Ungarn will die Kraftstoffpreisobergrenze wie geplant abschaffen – Proteste an Tankstellen könnten an Schwung verlieren

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Das ungarische Parlament hat ein Gesetz zur schrittweisen Abschaffung der Kraftstoffpreisobergrenze verabschiedet, was bedeutet, dass das seit März geltende System bald auslaufen könnte. Obwohl die Entscheidung getroffen wurde, bleibt ein wichtiges Detail unklar: das genaue Datum, an dem die Preisregulierung aufgehoben wird.
Die Möglichkeit künftiger Kraftstoffpreisobergrenzen bleibt bestehen
Der am Dienstag verabschiedete Änderungsantrag wurde von 130 Abgeordneten unterstützt, 36 stimmten dagegen und fünf enthielten sich der Stimme. Der von Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány eingebrachte Vorschlag argumentiert, dass die verbesserten Bedingungen auf dem globalen Energiemarkt die Aufhebung der Kraftstoffpreisobergrenzen rechtfertigen.
Die Preisobergrenze wurde am 10. März 2026 eingeführt, nachdem die Ölpreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten stark angestiegen waren. Im Rahmen dieser Regelung wurde der Preis für 95-Oktan-Benzin auf 595 Forint pro Liter und für Diesel auf 615 Forint begrenzt, jedoch nur für Fahrzeuge mit ungarischem Kennzeichen und nur bei direkter Betankung in den Tank; der Kauf in Kanistern war davon ausgenommen. Die Maßnahme galt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen, Spediteure und landwirtschaftliche Betriebe.

Das neu verabschiedete Gesetz schließt künftige staatliche Eingriffe jedoch nicht vollständig aus. Unter Berufung auf die Volatilität des Kraftstoffmarktes ermöglicht es dem für die Handelspolitik zuständigen Minister, regulierte Preise per Verordnung wieder einzuführen, sollten sich die Marktbedingungen erheblich ändern und dies zum Schutz der Verbraucher als notwendig erachtet werden.
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Geplanter Streik könnte von den Ereignissen überholt werden
Die Entscheidung könnte auch eine geplante Protestaktion des Verbandes unabhängiger Tankstellen erheblich verändern. Noch am Montag hatte die Organisation kleine, unabhängige Tankstellen dazu aufgerufen, am 26. Juni eine eintägige Warnschließung durchzuführen.
Nach Angaben des Verbandes hat das unter der Fidesz-Regierung eingeführte und von der nachfolgenden Tisza-Regierung beibehaltene Preisobergrenzen-System den kleinen und mittleren, familiengeführten Tankstellen seit März Verluste in Höhe von 7,5 bis 8 Milliarden Forint verursacht. Außerdem kritisierte der Verband die neue Regierung dafür, dass sie ein zuvor versprochenes Ausgleichsprogramm nicht umgesetzt habe.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt war die frühere Haltung der Regierung gewesen, dass die Preisobergrenze jederzeit wieder eingeführt werden könne. Zwar behält das neue Gesetz diese Option unter außergewöhnlichen Umständen bei, doch erfüllt der Beschluss des Parlaments, die derzeitige Regelung abzuschaffen, faktisch eine der zentralen Forderungen der Protestbewegung.
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Titelbild: depositphotos.com

