Die ungarische Landwirtschaft steht vor einer schweren Krise: Weniger als 3 % der Ackerfläche werden bewässert

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Da die Dürre der ungarischen Landwirtschaft zunehmend schwerwiegende Schäden zufügt, werden derzeit weniger als 3 % der Ackerfläche des Landes bewässert. Eine neue politische Studie kommt zu dem Schluss, dass die Lösung nicht in höheren Zöllen oder staatlichen Eingriffen liegt, sondern in einer umfassenden Reform der Vorschriften in den Bereichen Bewässerung, Innovation, Beschäftigung und Agrarsubventionen.
Die Studie mit dem Titel „A New Dawn for Hungarian Agriculture“ wurde von Bill Wirtz, Senior Policy Analyst beim Consumer Choice Centre, im Auftrag der Free Market Foundation verfasst.
Dem Bericht zufolge steht die ungarische Landwirtschaft gleichzeitig vor mehreren Herausforderungen. Neben immer schwerwiegenderen Dürren untergraben hohe Produktionskosten, Arbeitskräftemangel, begrenzte Kapazitäten in der Lebensmittelverarbeitung sowie Schwächen in der Exportlogistik die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors.
„Ungarn sollte nicht versuchen, die Vergangenheit seines Agrarsektors zu bewahren, sondern dessen Zukunft wettbewerbsfähig gestalten. Dies erfordert weniger Protektionismus, vorhersehbarere Regeln, mehr Innovation und die Vergabe von Subventionen unabhängig von politischer Einflussnahme“, erklärte Bill Wirtz.
Anpassung an Dürren gehört zu den dringendsten Prioritäten
Die Studie identifiziert die Anpassung an Dürren als eines der dringlichsten Probleme, mit denen ungarische Landwirte konfrontiert sind. Allein die Rekorddürre von 2022 verursachte im Agrarsektor des Landes Schäden in Höhe von mehr als 1 Billion HUF.
Wirtz empfiehlt eine Reform des ungarischen Wasserverbrauchsmanagements, den Abbau von Hindernissen, die Investitionen in Bewässerungsmaßnahmen erschweren, sowie die beschleunigte Einführung dürreresistenter Pflanzensorten.
Der Bericht hebt zudem das Potenzial neuer genomischer Techniken (NGTs) hervor. Er argumentiert, dass Ungarn dem Beispiel Dänemarks folgen und sich als eines der führenden Zentren Europas für die Entwicklung von Pflanzensorten positionieren könnte, die widerstandsfähiger gegen Dürre sind und gleichzeitig weniger Ressourcen benötigen.
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Keine Zölle auf Getreideimporte, so das Ergebnis einer Studie
Der Bericht lehnt zudem die Idee ab, Zölle oder weitere Einfuhrbeschränkungen auf dem Getreidemarkt einzuführen. Stattdessen empfiehlt er, den landwirtschaftlichen Betrieben in der Großen Ungarischen Tiefebene dabei zu helfen, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen, unter anderem durch eine Umstellung auf Viehzucht und Gartenbau.
Laut Wirtz würden Importbeschränkungen letztendlich die Lebensmittelpreise für die Verbraucher in die Höhe treiben, anstatt die zugrunde liegenden Probleme der ungarischen Landwirtschaft zu lösen.
Arbeitskräftemangel und die Lebensmittelverarbeitung bedürfen einer Reform
Der Arbeitskräftemangel stellt ein weiteres großes Hindernis dar. Die Studie empfiehlt, es ungarischen landwirtschaftlichen Betrieben zu erleichtern, Saisonarbeiter von außerhalb der Europäischen Union zu beschäftigen.
Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung fordert der Bericht weniger Genehmigungsauflagen und einen geringeren Verwaltungsaufwand. Außerdem wird argumentiert, dass Ungarn die Wettbewerbsfähigkeit seiner Agrarexporte verbessern könnte, indem es die Verkehrsverbindungen nach Kroatien und Slowenien ausbaut und den Wettbewerb im Schienengüterverkehr verstärkt.
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Agrarsubventionen sollten unabhängig sein
Die Studie identifiziert die unabhängige Vergabe von Agrarsubventionen als eine der Schlüsselvoraussetzungen für eine erfolgreiche Reform.
„Die Unabhängigkeit des Subventionssystems ist nicht nur eine Frage der Fairness. Ohne sie ist es schwierig, einen Agrarsektor aufzubauen, in dem Investitionsentscheidungen von Leistung und Marktchancen bestimmt werden und nicht von politischen Verbindungen.“
Letztendlich kommt der Bericht zu dem Schluss, dass der Erfolg der ungarischen Agrarpolitik daran gemessen werden sollte, ob sie eine erschwingliche und zuverlässige Lebensmittelversorgung gewährleisten, Innovationen fördern und die Wettbewerbsfähigkeit ungarischer Erzeuger stärken kann.
Angesichts zunehmender klimatischer Belastungen und wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen für die ungarischen Landwirte legt die Studie nahe, dass der Schutz bestehender Strukturen möglicherweise nicht mehr ausreicht. Stattdessen fordert sie grundlegende Veränderungen, die darauf abzielen, den Agrarsektor des Landes widerstandsfähiger, innovativer und wettbewerbsfähiger zu machen.

