Offiziell: Ungarns Ölriese MOL und Serbien erzielen Einigung über den Erwerb von NIS

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Das ungarische Energieunternehmen MOL und die serbische Regierung haben eine weitreichende Einigung über die künftige Eigentums- und Führungsstruktur des serbischen Ölriesen NIS erzielt, was MOL möglicherweise den Weg für den Erwerb der von Russland kontrollierten Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen ebnet.

Der Durchbruch erfolgte nach monatelangen Verhandlungen, die durch US-Sanktionen gegen NIS aufgrund seiner russischen Eigentümerstruktur ausgelöst worden waren. Die Vereinbarung wird als entscheidender Schritt zur Sicherung der serbischen Kraftstoffversorgung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Betriebs der wichtigsten Raffinerie des Landes angesehen.

Die serbische Energieministerin Dubravka Đedović Handanović gab bekannt, dass alle noch offenen Fragen zwischen den Parteien geklärt worden seien und dass ein Kompromiss hinsichtlich der Aktionärsvereinbarungen und der künftigen Unternehmensführung erzielt worden sei.

Serbien will seinen Anteil erhöhen, falls MOL russische Anteile erwirbt

Laut Portfolio wird Serbien im Rahmen der Vereinbarung einen zusätzlichen Anteil von 5 % an NIS erwerben, falls die russische Gazprom Neft den Verkauf ihres Anteils von 56,15 % an MOL durchführt. Die Transaktion würde zudem die Genehmigung des US-Amtes für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) erfordern, das die Durchsetzung von Sanktionen überwacht.

Die zusätzliche Beteiligung würde den Einfluss des serbischen Staates innerhalb des Unternehmens stärken und Regierungsvertretern erweiterte Befugnisse im NIS-Vorstand einräumen. Nach Angaben serbischer Beamter wären diese Befugnisse so weitreichend wie nie zuvor seit der Privatisierung des Unternehmens im Jahr 2008 und würden es Serbien ermöglichen, strategische Entscheidungen zu blockieren, die als schädlich für die nationalen Interessen angesehen werden.

Die Vereinbarung spiegelt die Entschlossenheit Belgrads wider, die Kontrolle über ein Unternehmen zu behalten, das eine zentrale Rolle für die Energiesicherheit des Landes spielt.

MOL garantiert den Betrieb einer wichtigen serbischen Raffinerie

Eine der Hauptprioritäten Serbiens während der Verhandlungen war die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Versorgung mit Kraftstoffen im Inland. Um diesen Bedenken Rechnung zu tragen, verpflichtete sich MOL, den Betrieb der Raffinerie in Pančevo, Serbiens einziger Ölraffinerie, auf einem hohen Auslastungsniveau aufrechtzuerhalten.

Das ungarische Unternehmen versicherte, dass die Anlage weiterhin mit einer durchschnittlichen Jahreskapazität betrieben werde, die mindestens derjenigen entspricht, die in den vier Jahren vor der Einführung der US-Sanktionen erreicht wurde. Die Raffinerie gilt als strategischer Vermögenswert für Serbien, weshalb diese Garantie ein entscheidender Faktor für die Sicherung der staatlichen Unterstützung für das Abkommen war.

Sanktionen erzwangen eine rasche Lösung

Die Frage der Eigentumsverhältnisse wurde zunehmend dringlich, nachdem die Vereinigten Staaten aufgrund der Verbindungen von NIS zum russischen Energiekonzern Gazprom Sanktionen gegen das Unternehmen verhängt hatten. Die Sanktionen wurden im Januar 2025 angekündigt, ihre vollständige Umsetzung wurde jedoch wiederholt verschoben, bevor sie schließlich im Oktober in Kraft traten.

MOL nahm im Januar dieses Jahres erstmals Verhandlungen über den Erwerb der russischen Anteile auf, doch die Gespräche verzögerten sich im Frühjahr. Dem Unternehmen wurden von den US-Behörden mehrere Fristverlängerungen gewährt, wobei die letzte Frist für den Abschluss einer Vereinbarung rasch näher rückte.

Die derzeitige Betriebsgenehmigung, die es NIS ermöglicht, seine Aktivitäten fortzusetzen, ist bis zum 16. Juni gültig, was den Druck auf alle Parteien erhöht, die Transaktion abzuschließen.

Weitere Gespräche werden fortgesetzt, während MOL nach zusätzlichen Partnerschaften sucht

MOL bestätigte am Donnerstag, dass die Verhandlungen mit der serbischen Regierung erfolgreich abgeschlossen worden seien. Die Gespräche mit dem Verkäufer und den zuständigen Behörden dauern jedoch noch an, bevor die Transaktion formell abgeschlossen werden kann.

Gleichzeitig führt der ungarische Ölkonzern Berichten zufolge Gespräche mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) über eine mögliche Minderheitsbeteiligung an NIS. Ein solcher Schritt könnte die Eigentümerstruktur des Unternehmens weiter diversifizieren und möglicherweise Bedenken hinsichtlich des Übergangs weg von russischer Kontrolle ausräumen.

Sollte die Übernahme genehmigt werden, wäre dies eine der bedeutendsten Transaktionen im Energiesektor in Mittel- und Südosteuropa der letzten Jahre. Sie würde die regionale Position von MOL stärken und Serbien dabei unterstützen, die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus den internationalen Sanktionen gegen russische Energieinteressen ergeben.

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