, die der Präfekt auf einen Chemie-Wettbewerb vorbereitete. Nachdem er den Jungen wiederholt aufgefordert hatte, duschen zu gehen, verlor der Mönch Berichten zufolge die Beherrschung, als der Schüler die an die Tafel geschriebenen Gleichungen überkritzzelte.

Mit Hilfe eines anderen Lehrers wurde der Junge festgehalten und in Richtung der Duschen geführt.

Der Junge gab später an, er habe zunächst geglaubt, es handele sich um einen Scherz. Als er sich jedoch wehrte, indem er sich am Türrahmen festhielt, wurde er dreimal in den Bauch geschlagen. Im Duschbereich angekommen, wurde er erneut geschlagen. Vor Schmerzen gekrümmt wurde er anschließend mit Wasser übergossen und allein gelassen. Schließlich wurde ihm von Mitschülern geholfen.

Monk punched 15-year-old student
Die Franziskanerschule aus der Vogelperspektive. Quelle: Facebook/Szent Antal Esztergomi Ferences Gimnázium és Kollégium – Franka

Wichtige Details wurden zunächst zurückgehalten

Die Schulleitung informierte die Eltern einige Tage später, doch nach Angaben der Familie wurden die schwerwiegendsten Aspekte ausgelassen. Sie erfuhren lediglich, dass der Junge aus disziplinarischen Gründen in den Duschbereich gebracht und höchstens „grobe Behandlung“ erfahren habe.

Der Schüler selbst verteidigte zunächst den Schulsprecher, den er schon seit einiger Zeit kannte, und gab sich selbst die Schuld für das Geschehene. Infolgedessen war sich die Familie monatelang der Schwere des Vorfalls nicht vollends bewusst.

In der Zwischenzeit gelangte der Fall an den Schulpsychologen, nachdem ein anderer Schüler den körperlichen Übergriff gemeldet hatte. Der Psychologe alarmierte umgehend den Kinderschutzbeauftragten. Der Vorfall wurde intern protokolliert, der Schulleiter wurde informiert. Der Psychologe wies wiederholt darauf hin, dass gemäß den gesetzlichen Bestimmungen möglicherweise eine formelle Meldung an die Kinderschutzbehörde erforderlich sein könnte.

Monk punched 15-year-old student
Te Deum zum Schuljahresende. Quelle: Facebook/Szent Antal Esztergomi Ferences Gimnázium és Kollégium – Franka

Zu diesem Zeitpunkt behandelte die Schule die Angelegenheit jedoch intern im Rahmen einer Untersuchung und durch arbeitsrechtliche Maßnahmen.

Wendepunkt nach dem Weglaufen eines Schülers

Der Fall nahm im März 2026 eine entscheidende Wendung, als der Junge mit dem Zug aus Esztergom floh, nachdem er während des Sportunterrichts eine, wie er es beschrieb, demütigende Bestrafung erfahren hatte. Anschließend schilderte er seiner Mutter den Vorfall ausführlich und gab an, dass er bei dem Vorfall im Oktober tatsächlich mehrfach geschlagen worden sei.

Seine Schilderung stimmte mit dem überein, was ein Mitschüler zuvor dem Schulpsychologen bezüglich körperlicher Züchtigung im Internat berichtet hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Schulpsychologe bereits die für die Schule zuständige Behörde informiert. Da er keine eindeutige Antwort darauf erhielt, ob eine offizielle Meldung an das Jugendamt erfolgt war, wandte sich der Schulpsychologe an die zuständige Jugendamtstelle, die bestätigte, dass keine derartige Meldung eingegangen war. Die Angelegenheit wurde daraufhin an die Polizei weitergeleitet.

Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf leichte Körperverletzung gegen einen unbekannten Täter ein. Die Schule erstattete später eine Meldung zum Kinderschutz. Die franziskanische Einrichtung hat sich inzwischen öffentlich entschuldigt. Der Präfekt gab die Körperverletzung zu und erklärte, er habe die Beherrschung verloren.

Telex berichtete zudem, dass bei dem Jungen Verhaltens- und Lernschwierigkeiten (BTMN) dokumentiert waren, von denen die Schule Kenntnis hatte, und dass der Mönch zuvor gegenüber den Eltern den Verdacht auf ADHS geäußert hatte.

Falls Sie es verpasst haben: Wilde Party hinterlässt Schäden in mittelalterlicher ungarischer Burg: Dutzende Kondome und erhebliche Zerstörungen entdeckt – Video

Ermittlungen werden voraussichtlich eingestellt

Die Eltern haben kein Gerichtsverfahren gegen den Lehrer eingeleitet und es wurde kein ärztliches Gutachten erstellt, sodass davon auszugehen ist, dass die polizeilichen Ermittlungen eingestellt werden. Der Mönch selbst hat den Vorfall als traumatisch beschrieben und die Hoffnung geäußert, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen möge.

Die Einrichtung hat sowohl den Schulsprecher als auch den betreuenden Lehrer bis zum Abschluss der Ermittlungen vom Dienst suspendiert.

Der Junge, der in Budapest lebt, hat das Schuljahr mit einem täglichen Schulweg von bis zu vier Stunden abgeschlossen und wird seine Schulausbildung in der Hauptstadt fortsetzen.

Staatsbürgerschaft gegen Bargeld? Neue Vorwürfe wegen ungarischer Pässe für wohlhabende Kanadier

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *