Chinas Tourismus steigt weiter an – Exklusivinterview mit Li Huixin, Leiter des chinesischen Fremdenverkehrsamtes in Budapest

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Während sich der globale Tourismusmarkt immer schneller erholt, empfängt China seine internationalen Besucher mit größerer Offenheit, Bequemlichkeit und Vielfalt. In einem kürzlich geführten Interview gab Li Huixin, Direktor des Nationalen Fremdenverkehrsamtes Chinas in Budapest, einen umfassenden Überblick über Chinas jüngste Tourismuspolitik, Besuchererfahrungen, die Zusammenarbeit zwischen China und Ungarn und künftige Trends und skizzierte eine dynamische neue Vision für Chinas Tourismusentwicklung.

I. Politikdividenden entfesselt: Optimierte Visa- und Erleichterungsmaßnahmen steigern das ungarische Interesse an Reisen nach China

Direktor Li Huixin wies darauf hin, dass Visaerleichterungen zu einer wichtigen Triebkraft geworden sind, um internationale Touristen nach China zu locken.

In seiner Rede über die aktuelle chinesische Politik im Bereich des Einreiseverkehrs betonte Direktor Li, dass die Maßnahmen zur Erleichterung der Visaerteilung zu einem wichtigen Highlight geworden sind, das weltweit Aufmerksamkeit erregt und ein entscheidender Faktor ist, um ausländische Besucher zu ermutigen, nach China zu reisen.

Ihr zufolge hat China bisher einseitige Visafreiheit für 48 Länder eingeführt und mit einigen anderen Ländern gegenseitige Vereinbarungen über die Befreiung von der Visumpflicht getroffen. Darüber hinaus haben bestimmte Regionen in China eine flexiblere, lokalisierte Politik der Visafreiheit eingeführt. So gewährt beispielsweise die Provinz Hainan Reisenden aus fast 60 Ländern visumfreie Einreise; Besucher, die mit Kreuzfahrtschiffen in Hafenstädten wie Dalian und Guangzhou ankommen, können ebenfalls visumfrei einreisen; und Gruppenreisende, die über Hongkong und Macao einreisen, können in bestimmten Gebieten visumfreien Zugang genießen. Dieser mehrstufige politische Rahmen erweitert weiterhin die Zugangsmöglichkeiten für internationale Besucher, die nach China einreisen.

Neben der Visapolitik gibt es eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen, die das Reiseerlebnis für Einreisende weiter verbessern. Erstens hat sich die Verkehrsanbindung deutlich verbessert. Budapest bietet nun mehrere Direktflüge in verschiedene chinesische Städte an, die regelmäßig von großen Fluggesellschaften wie Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines und Hainan Airlines durchgeführt werden und ungarischen Reisenden stabile und effiziente Reiseoptionen bieten.

Zweitens wurde das Zahlungsumfeld stetig optimiert. Mit der allmählichen internationalen Einführung mobiler Zahlungssysteme können ungarische Besucher nun bequemer in China konsumieren, wodurch die Hürden für grenzüberschreitende Zahlungen deutlich gesenkt werden.

Darüber hinaus hat China innovative Maßnahmen wie die “sofortige Steuerrückerstattung beim Kauf” eingeführt, die es Touristen ermöglicht, Steuerrückerstattungen vor Ort in bestimmten Geschäften und an bestimmten Orten zu erhalten, ohne an den Flughäfen anstehen zu müssen, was den Einkaufskomfort erheblich verbessert.

Infolge dieser kombinierten politischen Effekte ist das Interesse der Ungarn an Reisen nach China deutlich gestiegen. Direktor Li wies darauf hin, dass in der Vergangenheit das Visumverfahren und die gefühlte Entfernung gewisse Hindernisse für europäische Reisende darstellten. Mit der Einführung der Visafreiheit wurden jedoch sowohl psychologische als auch praktische Hürden abgebaut, so dass sich China für internationale Besucher “näher” fühlt. Während der visafreien Zeit können Reisende ihre Reisen flexibler planen und entscheiden sich eher für einen Besuch in China.

Insgesamt beschleunigen die Visaerleichterungen und die Optimierung der unterstützenden Dienstleistungen die Erholung des chinesischen Einreisemarktes und verleihen dem kulturellen und zwischenmenschlichen Austausch zwischen China und Ungarn neuen Schwung.

II. Vier zentrale Erlebnisse: Die Hauptattraktion von Reisen nach China

Für ungarische Reisende, die China zum ersten Mal besuchen, erläuterte Direktor Li Huixin die “vier wichtigsten Erfahrungen” des China-Tourismus:

1. Tiefgreifendes kulturelles Erbe

Mit einer langen Geschichte und vielfältigen kulturellen Traditionen bietet China eine reiche Kulturlandschaft. Städte wie Peking, Xi’an, Chengdu und Shanghai verbinden Tradition und Moderne und dienen als wichtige Tore zum Verständnis der chinesischen Kultur und Bräuche und bieten Erstbesuchern einen umfassenden und repräsentativen Überblick.

2. Prächtige Naturlandschaften

Das riesige Territorium Chinas bietet ein vielfältiges Terrain, das von hoch aufragenden Bergen und Seen bis hin zu großen Flüssen und Küstenlinien reicht. Die vielfältigen und atemberaubenden Naturlandschaften bieten Besuchern ein wahrhaft beeindruckendes Reiseerlebnis.

3. Kulinarische Kultur von Weltklasse

Die chinesische Küche blickt auf eine lange Geschichte und starke regionale Besonderheiten zurück. Vom Norden bis zum Süden und vom Osten bis zum Westen bietet jede Region unverwechselbare Geschmackserlebnisse. Die kulinarischen Traditionen Chinas, die weithin als die besten der Welt gelten, sind ein wesentlicher Bestandteil des Reiseerlebnisses.

4. Nischen-Abenteuer-Erlebnisse

China beherbergt eine Vielzahl einzigartiger geografischer Merkmale, darunter Wüsten, die Gobi, Wälder, Berge und Vulkanlandschaften. Diese bieten ideale Bedingungen für eingehende Erkundungen und ziehen zunehmend internationale Reisende mit speziellen Interessen an.

Li Huixin Director Of China National Tourist Office In Budapest X
Li Huixin, Direktor des Nationalen Fremdenverkehrsamtes von China in Budapest. Foto: Daily News Hungary

Aufbauend auf diesen Erfahrungen entwickelt China weiterhin verschiedene thematische Reiserouten. Dazu gehören historische und kulturelle Routen wie die Seidenstraße, Ökotourismus-Erlebnisse wie Panda-Touren und Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnreisen, bei denen moderne Verkehrsmittel im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus bereichern Angebote wie Teekulturtouren, Vogelbeobachtungstouren und Routen zur Besichtigung saisonaler Blumen (einschließlich Raps- und Kirschblüten) das Angebot für internationale Besucher und spiegeln die wachsende Vielfalt des chinesischen Tourismusangebots wider.

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III. Starke Erholung: Der chinesisch-ungarische Tourismus tritt in eine schnelle Wachstumsphase ein

Nach der Pandemie hat sich der touristische Austausch zwischen China und Ungarn deutlich erholt: Ungefähr 157.000 ungarische Besuche in China im Jahr 2024 und fast 200.000 chinesische Besuche in Ungarn.

In seiner Rede über die Entwicklung des chinesisch-ungarischen Tourismusaustauschs in den letzten Jahren fasste Direktor Li Huixin den aktuellen Trend mit drei Stichworten zusammen:

“Zweiseitige Interaktion, stetige Vertiefung und diversifizierte Integration”.

Erstens ist die zweiseitige Interaktion immer deutlicher geworden. Obwohl die neuesten Daten für 2025 noch nicht veröffentlicht wurden, ist der allgemeine Trend weiterhin positiv. Die Statistiken aus dem Jahr 2024 sind bereits repräsentativ: Die Zahl der chinesischen Touristen, die Ungarn besuchten, überstieg 180.000 und näherte sich damit 200.000, während die ungarischen Besuche in China etwa 157.000 erreichten. Während es traditionell ein Ungleichgewicht in den Tourismusströmen zwischen den beiden Ländern gab, deuten die aktuellen Zahlen auf ein relativ ausgeglichenes Muster des Austauschs in beide Richtungen hin.

Zweitens wird die Zusammenarbeit stetig vertieft. In den letzten Jahren ist die Zahl der Besucher zwischen China und Ungarn stetig gestiegen, wobei die touristische Zusammenarbeit sowohl im Umfang als auch in der Tiefe zunahm. Anders als in der Vergangenheit, als Sightseeing im Vordergrund stand, dehnt sich der Austausch nun auf speziellere Bereiche wie Technologie und Kultur aus, was ein wachsendes Verständnis der ungarischen Öffentlichkeit für China und eine Ausweitung ihrer Interessen widerspiegelt.

Drittens wird der Trend zu einer diversifizierten Integration immer deutlicher. Die touristische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern hat sich von einem einzigen Sektor zu einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit entwickelt, die nicht nur den traditionellen Tourismus, sondern auch Sport, Kultur und andere Bereiche umfasst. Die Palette der Partner hat sich von Reisebüros auf Zoos, Kultureinrichtungen und Regierungsstellen ausgeweitet, wodurch ein vielfältigeres und dynamischeres Netzwerk der Zusammenarbeit entstanden ist.

Da sich der Zugang zu Informationen immer weiter ausbreitet, wird auch die ungarische Wahrnehmung von China ständig aktualisiert. Die weit verbreitete Nutzung des Internets hat die Welt “näher zusammengebracht”, während Besuche in China aus erster Hand ein authentischeres und mehrdimensionales Verständnis des Landes fördern.

IV. Kultureller Durchbruch: Die sanfte Macht des chinesischen Tourismus

Mehrere wegweisende Projekte haben den wachsenden Einfluss des chinesischen Kulturtourismus in Ungarn deutlich gemacht:

  • Das Zigong Laternen Festival (Chinesisches Immaterielles Kulturerbe) wurde erfolgreich in Budapest gestartet und ist nun kommerziell verfügbar.
  • Die jährlich stattfindende China Intangible Cultural Heritage Tourism & Creative Expo wurde erfolgreich in Budapest gestartet und ist nun kommerziell aktiv.
  • Einrichtung von “Schwesterattraktionen” und Partnerschaften zwischen chinesischen und ungarischen Institutionen

Das Chinesische Fremdenverkehrsamt in Budapest hat in den letzten Jahren die Lokalisierung chinesischer Projekte zum immateriellen Kulturerbe (ICH) in Ungarn aktiv gefördert und ist damit ein wichtiges Beispiel für Chinas kulturelle Öffnung. Unter anderem wurde das nationale ICH-Kunsthandwerk der Zigong-Laternen aus Sichuan erfolgreich eingeführt und das “Chinesische Laternenfest” im Budapester Zoo ins Leben gerufen, das zu einem Höhepunkt des chinesisch-ungarischen Kulturaustauschs geworden ist. Die Veranstaltung, die auf einer marktorientierten Basis durchgeführt wird, hat sich zu einem jährlichen Markenprogramm entwickelt. Zwei erfolgreiche Ausgaben haben bereits stattgefunden und eine dritte wird für den Herbst dieses Jahres erwartet, was von großer Nachhaltigkeit zeugt.

Darüber hinaus hat das Fremdenverkehrsamt in drei aufeinanderfolgenden Sommern erfolgreich die “Ausstellung für immaterielles Kulturerbe, Tourismus und kreative Produkte in China” veranstaltet. Die von Grund auf neu entwickelte Ausstellung wurde vollständig von China kuratiert und bietet eine umfassende Präsentation chinesischer Kulturprodukte, Designkonzepte und traditioneller Handwerkskunst. Sie zielt darauf ab, dem europäischen Markt systematisch chinesische Marken, Design, Handwerkskunst und Ästhetik vorzustellen und dient als weitere wichtige Plattform für die Verbesserung der internationalen Kommunikation von Chinas kultureller “Soft Power”. 2026 wird die vierte Ausgabe stattfinden, und wir heißen unsere ungarischen Freunde herzlich willkommen, sie zu besuchen und zu erleben.

Diese Initiativen stehen nicht nur für kulturellen Austausch, sondern auch für nachhaltige, marktorientierte internationale Kooperationsplattformen.

Li Huixin Director Of China National Tourist Office In Budapest X
Li Huixin, Direktor des Nationalen Fremdenverkehrsamtes von China in Budapest. Foto: Daily News Hungary

V. Ein ganzjähriges Reiseziel: Saisonale Highlights in ganz China

Li Huixin gab saisonale Reiseempfehlungen:

  • Frühling (März-Mai): Pfingstrosenfest in Luoyang, Wasserstädte in Jiangnan, Huangshan und Guilin
  • Sommer (Juni-August): Drachenbootfestival, Qinghai-See, Yunnan und Guizhou für einen Ausflug ins kühle Nass
  • Herbst (September-November): Kulturelle Veranstaltungen zum Mittherbst, rotes Laub, Jiuzhaigou-Landschaft
  • Winter (Dezember-Februar): Eisfestival in Harbin, Frühlingsfest-Feierlichkeiten

Sie betonte, dass China ein ganzjähriges Reiseziel ist, das zu jeder Jahreszeit einzigartige kulturelle und natürliche Erlebnisse bietet.

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VI. Der Blick nach vorn: Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit im Tourismus

Mit Blick auf die Zukunft wird China den Tourismus in Europa weiterhin durch folgende Maßnahmen fördern:

  • Kampagnen für den Einreiseverkehr
  • Jugendstudienreisen und Austauschprogramme
  • Kulturfestivals und Veranstaltungen zum Thema Tourismus
  • Regionale Kooperationsnetzwerke
  • Kontinuierliche Vertiefung der Zusammenarbeit mit der ungarischen Tourismusindustrie

2026 feiert das Chinesische Nationale Fremdenverkehrsamt in Budapest sein 10-jähriges Bestehen. Es wird eine Reihe von Veranstaltungen zum kulturellen Austausch stattfinden, um der Welt ein besseres Verständnis für China zu vermitteln.

Im Jahr 2026, dem 10. Jahrestag der Gründung des Nationalen Fremdenverkehrsamtes Chinas in Budapest, werden weitere einflussreiche Kulturaustauschprogramme ins Leben gerufen, um der Welt zu helfen, China neu zu entdecken.

Am Ende des Interviews fasste Direktorin Li Huixin ihre Erwartungen in vier Schlüsselaspekten zusammen und drückte ihre Hoffnung aus, dass die Besucher durch sie ein tieferes Verständnis für China gewinnen werden:

  • Erstens, das Erleben der reichen und vielfältigen traditionellen Kultur und Bräuche.
  • Zweitens, indem sie die große Vielfalt der chinesischen Küche probieren.
  • Drittens, indem sie die lebendigen und vielfältigen Naturlandschaften schätzen lernen.
  • Viertens, den Puls der chinesischen Entwicklung zu spüren, insbesondere die zukünftige Richtung, die sich in den technologischen Fortschritten widerspiegelt.

Sie erklärte, dass der Tourismus das Leben besser macht, und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass internationale Besucher durch ihre Erfahrungen aus erster Hand in China ein Land schätzen lernen, das authentisch, vielfältig und voller Vitalität ist.

“Eine Reise nach China sollte zu einer warmen, schönen und unvergesslichen Erinnerung im Leben werden.”

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