Ein neues Spektakel in Ungarn: Der Velence-See könnte vollständig austrocknen – schockierendes 1-minütiges Zeitraffervideo

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Der Bootsverkehr gehört nun der Vergangenheit an auf dem Velence-See, einem der beliebtesten Urlaubsziele Ungarns und einem seit langem bestehenden Touristenparadies, an dem bereits Großveranstaltungen wie das EFOTT-Musikfestival stattfanden. Der See durchlebt derzeit eine der kritischsten Phasen seiner Geschichte: Es besteht die reale Gefahr, dass seine zusammenhängende Wasserfläche in diesem Sommer an mehreren Stellen zerfällt und einige Bereiche vollständig austrocknen. Diese bittere Realität wurde nun auf dramatische Weise vom Präsidenten des Ungarischen Radsportvereins demonstriert, der nach sorgfältiger Vorbereitung den See einfach zu Fuß überquerte.
Der beliebte Sommerausflugsort Velence-See in Gefahr
Der Velence-See steht vor einer beispiellosen Krise. Am Samstagabend wurde in Agárd ein neuer Negativrekord verzeichnet, als der Wasserstand auf nur noch 52 Zentimeter sank – einen Zentimeter unter dem bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2022. Diese Zahl unterstreicht das Ausmaß der Wasserknappheit, von der Ungarns drittgrößter natürlicher See betroffen ist.

Die außergewöhnliche Situation wurde von Gábor Dezső Kürti (alias Kükü), dem Vorsitzenden des Ungarischen Radsportvereins, veranschaulicht, der am Wochenende eine Überquerung des Sees unternahm. Diese Leistung war kein Akt der Leichtsinnigkeit, sondern das Ergebnis sorgfältiger Planung. Mithilfe eines selbstgebauten Messstabs und GPS-gestützter Datenerfassung vermass er den Seegrund, um festzustellen, ob eine sichere Route existierte. Seine Ergebnisse ergaben eine durchschnittliche Wassertiefe von 110 Zentimetern entlang der gewählten Strecke, wobei an einigen Stellen zwischen 15 und 30 Zentimeter weicher Schlamm lag. Er schleppte ein Kajak neben sich her und trug Neopren-Schuhe sowie eine Schwimmweste für den Fall, dass er plötzlich in tiefere Stellen geriet oder im Schlamm steckenblieb.

Obwohl er die Überquerung erfolgreich absolvierte, warnte er andere davor, dies ebenfalls zu versuchen. An einigen Stellen des Sees kann die Tiefe immer noch die Körpergröße einer Person übersteigen, und der Schlamm kann Unvorbereitete leicht festhalten. „Niemand sollte sich leichtfertig auf den Weg machen“, mahnte er.

Warum ist der Wasserstand so niedrig?
Der aktuelle Rekord ist nicht über Nacht entstanden. Bereits Ende Mai warnte die ungarische Generaldirektion für Wasserwirtschaft vor einer schweren landesweiten Wasserknappheit, die durch einen alarmierenden Mangel an Niederschlägen verursacht wurde. Der Velence-See ist besonders anfällig für solche Bedingungen: Als flaches Gewässer reagiert er schnell auf geringere Niederschläge, während die Sommerhitze die Verdunstung beschleunigt. Entscheidend ist, dass ihm ein natürliches Wasserauffüllsystem fehlt.

Die Schwere der Lage spiegelt sich in jüngsten Entscheidungen wider: Die Ausflugsbootfahrten wurden eingestellt, und die Kanu-Sprint-Weltmeisterschaften der Universitäten finden nicht mehr im Velence-See-Zentrum statt – das nach Katalin Kovács benannt ist und 51 Milliarden Forint gekostet hat –, sondern wurden nach Szeged verlegt. Laut 444.hu hätte mit derselben Summe eine umfassende Lösung zur Wasserauffüllung finanziert werden können.
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Was kann getan werden, um den See zu retten?
Anfang Juni versprach die Regierung Sondermaßnahmen zur Rettung des Velence-Sees, zu einem Zeitpunkt, als der Wasserstand noch bei 66 Zentimetern lag. Experten warnen jedoch, dass eine langfristige Erhaltung nicht allein durch Sofortmaßnahmen erreicht werden kann.

Vorrangig ist es, die Wasserrückhaltung im gesamten Einzugsgebiet zu verbessern, Niederschläge vor Ort zu binden und Systeme zur nachhaltigen Wasserauffüllung zu entwickeln. Eine mögliche Option, die derzeit geprüft wird, ist die Umleitung von Wasser aus der Donau. Unbestritten ist, dass der Tourismus und die Wirtschaft der Region bereits leiden, was unter anderem zu sinkenden Immobilienwerten führt. Die Anwohner haben daher berechtigterweise Anspruch auf entschlossenes staatliches Handeln.
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Titelbild: Gábor Dezső Kürti nach der Wanderung.

