Was diese Woche in der ungarischen Außenpolitik geschah: Reformen, V4-Gipfel und Gespräche mit dem Vereinigten Königreich

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Die ungarische Außenministerin Anita Orbán hat einen umfassenden wöchentlichen Überblick über die Aktivitäten der Regierung und der Diplomatie vorgelegt und dabei parlamentarische Reformen, die Zusammenarbeit im Rahmen der V4, Gespräche mit dem Vereinigten Königreich sowie Erörterungen mit der Europäischen Kommission zu humanitären Fragen und zum Krisenmanagement hervorgehoben.
In einem Facebook-Beitrag erklärte die ungarische Außenministerin, die Woche habe mit einer Regierungssitzung und parlamentarischer Arbeit begonnen. Laut Orbán verabschiedeten die Abgeordneten Gesetzesänderungen, die erforderlich sind, um EU-Mittel nach Ungarn zurückzuholen, während zudem Beschlüsse zur Einschränkung politischer Werbung im öffentlichen Raum, zur Umgestaltung der Arbeitsweise der öffentlichen Medien sowie zur Stärkung der Befugnisse parlamentarischer Untersuchungsausschüsse gefasst wurden.
Der ungarische Außenminister verbindet innenpolitische Reformen mit der Glaubwürdigkeit im Ausland
Orbán schrieb, dass die internationale Glaubwürdigkeit Ungarns auch davon abhänge, im eigenen Land einen transparenteren, verantwortungsvolleren und berechenbareren Staat aufzubauen. Diese Aussage spiegelt eine der zentralen Botschaften der neuen Regierung seit ihrem Amtsantritt wider: dass institutionelle Reformen und außenpolitische Glaubwürdigkeit miteinander verbunden sind.
Wir berichteten diese Woche, dass das Parlament mehrere wichtige Gesetzesänderungen in Bezug auf politische Werbung, öffentlich-rechtliche Medien und Untersuchungsausschüsse verabschiedet hatte. Berichten zufolge umfassen die Änderungen Beschränkungen für politische Werbung außerhalb von Wahlkampfzeiten sowie strengere Durchsetzungsinstrumente für parlamentarische Ausschüsse.
Für internationale Leser ist dieses Thema von besonderer Bedeutung, da die Beziehungen Ungarns zur Europäischen Union seit langem von Streitigkeiten über Rechtsstaatlichkeitsfragen und den Zugang zu eingefrorenen EU-Mitteln geprägt sind. Die neue Regierung hat wiederholt deutlich gemacht, dass die Wiederherstellung des Vertrauens zu den EU-Institutionen eine ihrer wichtigsten Prioritäten ist.
Wie wir bereits berichteten, ruft der ungarische Außenminister Orbán Dutzende von Botschaftern zurück; Einzelheiten finden Sie HIER.
V4-Gipfel in Gödöllő mit Schwerpunkt auf Energie und Infrastruktur
Am Dienstag war Ungarn Gastgeber eines Gipfeltreffens der Visegrád-Gruppe in Gödöllő. Die V4 vereint Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei – vier mitteleuropäische EU-Mitgliedstaaten, die sich regelmäßig in den Bereichen Regionalpolitik, Infrastruktur und Sicherheit abstimmen.
Laut Orbáns Zusammenfassung konzentrierten sich die Gespräche auf gemeinsame Interessen wie die Verringerung der Energieabhängigkeit, den Ausbau der Nord-Süd-Verkehrs- und Infrastrukturverbindungen, die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, die Förderung der Digitalisierung und die Vertiefung der kulturellen Beziehungen.
Das Treffen folgte auf frühere Ankündigungen, wonach Ungarn Ende Juni einen V4-Gipfel der Staats- und Regierungschefs ausrichten werde, wobei Orbán die Veranstaltung als Teil erneuter Bemühungen darstellte, die ungarische Außenpolitik stärker in den Blickpunkt zu rücken.
Lesen Sie hier die Einzelheiten: V4-Staats- und Regierungschefs in Gödöllő versprechen, die Zusammenarbeit zu stärken und auf gemeinsamen Interessen aufzubauen
Gespräche mit Großbritannien schlagen ein neues Kapitel auf, so Orbán
Am Mittwoch traf der ungarische Außenminister in Budapest mit Stephen Doughty, dem britischen Minister für Europa, zusammen. Orbán erklärte, der Amtsantritt der neuen ungarischen Regierung könne die ungarisch-britischen Beziehungen auf eine neue Ebene heben.
Auch die britische Botschaft in Ungarn bezeichnete den Besuch als „neues Kapitel“ in den bilateralen Beziehungen und wies darauf hin, dass Doughty während seines Aufenthalts in Budapest Gespräche mit Außenministerin Anita Orbán geführt habe.
Laut Orbán umfassten die Gespräche den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, die europäische Perspektive der Ukraine, die Zusammenarbeit im Rahmen der V4, den Nahen Osten, den Westbalkan, die transatlantischen Beziehungen, China sowie Energiefragen. Sie erklärte, das Ziel bestehe darin, das Vertrauen und die Berechenbarkeit in den bilateralen Beziehungen, innerhalb der NATO sowie in den Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien wiederherzustellen.
Verteidigung, Jordanien und interne diplomatische Erneuerung
Am Donnerstag nahm Orbán an einem Treffen der V4-Verteidigungsminister im ungarischen Verteidigungsministerium teil. Sie erklärte, die sicherheitspolitische Dimension der mitteleuropäischen Zusammenarbeit sei besonders wichtig in einer Zeit, in der Energiesicherheit und Verteidigungsfähigkeiten direkte Auswirkungen auf die Region hätten.
Am selben Tag führte sie ein erstes Telefongespräch mit dem jordanischen Außenminister. Orbán erklärte, die Stabilität im Nahen Osten und die Aufrechterhaltung des Dialogs seien weiterhin Prioritäten für Ungarn.
Die Woche umfasste zudem interne diplomatische Veranstaltungen, darunter einen Empfang für Staatssekretäre und stellvertretende Staatssekretäre sowie die erste Einführungsveranstaltung des Clubs junger Diplomaten. Orbán erklärte, bei der Erneuerung der ungarischen Diplomatie gehe es auch darum, die nächste Generation auszubilden, eine professionelle Gemeinschaft aufzubauen und langfristige diplomatische Karrierewege anzubieten.
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Gespräche mit dem EU-Kommissar für Krisenmanagement
Am Freitag traf sich Orbán gemeinsam mit Gábor Pósfai und Vilmos Kátai-Németh mit Hadja Lahbib, der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement. Die Europäische Kommission bestätigte zudem das Treffen von Lahbib mit Mitgliedern der neuen ungarischen Regierung, darunter Außenministerin Anita Orbán.
Orbán erklärte, Krisenmanagement, humanitäre Hilfe und internationale Zusammenarbeit gehörten nun zu den wichtigsten Bereichen der Außenpolitik. Nach dem Treffen reiste sie zur Wochenendtagung der Regierung außerhalb des Regierungssitzes, bei der die Minister die Aufgaben für die kommende Zeit erörtern sollten.
Warum dies von Bedeutung ist
Die von der ungarischen Außenministerin beschriebene Woche verdeutlicht drei Prioritäten der neuen Regierung: die Wiederherstellung des Vertrauens zur EU, den Wiederaufbau regionaler und bilateraler Partnerschaften sowie die Erneuerung der ungarischen diplomatischen Institutionen.
Die innenpolitischen Entscheidungen sind von Bedeutung, da sie mit dem Zugang Ungarns zu EU-Mitteln sowie mit weiterreichenden Fragen der staatlichen Transparenz verbunden sind. Die Treffen der V4-Staaten und mit dem Vereinigten Königreich sind von Bedeutung, da sie zeigen, dass Budapest bestrebt ist, sowohl die regionale Koordination als auch die bilateralen Beziehungen nach dem Brexit zu stärken. Die Gespräche mit der Europäischen Kommission und Jordanien signalisieren unterdessen, dass humanitäre Fragen, Krisenmanagement und die Stabilität im Nahen Osten ebenfalls einen höheren Stellenwert auf der außenpolitischen Agenda Ungarns einnehmen.
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