Alarmierend: Ungarn erwärmt sich schneller als fast überall sonst in Europa

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Ungarn erwärmt sich in alarmierendem Tempo; Klimaexperten warnen, dass sich die zentralen Regionen des Landes in den letzten drei Jahrzehnten zu den Gebieten mit der schnellsten Erwärmung in Europa entwickelt haben.

Ungarn erwärmt sich viel zu schnell

Laut der renommierten Klimawissenschaftlerin Diána Ürge-Vorsatz, Professorin an der Central European University (CEU) und Mitglied des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel (IPCC) der Vereinten Nationen, liegt die Erwärmungsrate in Zentralungarn mittlerweile deutlich über dem globalen und dem europäischen Durchschnitt.

In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag in den sozialen Medien hob die Forscherin hervor, dass sich Europa bereits etwa doppelt so schnell erwärmt wie im globalen Durchschnitt. In Teilen Ungarns ist jedoch ein noch dramatischerer Temperaturanstieg zu verzeichnen.

Im Vergleich zu Ländern wie Irland oder den nördlichen Teilen Englands verläuft die Erwärmung in Ungarn schätzungsweise fünf- bis siebenmal schneller, was einem Anstieg von etwa 0,75–1 °C pro Jahrzehnt entspricht. „Das ist ein rasender Lauf in den Wahnsinn“, warnte die Klimaexpertin und betonte, dass die Folgen immer schwerer zu ignorieren seien.

Landwirtschaft und Wasserversorgung unter wachsendem Druck

Der rasante Temperaturanstieg dürfte die ungarische Landwirtschaft, die Wasserressourcen und die Wirtschaft insgesamt enorm belasten. Experten haben wiederholt davor gewarnt, dass die ohnehin schon gefährdeten Wasserreserven des Landes unter noch größeren Druck geraten könnten, da lang anhaltende Dürren und Hitzewellen immer häufiger auftreten.

Ürge-Vorsatz argumentierte, dass der Klimawandel kein fernes Umweltproblem mehr sei, sondern ein Thema, das die Gesundheit, die Lebensgrundlagen und die Finanzen der Menschen unmittelbar betreffe. „Wir müssen dringend erkennen, dass dies eine Angelegenheit ist, die tiefgreifende Auswirkungen auf unseren Körper, unseren Geldbeutel und unsere Gesundheit hat“, sagte sie und bezeichnete den Klimaschutz als eine der wichtigsten Prioritäten Ungarns.

Die Forscherin betonte zudem, dass sinnvolle Maßnahmen nach wie vor möglich seien. Zwar mache jede Verzögerung die zukünftige Anpassung kostspieliger und schwieriger, doch sei sie der Ansicht, dass rechtzeitige Maßnahmen immer noch größere wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen könnten als die damit verbundenen Opfer, schreibt Telex.

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Extreme Hitze erfasst das Land

Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Land auf eine weitere Phase außergewöhnlicher Sommerhitze vorbereitet. Ein mächtiger „Hitzedom“, der sich über Westeuropa gebildet hat, zieht allmählich nach Osten und bringt in weiten Teilen des Kontinents sengende Temperaturen mit sich.

Wettervorhersagen deuten darauf hin, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen auf bis zu 40 °C steigen könnten. Als Reaktion darauf haben die nationalen Gesundheitsbehörden eine Hitzewarnung der Stufe 3 ausgegeben, die von Samstag bis Dienstag für das gesamte Land gilt.

Die extremen Bedingungen wirken sich bereits auf den Alltag aus. Die staatliche Eisenbahngesellschaft MÁV hat angekündigt, an den wichtigsten Bahnhöfen während der heißesten Stunden des Tages kostenloses Trinkwasser auszugeben, und die Fahrgäste dazu aufgefordert, ihre Reisen sorgfältig zu planen, längere Aufenthalte in der direkten Sonne zu vermeiden und darauf zu achten, ausreichend Flüssigkeit mitzuführen.

Angesichts einer weiteren intensiven Hitzewelle weisen Wissenschaftler darauf hin, dass die steigenden Temperaturen zeigen, dass der Klimawandel für Ungarn keine zukünftige Bedrohung mehr darstellt: Er verändert das Land bereits heute.

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