Ungarische Ferencváros-Fans müssen mit einer Anzeige bei der Polizei rechnen, nachdem sie ein Transparent mit der Aufschrift „Wir werden euch zu Tode prügeln“ entrollt hatten

Die Polizei prüft eine Anzeige wegen eines bedrohlichen Transparents, das von Ferencváros-Anhängern während des Derbys gegen Újpest am Sonntag gezeigt wurde, während der Verein erklärt, er „verurteile grundsätzlich alle Drohungen“.
Das Derby zwischen Ferencváros und Újpest endete am Sonntag mit einem 2:2-Unentschieden, doch das Fußballergebnis wurde von einem erbitterten Schlagabtausch zwischen den beiden Fangruppen auf den Tribünen überschattet. Unter den von den Ferencváros-Anhängern (Fradi) entfalteten Transparenten befand sich eine besonders beunruhigende Botschaft, die sich an jeden richtete, der dem Verein „Schaden zufügen“ könnte:
„Liebt Fradi, und ihr werdet glücklich sein. Wer Fradi Schaden zufügt, wird sterben. Liebt Fradi und unterstützt den Verein gemeinsam mit uns; wer Fradi Schaden zufügt, den werden wir zu Tode prügeln.“
Die Botschaft hat nun zu einer polizeilichen Anzeige geführt. Laut Magyar Hang hat das Budapester Polizeipräsidium (BRFK) eine Meldung bezüglich des Transparents erhalten und prüft derzeit dessen Inhalt. Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen der Drohung wurde bislang noch nicht offiziell eingeleitet.
Fradi fordert, Drohungen zu verurteilen
Telex wandte sich an Ferencváros, um zu erfragen, ob der Verein die Botschaft verurteile und wie er einen separaten Vorfall einschätze, bei dem ein Kritiker des Vereinspräsidenten Gábor Kubatov nach einem Handballspiel der Herren angeblich von maskierten Männern angegriffen worden sei.
Der Verein lehnte es zunächst ab, sich zu dem Angriff zu äußern, und erklärte, dass polizeiliche Ermittlungen im Gange seien und man den Fall erst nach Abschluss dieser Ermittlungen erörtern werde. Nach wiederholten Anfragen gab Ferencváros jedoch eine kurze Stellungnahme zu dem Drohbanner ab:
„Der FTC verurteilt grundsätzlich jegliche Drohungen.“
Die Pressestelle des Vereins lenkte die Aufmerksamkeit wiederholt auf ein von Újpest-Anhängern entfaltetes Transparent mit der Aufschrift „Gábor Kubatov, fangen Sie an, sich Sorgen zu machen“ und fragte, ob die Medien beabsichtigten, sich zu dem zu äußern, was sie als Drohung gegen ihren Präsidenten betrachteten.
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Die Kontroverse um Fradiváros
Die zunehmend feindselige Stimmung hängt zum Teil mit der seit Langem andauernden Fradiváros-Kontroverse zusammen, bei der es um staatliche Fördermittel in Höhe von mehreren Milliarden Forint geht, die Ferencváros für den Ausbau seines Népliget-Sportkomplexes gewährt wurden.
Ferencváros erhielt in den Jahren 2016 und 2017 staatliche Fördermittel in Höhe von fast 25 Milliarden HUF (etwa 63 Millionen Euro) für das Projekt. Von den geplanten Bauvorhaben wurde jedoch nur wenig umgesetzt. Den Jahresabschlüssen des Vereins zufolge wurde ein Großteil der Mittel als Betriebs- und Materialaufwendungen ausgewiesen, während 11,2 Milliarden HUF für die Verpflichtung von Profifußballern aufgewendet wurden.
Das ungarische Innenministerium hat in dieser Angelegenheit Strafanzeige erstattet, und es laufen derzeit Ermittlungen. Journalisten, die über die Ausgaben recherchierten, wurden daraufhin zur Zielscheibe von Drohungen seitens Teilen der Fangemeinde des Vereins. Kürzlich tauchte ein Transparent auf, das sich auf den Journalisten János Kele bezog, der ausführlich über den Fall Fradiváros berichtet hatte, während eine weitere Botschaft den Journalisten András Murányi ins Visier nahm.
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Von Drohungen bis hin zu einem mutmaßlichen Angriff
Die Kontroverse hat mittlerweile auch den Rahmen von Transparenten und Online-Beiträgen überschritten. Letzte Woche sollen vier maskierte Personen Zoltán Lajos Németh angegriffen haben, der den Fanblog „C-Közép“ betreibt und Kubatov seit langem kritisch gegenübersteht. Berichten zufolge wurde er nach dem Handballspiel zwischen Ferencváros und Dabas mit Pfefferspray besprüht und als „verräterischer Lakai“ beschimpft.
Das Titelbild ist eine Illustration. Foto: Facebook/Ferencvárosi Torna Club

