Hungary’s rail network may collapse this summer: shortages threaten services

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Eines der größten Verkehrsprobleme des Sommers 2026 in Ungarn könnte der Mangel an Waggons im ungarischen Schienennetz, MÁV, sein. Private Instandhaltungsunternehmen sind in Konkurs gegangen, und obwohl der Staat sie inzwischen wieder aufgekauft hat, ist aufgrund des sich verschlechternden Zustands der Gleise weiterhin mit Störungen zu rechnen. Die Wiederherstellung des Systems könnte jedoch Milliarden kosten.

Rollendes Material in kritischem Zustand

Die Wurzeln des Mangels an rollendem Material bei der MÁV reichen mehrere Jahre zurück. Privatisierte Wartungsunternehmen – darunter auch das strategisch wichtige Fahrzeugreparaturwerk Dunakeszi – wurden zahlungsunfähig, so dass die Reparaturarbeiten monatelang zum Erliegen kamen.

Obwohl der ungarische Staat die Anlage vor den Wahlen für rund 8 Milliarden Forint zurückkaufte, hatte der Stillstand nachhaltige Folgen. Die vorgeschriebenen Überholungen von InterCity- und internationalen Wagen haben sich erheblich verzögert, so dass die Züge bereits mit weniger Wagen als im letzten Jahr fahren.

Sommerhochsaison: weniger Komfort, mehr Unsicherheit

Es wird erwartet, dass die bevorstehende Tourismussaison die Situation im Schienennetz weiter verschärfen wird. Die Bahngesellschaft hat eingeräumt, dass sie während der Spitzenzeiten auf mehreren Strecken möglicherweise Wagen mit geringerem Komfort einsetzen muss.

Nach Ansicht von János Meleg, dem Vorsitzenden der Eisenbahnergewerkschaft, ist der Mangel an Reservewagen ein ernstes Problem. Im Falle von Pannen wird es schwierig sein, Wagen zu ersetzen. Um dieses Problem zu entschärfen, plant die MÁV, 10 InterCity-Standardwagen von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zu leasen, was allerdings nur eine vorübergehende Lösung sein soll.

Alternde Gleise und weit verbreitete Geschwindigkeitsbeschränkungen

Nicht nur das rollende Material gibt Anlass zur Sorge. Auch der Zustand der Gleise im gesamten Schienennetz hat sich erheblich verschlechtert. Experten schätzen, dass fast 40 % der Bahnstrecken derzeit mit Geschwindigkeitsbeschränkungen belegt sind.

Dies verschärft den Mangel an rollendem Material: Veraltete Weichen verlangsamen nicht nur den Verkehr, sondern stellen auch ein Sicherheitsrisiko dar. Die aktuellen Finanzierungsprogramme decken nur einen Bruchteil der notwendigen Modernisierungen ab.

Milliardenbeträge für langfristige Lösungen erforderlich

Die Stabilisierung des ungarischen Schienennetzes würde nach Ansicht von Experten Investitionen in Höhe von Billionen Forint erfordern. Angesichts des angespannten Staatshaushalts und der Tatsache, dass EU-Gelder wahrscheinlich erst in einigen Jahren fließen werden, ist dies eine große Herausforderung.

Eine mögliche Quelle für Einsparungen könnte darin liegen, die Beschaffungsprozesse transparenter zu gestalten. Der Verkehrsexperte Botond Szalma sagte gegenüber 24.hu, dass die Überteuerung bei Eisenbahninvestitionen bis zu 30 % betragen kann, was darauf hindeutet, dass die Beseitigung von Ineffizienzen erhebliche Ressourcen freisetzen könnte.

Kapazität erhöht – aber für wie lange?

Während langfristige Lösungen ungewiss bleiben, versucht MÁV, die Situation kurzfristig zu bewältigen. Aufgrund bevorstehender Veranstaltungen – darunter die Eröffnungssitzung des Parlaments und ein großes Ikarus-Bustreffen in Tapolca – erwartet das Unternehmen an diesem Wochenende einen Anstieg der Fahrgastzahlen.

Auf mehreren InterCity-Linien werden zusätzliche Waggons eingesetzt, während auf bestimmten Strecken Doppelstockzüge mit hoher Kapazität (KISS) verkehren werden. An wichtigen Bahnhöfen werden außerdem Fahrgastassistenten eingesetzt, um den Verkehr zu regeln. In der Region Balaton zum Beispiel werden die Kék Hullám InterCity-Züge mit mindestens sieben Wagen verkehren.

Diese Maßnahmen können jedoch nur eine vorübergehende Erleichterung bringen, da die zugrunde liegenden Probleme weiterhin einen Schatten auf das ungarische Schienennetz werfen.

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