Tausende ungarischer Kneipen und Restaurants schließen in alarmierendem Tempo

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Das ungarische Gastgewerbe befindet sich seit Jahren im Niedergang, und immer mehr Kneipen, Restaurants und Konditoreien im ganzen Land müssen schließen. Viele Lokale konnten nach der Pandemie nicht wiedereröffnen, während steigende Kosten und sinkende Gästezahlen die Unternehmen weiterhin unter starken Druck setzen.

Laut einer aktuellen Analyse von Portfolio sind in Ungarn seit 2010 mehr als 14.000 gewerbliche Gastronomiebetriebe verschwunden. Im vergangenen Jahr waren nur noch rund 35.000 Betriebe in Betrieb, während es zuvor fast 50.000 waren.

Selbst bekannte Budapester Lokale schließen

In den letzten Jahren haben mehrere bekannte Gaststätten sowohl in Budapest als auch auf dem Lande ihre Pforten geschlossen. Die Szegedi Halászcsárda am Belgrád Rakpart hat nach 15 Jahren Betrieb geschlossen, während andere bekannte Namen wie das Most Bisztró, Lehel Íze, Keksz, Roncsbár und Mika Tivadar Kert ebenfalls geschlossen haben. Diese Fälle deuten darauf hin, dass die Welle der Schließungen nicht mehr nur kleinere oder weniger bekannte Lokale betrifft.

Nach Angaben des ungarischen Zentralamts für Statistik (KSH) ist die Zahl der kommerziellen Gaststätten in Budapest zwischen 2013 und 2024 um ein Viertel zurückgegangen, während die landesweite Zahl von mehr als 50.000 auf etwa 36.000 sank. Der dramatischste Rückgang fand während der Covid-19-Pandemie statt, aber viele Betriebe konnten sich danach nicht mehr erholen.

Brancheninsider berichten zunehmend, dass die Kunden weniger ausgeben als früher.

“Die Zahl der Restaurantbesucher mit Kaufkraft nimmt ab. Wir haben in letzter Zeit oft beobachtet, dass die Kunden ein Gericht weniger bestellen. Es gibt weniger Gäste, und der durchschnittliche Warenkorb ist kleiner”, sagte Harmath Csaba, professioneller Direktor des Gault&Millau Restaurantführers, gegenüber G7.

Laut Rudolf Semsei, dem Vizepräsidenten des Ungarischen Hotel- und Gaststättenverbandes, bestellen viele Gäste jetzt einen Gang weniger und wählen auch seltener teurere Getränke. Der stärkste Rückgang ist bei den Bars und Kneipen zu verzeichnen. Statistiken zeigen, dass es in Ungarn im Jahr 2010 noch mehr als 20.000 Kneipen gab, inzwischen sind es weniger als 10.000.

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Restaurants und Konditoreien haben ebenfalls zu kämpfen

Obwohl Kneipen den sichtbarsten Rückgang zu verzeichnen haben, haben auch Restaurants und Konditoreien die Veränderungen zu spüren bekommen. Vor der COVID-Pandemie blieb die Zahl der Restaurants relativ stabil, aber danach begann eine schnellere Welle von Schließungen.

Mehrere Faktoren sind für den Rückgang verantwortlich, darunter:

  • die wachsende Beliebtheit von Online-Essenslieferungen,
  • weniger Menschen, die in traditionellen Restaurants essen,
  • gravierender Mangel an Arbeitskräften,
  • stark steigende Kosten für Energie und Zutaten.

Nach der Pandemie gingen viele Unternehmen und Restaurants in Konkurs, wobei kleinere Betriebe auf dem Land besonders stark betroffen waren. In vielen Städten und Dörfern hat die schrumpfende und alternde Bevölkerung den Kundenstamm ebenfalls erheblich reduziert.

Für Konditoreien waren die steigenden Energie- und Zutatenpreise besonders schädlich. In diesen Geschäften muss viel gekühlt und gebacken werden, während die Kosten für Molkereiprodukte, Schokolade und andere Zutaten in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Gleichzeitig werden die traditionellen Konditoreien zunehmend durch moderne Bäckerei-Café-Ketten ersetzt.

Die Verbreitung von Online-Plattformen für die Lieferung von Lebensmitteln hat den Markt ebenfalls verändert. Es entstehen neue Verbrauchergewohnheiten, denn immer mehr Menschen ziehen es vor, zu Hause zu essen oder Essen zum Mitnehmen zu bestellen.

Kann die Regierung den Niedergang aufhalten?

Im Januar 2026 kündigte die vorherige Regierung einen Sechs-Punkte-Aktionsplan im Wert von rund 100 Milliarden Forint zur Unterstützung der Restaurants an. Ursprünglich zielte das Programm vor allem auf Vollservice-Restaurants mit warmer Küche ab, während Partyshops und Cafés ausgeschlossen waren. Im Februar wurde das Paket jedoch auf Konditoreien ausgeweitet.

Die Maßnahmen umfassten Steuersenkungen, Vorzugsdarlehen und administrative Erleichterungen, die den Gaststättenbetrieben helfen sollten, mit den steigenden Betriebskosten und Lohnerhöhungen fertig zu werden.

Der Zustand des Gastgewerbes wird wahrscheinlich auch für die neue Regierung eine große Herausforderung bleiben. Nach den Wahlen im April erklärte der Ungarische Hotel- und Gaststättenverband, dass der Sektor ein stabiles und berechenbares Geschäftsumfeld erwarte und bot dem von der Tisza-Partei geführten Kabinett eine professionelle Zusammenarbeit an.

Die aktuellen Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass die Probleme, mit denen das Gastgewerbe konfrontiert ist, wahrscheinlich nicht schnell gelöst werden können. Es bleibt unklar, wie die neue Regierung die von der vorherigen Regierung eingeführten Unterstützungsprogramme fortsetzen will. Die Branchenverbände hoffen jedoch, dass die Unterstützung für den Sektor auf der politischen Agenda bleibt, da viele Unternehmen weiterhin mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

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