Russlands Rosatom will das ungarische Atomkraftwerk Paks II schneller vorantreiben

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Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom hat sich optimistisch geäußert, das lange verzögerte Projekt des Kernkraftwerks Paks II in Ungarn zu beschleunigen. CEO Alexey Likhachev erklärte, dass die Zusammenarbeit mit der neuen ungarischen Regierung dazu beitragen könnte, das Projekt wieder in Gang zu bringen und den Bau zu beschleunigen.
Rosatom-Chef sagt, man mache so schnell wie möglich Fortschritte
In einer Rede in Moskau betonte Lichatschow, dass die Arbeiten auf der Baustelle bereits in vollem Tempo voranschreiten. Der erste Beton wurde im Februar gegossen, und die Fundamentplatte für den ersten neuen Reaktorblock – den fünften Block des bestehenden Kernkraftwerks Paks – soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Der Bau des zweiten Blocks ist ebenfalls in vollem Gange.
Die Zukunft des Projekts ist jedoch eng mit der sich entwickelnden politischen Landschaft Ungarns verbunden. Der ehemalige Premierminister Viktor Orbán hat kürzlich eingeräumt, dass das Projekt viel früher hätte fertiggestellt werden sollen. In einem Interview nach der Wahl bezeichnete er die Verzögerungen bei Paks II als ein bedeutendes Versagen der Regierung und argumentierte, dass eine schnellere Fertigstellung zu billigerer Energie und einer stärkeren Wirtschaftsleistung hätte führen können.
Theiß möchte mehr Energieversorger haben
In der Zwischenzeit hat die aus den Wahlen als Sieger hervorgegangene Theiss-Partei einen Wechsel in der Energiestrategie signalisiert. Das Programm der Partei sieht vor, die Strom- und Gasimporte zu diversifizieren, die Abhängigkeit von russischer Energie bis 2035 zu verringern und den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2040 zu verdoppeln. Sie hat auch zugesagt, die Investition in Paks II zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf die Kosten und die langfristige Rentabilität.
Trotz der Ungewissheit hat Moskau seine Bereitschaft bekundet, starke bilaterale Beziehungen aufrechtzuerhalten. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass Russland das Ergebnis der demokratischen Entscheidung in Ungarn respektiert und auf eine weitere pragmatische Zusammenarbeit mit der neuen Führung hofft.
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Abgebildetes Bild: Paks II. Atomerőmű Zrt.

