Mysteriöser Kult hinter ungarischem Mord: Mann tötete seine Ex-Frau nach erbittertem Familienstreit – Boulevardzeitung

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Am Morgen des 18. August 1995 betrat ein sichtlich verzweifelter Mann die Polizeiwache in Jászberény und forderte die Beamten auf, ihn festzunehmen.
Er gab an, seine Frau während eines Streits in ihrem Haus in der ungarischen Stadt erwürgt zu haben. Die Ermittler stellten jedoch bald fest, dass dem Mord monatelang eskalierende Spannungen innerhalb der Familie vorausgegangen waren.
Im Mittelpunkt des Konflikts stand die Zugehörigkeit der Frau zu einer mysteriösen religiösen Gruppe, von der ihr Ehemann glaubte, sie habe sie ihrer Familie entrissen. Der Fall führte schließlich zu einer zehnjährigen Haftstrafe für József Sz. wegen der Tötung seiner ehemaligen Ehefrau.
Wie eine religiöse Gruppe die Familie auseinanderriss
Laut dem Bericht von „Blikk“ hatte sich die Beziehung des Paares bereits etwa ein Jahr vor dem Mord zu verschlechtern begonnen.
Nachbarn erinnerten sich daran, dass sich die Frau zunehmend in eine geheimnisvolle religiöse Gemeinschaft eingebracht hatte. Berichten zufolge verbrachte sie immer mehr Zeit mit deren Mitgliedern, während ihr Familienleben in den Hintergrund geriet.
„Blikk“ identifizierte die Gruppe als die „Children of God“, eine amerikanische religiöse Bewegung, deren erste ungarischsprachige Gruppe Berichten zufolge 1994 in der Nähe von Novi Sad (Újvidék) in Serbien entstanden sein soll. Die Bewegung soll einige Monate später die Region Jászság erreicht haben, wo sie vor Ort als „Jesus-Bewegung“ bekannt war.
Die Gemeinschaft soll ihren Mitgliedern strenge Regeln auferlegt haben. Dem Bericht zufolge waren Verwandte von der Mitgliedschaft ausgeschlossen, nur eine Person pro Familie durfte beitreten, und Ehepaare wurden nicht gemeinsam aufgenommen. Von den Mitgliedern wurde Berichten zufolge zudem erwartet, dass sie auf sexuelle Beziehungen mit Partnern oder Ehepartnern außerhalb der Gruppe verzichteten.
Diese Regeln hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Familie. Nachbarn gaben an, dass die Frau schließlich ihre Arbeit aufgab und dass die Ersparnisse der Familie für die religiöse Gemeinschaft ausgegeben wurden. Ihre Töchter sollen sich darüber beschwert haben, dass ihre Mutter selten zu Hause war.
Der Ehemann verließ die Familienwohnung
Im Dezember 1994 hatte József genug. Berichten zufolge verließ er mit seinen Töchtern die Familienwohnung und beschloss, die Scheidung einzureichen. Die Scheidung wurde im Mai 1995 vollzogen, doch schon bald kam es zu einem weiteren Streit: Wer sollte in der Familienwohnung in der Kárpát-Straße wohnen?
Nach den von der Polizei gesammelten Beweisen hatte die Immobilie ursprünglich József gehört, der sie vor seiner Heirat von seinen Eltern erhalten hatte. Sie galt daher nicht als Teil des gemeinsam erworbenen Vermögens des Ehepaares. Seine ehemalige Ehefrau weigerte sich dennoch, auszuziehen.
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Die letzte Konfrontation
Am Abend des 17. August 1995 begab sich József zu dem Haus, um die Angelegenheit zu besprechen. Den Ermittlungsergebnissen zufolge stellte er seiner ehemaligen Frau ein Ultimatum: Sie solle vor Beginn des Schuljahres ausziehen, da er und ihre Töchter beabsichtigten, dort zu wohnen.
Berichten zufolge forderte er sie auf, stattdessen bei einem der Mitglieder der religiösen Gruppe einzuziehen. Die Frau lehnte dies ab. Sie plante, in der Immobilie zu bleiben, und beabsichtigte den Angaben zufolge, einen Mann, den sie über die Gruppe kennengelernt hatte, mit ihr dort wohnen zu lassen.
Es kam zu einem Streit. József drehte die Musik lauter, angeblich, damit die Nachbarn den Streit nicht hören könnten. Während des darauf folgenden Handgemenges packte er seine Ex-Frau am Hals und ließ nicht los.
Sie starb an den Folgen der Strangulation.
Am nächsten Morgen begab sich József zur Polizeiwache und legte ein Geständnis ab. Er wurde daraufhin wegen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Die Polizeiwache in Jászberény:
Was ist aus der mysteriösen Gruppe geworden?
Die Jesus-Bewegung entstand in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten und ging aus der Hippie-Gegenkultur hervor. Obwohl es sich nicht um eine einzige, zentral organisierte Sekte handelte, entwickelten sich einige ihrer radikaleren Zweige später zu umstrittenen religiösen Gruppen.
Dem Bericht zufolge konnte sich die Bewegung in Ungarn nie in derselben Form etablieren. Einige ihrer Anhänger schlossen sich später anderen Religionsgemeinschaften an, während die Gruppe, die in Jászberény für so viel Aufsehen gesorgt hatte, schließlich aus der Region verschwand.
Mehr als drei Jahrzehnte später erinnern sich die Anwohner rund um die Kárpát-Straße jedoch noch immer an diesen außergewöhnlichen Fall – nicht nur wegen des Mordes, sondern auch wegen der mysteriösen religiösen Gemeinschaft, die nach Aussage der Nachbarn eine Rolle beim Zerfall der Familie gespielt haben soll.
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