Das Bergbauunternehmen des Neffen von Ex-Premierminister Orbán muss nach einem schweren finanziellen Schlag schließen

Sprache ändern:

Ein Bergbauunternehmen, das mit dem Neffen von Viktor Orbán verbunden ist, hat einen großen finanziellen Zusammenbruch erlitten und scheint nach Jahren des schnellen Wachstums und einem tödlichen Unfall in seinem Steinbruch den Betrieb eingestellt zu haben.

Ungarischen Medienberichten zufolge, die sich auf die jüngsten Finanzberichte des Unternehmens stützen, verzeichnete das Unternehmen Murobán Ltd., das sich im gemeinsamen Besitz von Dávid Orbán und dem in Győr ansässigen Rechtsanwalt Máté Mürkl befindet, im Jahr 2025 eine steile Trendwende, nachdem es zuvor erhebliche Gewinne verbucht hatte, berichtet 444.

Von fulminanter Expansion zu schweren Verlusten

Murobán Ltd. wurde 2017 gegründet und betrieb eine Kies-, Sand- und Tonmine in Vámosszabadi in der Nähe von Győr. Mehrere Jahre lang schien das Geschäft zu florieren. Die Einnahmen stiegen sprunghaft von nur 65.000 HUF (183 EUR) im Jahr 2021 auf 46 Millionen HUF (129.900 EUR) ein Jahr später und erreichten schließlich 212 Millionen HUF (598.500 EUR).

Das stärkste Jahr des Unternehmens war 2024, als der Umsatz Berichten zufolge 627 Millionen HUF (1.770.000 EUR) erreichte und das Unternehmen einen Gewinn von rund 165 Millionen HUF (465.800 EUR) erzielte. Die letzten Bilanzen zeigen jedoch einen dramatischen Einbruch.

Die Einnahmen sind im Jahr 2025 praktisch verschwunden, während die sonstigen Einnahmen von mehr als 1 Milliarde HUF (2.823.000 EUR) auf nur noch 11 Millionen HUF (31.000 EUR) gefallen sind. Das Unternehmen reduzierte auch seine Belegschaft auf null Mitarbeiter. Infolgedessen verwandelte sich der frühere Gewinn innerhalb eines einzigen Jahres in einen Verlust von 55 Millionen HUF (155.000 EUR).

Früher benachteiligte Konkurrenten

Der Bergbaubetrieb hatte zuvor von umstrittenen Verkehrsbeschränkungen in der Gegend von Győr profitiert. Im August 2023 berichtete das investigative Magazin Átlátszó, dass die ungarischen Straßenbehörden zwischen Győrzámoly und Győrújfalu eine Gewichtsbeschränkung von 20 Tonnen auf einem Straßenabschnitt erlassen haben, der etwa 40 Sekunden dauert, was es den konkurrierenden Bergwerken erschwert, Material zu einer nahe gelegenen Mischanlage zu transportieren.

Während es konkurrierenden Betreibern Berichten zufolge nicht gelang, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, war die Mine von Dávid Orbán von der Beschränkung nicht betroffen, was dem Unternehmen half, seine damalige Marktposition zu stärken.

Tödlicher Unfall mit anschließender Schließung

Die Aussichten des Unternehmens scheinen sich nach einem tödlichen Arbeitsunfall im Sommer 2024 rapide verschlechtert zu haben. Nach Angaben von RTL wurde ein Arbeiter in der Vámosszabadi-Mine von einem rückwärtsfahrenden Laderfahrzeug auf dem Gelände angefahren und getötet.

Etwa ein halbes Jahr später gab es Anzeichen dafür, dass der Steinbruch seinen Betrieb endgültig eingestellt hatte. Im Februar 2025 wurde der Standort Vámosszabadi als Niederlassung aus dem Unternehmensregister gestrichen, und in den Online-Listen wird die Mine nun als “dauerhaft geschlossen” bezeichnet.

Obwohl es dem Unternehmen gelang, seine Schulden deutlich zu reduzieren, fiel sein Eigenkapital Berichten zufolge in den negativen Bereich, was Fragen über seine Zukunft aufwirft. Nach den ungarischen Rechnungslegungsvorschriften müssen die Eigentümer möglicherweise zusätzliches Kapital in das Unternehmen einbringen, um es über Wasser zu halten.

Gekennzeichnetes Bild: Orbán Viktor/Facebook

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *