Péter Magyar kündigt an, Präsident Sulyok im Rahmen einer Verfassungsreform aus dem Amt zu entfernen

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Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat Pläne angekündigt, Präsident Tamás Sulyok durch eine Verfassungsänderung seines Amtes zu entheben. Dies wird die größte politische Umwälzung seit dem Regierungswechsel sein.

Premierminister Magyar wird Sulyok um jeden Preis absetzen

In einer Rede vor dem Parlament am Montag erklärte Magyar, der Vorschlag sei Teil der „Operation Fegefeuer“ seiner Regierung – einer umfassenderen Initiative, die darauf abzielt, das, was er als institutionelles Erbe der vorherigen Regierung bezeichnet, zu beseitigen. Gemäß dem zur öffentlichen Konsultation freigegebenen Änderungsentwurf würde die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten automatisch am Tag nach Inkrafttreten der Verfassungsänderung enden.

Gemäß dem Vorschlag würde das Parlament ein vorübergehendes Staatsoberhaupt wählen, das bis zum Inkrafttreten einer neuen Verfassung im Amt bliebe, jedoch nicht länger als fünf Jahre.

„Die Nation ist sich einig, dass er gehen muss“

Magyar gab eine vernichtende Einschätzung von Sulyoks Präsidentschaft ab und argumentierte, der Präsident habe es nur in einer Hinsicht geschafft, nationale Einigkeit zu schaffen: „dass er gehen muss“.

Der Ministerpräsident griff zudem eine Geburtstagsbotschaft auf, die Sulyok im Jahr 2025 an den ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gesandt hatte; darin lobte der Präsident Orbáns Führungsstärke und verglich ihn mit einem Kapitän, der ein Schiff durch stürmische Gewässer steuert. Magyar führte diesen Beitrag als Beweis dafür an, dass Sulyok nach wie vor eng mit der ehemaligen herrschenden Elite verbunden sei.

Dem Ministerpräsidenten zufolge strebte Orbán nicht nur politische Macht an, sondern auch die Kontrolle über alle wichtigen staatlichen Institutionen. Er warf Sulyok vor, eher als treuer Verbündeter der ehemaligen Regierung zu agieren als als unabhängige verfassungsmäßige Persönlichkeit.

Streit vor dem Verfassungsgericht schürt den Konflikt

Im Mittelpunkt des Streits steht Sulyoks jüngster Antrag, dass das Verfassungsgericht eine geplante Verfassungsänderung prüfen solle, noch bevor die parlamentarische Debatte und die öffentliche Anhörung überhaupt begonnen hätten, schreibt Telex.

Magyar bezeichnete diesen Schritt als Versuch, in den demokratischen Entscheidungsprozess einzugreifen und die Umsetzung von Reformen zu verhindern, die von den Wählern unterstützt werden. Er behauptete, der Präsident habe das Gericht faktisch gebeten, über ein Gesetz zu entscheiden, das noch gar nicht existiere.

Die Regierung argumentiert, dass die institutionelle Erneuerung nicht vollendet werden könne, solange unter dem bisherigen System ernannte Amtsträger weiterhin Schlüsselpositionen besetzten.

Neue Verfassung und Volksabstimmung geplant

Die Regierung beabsichtigt, im September einen umfassenden Verfassungsgebungsprozess unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit einzuleiten. Nach dessen Abschluss soll die neue Verfassung den Wählern in einem landesweiten Referendum zur Abstimmung vorgelegt werden.

Magyar erklärte, die Verfassungsänderung könne voraussichtlich um den 20. Juli in Kraft treten, was bedeuten würde, dass Sulyok noch vor Ende des Monats sein Amt verlieren könnte. Sollte der Präsident sich weigern, die Änderung zu unterzeichnen, könnte laut Regierung ein separates Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden.

Der Ministerpräsident fügte hinzu, dass Ungarn noch vor dem Nationalfeiertag am 20. August einen neuen Präsidenten haben werde. Er äußerte die Hoffnung, dass das nächste Staatsoberhaupt Unterstützung über das gesamte politische Spektrum hinweg genießen und die nationale Einheit wirklich verkörpern könne, während das Land über seinen künftigen verfassungsrechtlichen Rahmen debattiere.

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