Könnten höhere Treibstoffkosten die Ticketpreise in die Höhe treiben? Der CEO von Wizz Air äußert sich zur Treibstoffkrise

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Laut dem CEO von Wizz Air droht der Fluggesellschaft keine unmittelbare Treibstoffknappheit, aber die Kerosinpreise könnten aufgrund der anhaltenden Unsicherheit noch länger hoch bleiben.

József Váradi, CEO von Wizz Air, sagte gegenüber Reportern in London, dass die Sorgen über eine Treibstoffknappheit übertrieben seien. Eine direkte Verknappung wird zwar nicht erwartet, aber die aktuelle Situation spiegelt sich bereits in steigenden Preisen wider.

Er ging zwar nicht speziell auf die Ticketpreise ein, aber höhere Treibstoffkosten müssen in der Regel irgendwo aufgefangen werden, und in der Luftfahrtbranche schlägt sich das oft in den Flugpreisen nieder.

Fluggesellschaften passen sich an höhere Treibstoffkosten an

Die Kerosinpreise liegen derzeit bei rund 1.500 Dollar pro Tonne und damit etwa doppelt so hoch wie vor dem Nahostkonflikt. Dieser starke Anstieg hat die Betriebskosten der Fluggesellschaften erheblich erhöht und verändert auch die Lieferketten. Die Marktteilnehmer verlassen sich zunehmend auf die transatlantischen Routen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa und ersetzen damit teilweise die früheren Lieferquellen im Nahen Osten.

Váradi wies darauf hin, dass die Preise auch bei einem Abflauen des Konflikts hoch bleiben könnten, was darauf hindeutet, dass die höheren Treibstoffkosten anhalten könnten. Laut den Investorenberichten des Unternehmens hat Wizz Air Maßnahmen ergriffen, um die Risiken zu mindern:

Das Unternehmen hat etwa 83% seines Treibstoffbedarfs für das im März 2026 endende Geschäftsjahr abgesichert, aber diese Zahl sinkt auf etwa 55% für den darauffolgenden Zeitraum, was das Risiko von Preisschwankungen erhöht.

CNBC hat ebenfalls auf diese Anfälligkeit hingewiesen und festgestellt, dass Wizz Air zu den europäischen Fluggesellschaften gehören könnte, die am stärksten von steigenden Treibstoffpreisen betroffen sind, da Konkurrenten wie Ryanair mit rund 80 % deutlich höhere Absicherungsquoten aufweisen.

Es wird erwartet, dass sich der Konflikt auch auf die finanzielle Leistung des Unternehmens auswirken wird. Wizz Air rechnet mit einem negativen Effekt von etwa 50 Millionen Euro auf das Ergebnis des im März endenden Geschäftsjahres.

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Die bevorstehende Sommersaison

Wie wir bereits berichtet haben, bleibt Wizz Air trotz der aktuellen Herausforderungen für die Sommersaison zuversichtlich und erwartet eine starke Nachfrage mit einem deutlich höheren Buchungsniveau als im Vorjahr.

Ende Januar sagte Váradi, die Fluggesellschaft erwarte einen “sehr starken Sommer”, was zum Teil auf die Entscheidung zurückzuführen sei, fünf Langstreckenflugzeuge zu behalten, was eine größere Flexibilität bei der Verwaltung von Routen und Kapazitäten ermögliche.

Gleichzeitig hat die Fluggesellschaft eine weitere Expansion angekündigt. Die Kapazität am Standort Budapest soll um rund 30 % erhöht werden. Dazu werden zusätzliche Flugzeuge eingesetzt und neue Routen für den Sommerflugplan eingerichtet.

Wizz Air beförderte im Jahr 2025 mit einer Flotte von 249 Flugzeugen 72 Millionen Passagiere und erwartet, dass diese Zahl im Jahr 2026 auf 80 Millionen steigen wird. Dies deutet darauf hin, dass sich die Nachfrage nicht nur auf das Niveau vor der Pandemie erholt hat, sondern in einigen Fällen sogar darüber hinausgeht.

Während diese starke Nachfrage den Fluggesellschaften zugute kommt, schafft die Kombination aus steigenden Kosten und hohen Passagierzahlen ein Umfeld, in dem Preiserhöhungen leichter durchsetzbar sind. Infolgedessen werden die Auswirkungen höherer Treibstoffkosten für die Reisenden immer wahrscheinlicher zu spüren sein.

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