Die Europäische Kommission hat ihr Schweigen gebrochen: Der ungarische Euro ist noch Lichtjahre entfernt – kann Péter Magyars Plan gelingen?

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Während des Wahlkampfs versprach Péter Magyar, im Falle eines Wahlsiegs alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Einführung des ungarischen Euro voranzutreiben. Nach der Regierungsbildung ging er noch einen Schritt weiter und nannte das Jahr 2030 als Zieldatum. Derzeit scheinen jedoch nur die Tschechische Republik und Schweden realistische Chancen zu haben, die Einheitswährung innerhalb dieses Zeitrahmens einzuführen. Dennoch deutet der jüngste Konvergenzbericht darauf hin, dass die Lage Ungarns nicht hoffnungslos ist – auch wenn dies rasche und erhebliche Fortschritte erfordern würde. Die Einzelheiten lauten wie folgt.
Der ungarische Euro: Die zu erfüllenden Kriterien
Der kürzlich veröffentlichte Konvergenzbericht 2026 der Europäischen Kommission zeichnet ein ernüchterndes Bild von Ungarns Bereitschaft zum Beitritt zur Eurozone. Der Beitritt hängt von der Erfüllung der sogenannten Maastricht-Kriterien ab: Preisstabilität, tragfähige öffentliche Finanzen, Wechselkursstabilität, niedrige langfristige Zinssätze sowie die Angleichung der nationalen Rechtsvorschriften an die Regeln des Euro-Systems.
Ganz abgesehen von der unter Viktor Orbán eingeführten Verfassungsbestimmung, die den Forint als Währung Ungarns festlegt – eine Klausel, die die Tisza-Partei rasch ändern könnte –, steht die ungarische Wirtschaft vor einer Reihe von Bedingungen, die kurzfristig nur schwer zu erfüllen wären.

Preisstabilität
Ungarn erfüllt das Kriterium der Preisstabilität weiterhin nicht. Obwohl die Inflation gegenüber den Rekordhöhen der Jahre 2022–2023 deutlich gesunken ist, liegt die durchschnittliche Inflationsrate über einen Zeitraum von zwölf Monaten immer noch über dem Referenzwert. Darüber hinaus stellen die Entwicklungen bei den Energiepreisen und den Lohnkosten weiterhin Risiken dar.
Öffentliche Finanzen und Verschuldung
Das Haushaltsdefizit liegt weiterhin über der für den ungarischen Euro erforderlichen Schwelle von 3 Prozent des BIP, während auch die Staatsverschuldung den EU-Referenzwert überschreitet. Nach Ansicht der Kommission stellt die Verschlechterung der Haushaltslage Ungarns eines der größten Hindernisse für den Beitritt dar.


Wechselkursstabilität
Das Wechselkurskriterium ist ebenfalls nicht erfüllt. Ungarn ist kein Mitglied des ERM-II-Mechanismus, in dem der Forint vor der Einführung des Euro mindestens zwei Jahre lang ohne nennenswerte Schwankungen verbleiben müsste.
Zinssätze
Die langfristigen Zinssätze bleiben auf hohem Niveau, was darauf hindeutet, dass die Finanzmärkte die ungarische Wirtschaft weiterhin als risikoreicher einstufen als die Kernländer der Eurozone. Darüber hinaus sind die Rechtsvorschriften zur Regelung der Tätigkeit der Ungarischen Nationalbank noch nicht vollständig an die Anforderungen des Eurosystems angepasst.
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Einige ermutigende Anzeichen
Dennoch stellt der Bericht fest, dass sich in den letzten Monaten positivere Trends abzeichnen. Die Inflation hat sich abgeschwächt, während sich der Arbeitsmarkt weiterhin als widerstandsfähig erweist. Er hebt zudem die tiefe Verflechtung der ungarischen Wirtschaft mit der Eurozone hervor, insbesondere im Handel und bei den Investitionen – Faktoren, die die Konvergenz langfristig unterstützen könnten.

Der Konvergenzbericht untersucht fünf Länder: Ungarn, die Tschechische Republik, Polen, Rumänien und Schweden. Kurzfristig scheinen nur die Tschechen und die Schweden in der Lage zu sein, den Euro einzuführen – obwohl keines der beiden Länder politisch dazu geneigt ist. Formal sind alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, dem Euro beizutreten, doch die Vorschriften lassen in der Praxis eine unbefristete Verschiebung zu.
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Titelbild: Facebook/bpcorrectchange

