EILMELDUNG: Ungarns Ministerpräsident Magyar schlägt vor, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken

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Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat erklärt, er würde im Rahmen des laufenden Verfassungsreformprozesses der Regierung eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre unterstützen. Er argumentiert, dass die Jugendlichen von heute ausreichend informiert seien, um an der Gestaltung der Zukunft des Landes mitzuwirken.

Der Vorschlag wurde am Samstag in einem Facebook-Beitrag bekannt gegeben, in dem Magyar erklärte, er sei der Überzeugung, dass „die überwiegende Mehrheit der unter 18-Jährigen ausreichend vorbereitet und informiert ist, um bei unseren gemeinsamen Entscheidungen mitzureden“.

„Ich für meinen Teil würde im Rahmen des Verfassungsentwurfsverfahrens eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre unterstützen“, schrieb der Ministerpräsident.

Verfassungsreform im Gange

Magyar stellte einen Zusammenhang zwischen diesem Vorschlag und der umfassenden Verfassungsreform her, die seine Regierung nach den Parlamentswahlen im April eingeleitet hatte.

Er zeigte sich erfreut über das, was er als Wiederbelebung der ungarischen parlamentarischen Demokratie bezeichnete, nachdem das Parlament seiner Ansicht nach unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán jahrelang bewusst geschwächt worden sei.

Im Rückblick auf seine Kindheit erinnerte sich Magyar daran, wie er Anfang der 1990er Jahre nach der Schule und dem Sporttraining gemeinsam mit seiner Großmutter Parlamentsdebatten verfolgt hatte, und erklärte, diese Erinnerungen hätten seine Wertschätzung für demokratische Institutionen geprägt.

Kritik an der früheren Führung

Der Ministerpräsident kritisierte zudem die frühere Führung Ungarns und äußerte die Hoffnung, dass nur Menschen, die sich aufrichtig dem Dienst am Land verschrieben haben, hohe öffentliche Ämter bekleiden würden. In einer pointierten Bemerkung, die sich gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und den derzeitigen Präsidenten Tamás Sulyok richtete, schrieb Magyar:

„Nur weil ein Clown einen Palast betritt, wird er noch lange kein König – aber der Palast kann zu einem Zirkus werden.“

Reformen des Wahlrechts werden erwartet

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung eine umfassende Neugestaltung des ungarischen Wahlsystems vorbereitet. Anfang dieser Woche erklärte Márton Melléthei-Barna, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion der regierenden Tisza-Partei, eine der ersten Prioritäten der Regierung nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung (und der voraussichtlichen Bestätigung durch ein Referendum) sei die Einführung eines neuen Wahlgesetzes.

Ihm zufolge könnte das neue Gesetz innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate verabschiedet werden.

Magyar sagt, junge Menschen seien engagierter denn je

In seinem Beitrag argumentierte der Ministerpräsident zudem, dass das öffentliche Interesse an der Politik seit dem Regierungswechsel deutlich zugenommen habe.

„Ich bin stolz darauf, dass noch nie zuvor so viele Menschen die Parlamentssitzungen verfolgt und Interesse am öffentlichen Leben gezeigt haben“, schrieb er und fügte hinzu, dass Politik wieder „attraktiv“ geworden sei und dass junge Menschen zunehmend das Gefühl hätten, bei der Gestaltung der Zukunft Ungarns mitreden zu können.

Er erklärte zudem, dass die im Rahmen der kürzlich verabschiedeten 17. Verfassungsänderung eingeführte Amtszeitbegrenzung von zwölf Jahren für Abgeordnete dazu beitragen könne, durch die Förderung des politischen Wandels wieder höhere Standards im ungarischen öffentlichen Leben herzustellen.

Was dies für junge Ungarnbedeutet

Sollte der Vorschlag letztendlich angenommen werden, würde Ungarn zu einer kleinen, aber wachsenden Gruppe von Ländern gehören, die 16- und 17-Jährigen das Wahlrecht zumindest bei bestimmten Wahlen gewähren. Allerdings handelt es sich bei dieser Änderung bislang lediglich um einen Vorschlag, der erst in die neue Verfassung und die entsprechenden Wahlgesetze aufgenommen werden müsste, bevor er in Kraft treten könnte.

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