Das von mit Orbán verbundenen Oligarchen zurückgewonnene Vermögen könnte Ungarns Hoffnungen auf einen wundersamen wirtschaftlichen Aufschwung beflügeln

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Es bleiben noch wesentliche Fragen rund um Ungarns geplante „Vermögensrückgewinnungs“-Initiative offen, doch eine Gruppe ungarischer Ökonomen hat bereits einen Vorschlag unterbreitet, der nach innenpolitischen Maßstäben als bemerkenswert neuartig gelten würde: Wie lassen sich die zurückgewonnenen Milliarden so investieren, dass sie erhebliche jährliche Renditen erzielen, den Transfer modernster Technologien nach Ungarn erleichtern und die innovativsten Unternehmen des Landes unterstützen?
Ein Fonds nach norwegischem Vorbild mit jährlichen Erträgen in Höhe von Hunderten von Milliarden
Eine kürzlich veröffentlichte Studie schlägt die langfristige Investition von mehreren Billionen Forint in Vermögenswerte vor, die voraussichtlich wieder in staatlichen Besitz übergehen werden. Der von der Free Market Foundation in Auftrag gegebene und von den Ökonomen Levente Nagy-Pál, Dr. László Vértessy und József Katona verfasste Bericht argumentiert, dass solche Mittel nicht zur Deckung von Haushaltsdefiziten verwendet, sondern stattdessen in einen staatlichen Investitionsfonds nach norwegischem Vorbild fließen sollten, wie hvg.hu berichtete.
Schätzungen zufolge könnten in den kommenden Jahren Vermögenswerte im Wert von 3.000 bis 5.000 Milliarden Forint an den Staat zurückfließen. Unterdessen hat der Oppositionspolitiker Péter Magyar behauptet, dass bis zu 60.000 Milliarden Forint (132 Milliarden Euro) über öffentliche Ausschreibungsverfahren in private Hände geflossen seien – obwohl viele dieser Fälle inzwischen verjährt sind und andere zu echten Investitionen geführt haben.

Anstatt die zurückgeforderten Summen direkt auszugeben, argumentieren die Verfasser, dass eine Investition dieser Mittel langfristig weitaus größere Vorteile bringen würde. Bei einer jährlichen Rendite von 4–6 Prozent könnte der Fonds jedes Jahr Erträge in Höhe von 200–300 Milliarden Forint erwirtschaften.
Gemäß dem Vorschlag würde der Fonds eine breite Palette von Vermögenswerten umfassen, darunter staatliches Eigentum, das an gemeinnützige Vermögensverwaltungsstiftungen übertragen wurde, öffentliches Kapital, das in Private-Equity-Fonds investiert wurde, Beteiligungen im Zusammenhang mit der MBH-Bank, die verbleibenden Vermögenswerte der Stiftungen der ungarischen Zentralbank, das 1.300-Milliarden-Forint-Vertragsportfolio von 4iG sowie Mittel im Zusammenhang mit dem Nationalen Kulturfonds umfassen. Die Liste, so merken die Autoren an, könnte noch weiter ausgebaut werden.
Dem Beispiel Norwegens folgend
Die Studie nennt den norwegischen „Government Pension Fund Global“ – den weltweit bedeutendsten Staatsfonds – als ihr Hauptvorbild. Anstatt seine Öl- und Gaseinnahmen sofort auszugeben, investierte Norwegen diese, um langfristig nationales Vermögen aufzubauen. Ähnliche Fonds sind mittlerweile im Nahen Osten, in Asien und in Europa tätig.

Das vorgeschlagene ungarische Instrument soll den Namen „Nationaler Innovations- und Zukunftskapitalfonds“ tragen. Der Staat würde ausschließlich als Eigentümer fungieren, wobei die Aufsicht einem unabhängigen Vorstand oder Aufsichtsgremium anvertraut würde, während Investitionsentscheidungen von einem fachlich ausgewählten Managementteam getroffen würden, das unter Wettbewerbsbedingungen arbeitet.
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Zwischen 60 und 70 Prozent des Vermögens würden in stabile, ertragsbringende Anlagen fließen, die die angestrebte jährliche Rendite von 4–6 Prozent erzielen können. Weitere 20–30 Prozent würden in strategische Wachstumsbranchen wie künstliche Intelligenz, Halbleiterfertigung und andere fortschrittliche Technologien fließen. Die verbleibenden 10–15 Prozent würden ungarische Start-ups unterstützen.
Die Hälfte der erwarteten jährlichen Erträge würde in den Fonds reinvestiert, während der Rest vom Staat für strategische Zwecke eingesetzt werden könnte. Die Studie nennt als Schwerpunktbereiche unter anderem künstliche Intelligenz, Biotechnologie, die Energiewende, die Digitalisierung sowie die Entwicklung des Bildungs- und Gesundheitswesens.
Den Autoren zufolge könnte der Fonds nach einer Vorbereitungsphase von höchstens drei Monaten innerhalb von etwa achtzehn Monaten seine Tätigkeit aufnehmen. Ihrer Ansicht nach würde er nicht nur dazu dienen, das nationale Vermögen Ungarns zu vergrößern, sondern auch dazu beitragen, das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen und die langfristige wirtschaftliche Entwicklung zu untermauern.
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