Bekommt Revolut in Ungarn einen neuen Konkurrenten? Der Zahlungsverkehr steht vor einem großen Umbruch, da ein globales Fintech-Unternehmen aus Budapest startet

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Ein von Indern gegründetes globales Zahlungsunternehmen hat Ungarn als Standort für seine Expansion in Europa gewählt, nachdem es eine wichtige Finanzlizenz von der Ungarischen Nationalbank (MNB) erhalten hat.
PAY TEN EU Kft., die ungarische Tochtergesellschaft von Pay10, hat eine Lizenz als E-Geld-Institut (EMI) erhalten, die es dem Unternehmen ermöglicht, eine breite Palette regulierter Zahlungsdienste sowohl in Ungarn als auch in der Europäischen Union anzubieten. Mit dieser Genehmigung ist Pay10 neben Barion und BinX erst das dritte Unternehmen in Ungarn, das über eine EMI-Lizenz verfügt.
Eine Lizenz, die knapp unterhalb einer Banklizenz angesiedelt ist
Die EMI-Lizenz ist eine der umfassendsten Finanzzulassungen, die es neben einer vollständigen Banklizenz gibt. Sie ermöglicht es Unternehmen, E-Geld auszugeben und eine breite Palette von Dienstleistungen anzubieten, wobei es ihnen laut Telex jedoch nicht gestattet ist, Kredite zu vergeben.
Mehrere bekannte Fintech-Unternehmen, darunter Revolut und Wise, waren in Ungarn zunächst mit dieser Art von Lizenz tätig, bevor sie in anderen Ländern Banklizenzen erhielten. Mit der nun erteilten Genehmigung kann Pay10 offiziell damit beginnen, seine regulierten Dienstleistungen unter ungarischer Aufsicht in der gesamten Europäischen Union anzubieten.
Von Indien über Ungarn nach Europa
Pay10 wurde 2017 in Delhi gegründet und hat seitdem seinen weltweiten Hauptsitz in Dubai eingerichtet. Das Unternehmen bietet digitale Geldbörsen, Zahlungsgateways und E-Commerce-Zahlungslösungen für Verbraucher, Händler und Finanzinstitute an. Mehrheitsgesellschafter ist der indische Geschäftsmann Prabhpreet Singh Gill (auch bekannt als Harry Gill) über Eastern Fortune Investments.
Berichten zufolge entschied sich das Unternehmen nach der Prüfung mehrerer potenzieller Einstiegsmöglichkeiten in den EU-Markt dafür, seinen europäischen Hauptsitz in Ungarn zu errichten. Die ungarische Tochtergesellschaft wurde im Jahr 2024 gegründet und wird von erfahrenen Führungskräften geleitet, darunter der ehemalige CEO der Magyar Posta, Zoltán Illés, sowie der ehemalige Leiter der russischen Tochtergesellschaft der OTP Bank. Dem Aufsichtsrat gehört zudem Zoltán Ács an, der Präsident des ungarischen Fintech-Verbands.
Digitale Geldbörsen, QR-Zahlungen und Sofortüberweisungen
Das Unternehmen plant, Dienstleistungen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen anzubieten. Privatkunden können die mobile App „Pay10“ als digitale Geldbörse nutzen, um Zahlungen in stationären Geschäften und online per QR-Code sowie nationale und internationale Überweisungen zu tätigen.
Geschäftskunden erhalten Zugang zur „Pay10 Biz“-Plattform, die dynamische QR-Zahlungsterminals und Sofortabrechnung für Händler bietet. Die Dienste basieren auf dem ungarischen Sofortzahlungssystem (AFR) und der mobilen Sofortzahlungsinfrastruktur „qvik“.
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Ungarn wird zum Tor für globale Fintech-Unternehmen
Branchenbeobachter sind der Ansicht, dass die Entscheidung von Pay10 die Position Ungarns als attraktiven Standort für Finanzunternehmen aus Nicht-EU-Ländern stärkt, die Zugang zum europäischen Markt suchen. Das Unternehmen verfügt bereits über behördliche Lizenzen in zehn Ländern, darunter Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und Ungarn, und plant zudem eine weitere Expansion nach Ägypten und in die Golfregion.
Gründer und Vorstandsvorsitzender Prabhpreet Singh Gill bezeichnete den Start in Ungarn als einen wichtigen Meilenstein, der das Wachstum des Unternehmens in Europa sowie den Aufbau eines regulierten Echtzeit-Zahlungsnetzwerks in der gesamten Europäischen Union unterstützen werde.
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