Ungarischer Schüler übersetzt für Foton in Peking – und findet heraus, dass Europas EV-Zukunft verhandelt wird

Ende April 2026 war ich in Peking und übersetzte für europäische Händler auf dem ersten globalen Medientag von Foton Motor – einer viertägigen Veranstaltung, die parallel zur Beijing International Auto Show stattfand – Mandarin ins Ungarische. Ich bin siebzehn Jahre alt und eine Gymnasiastin aus Érd. Im Rahmen der Veranstaltung half ich bei der Übersetzung von Gesprächen zwischen chinesischen Vertretern und europäischen Händlern.
Der Artikel wurde von einem unserer Leser geschrieben.
Was ich während dieser vier Tage hörte, bot einen näheren Einblick in die Art und Weise, wie chinesische Automobilunternehmen ihre Verbindungen zu europäischen Händlern und Partnern ausbauen – und wie Ungarn zunehmend in dieses Bild passt.
Fabrikbesuche und Testfahrten
Das Programm konzentrierte sich stark auf Werksbesuche und Fahrzeugvorführungen. Am zweiten Tag besichtigten die Teilnehmer das Foton-Werk für schwere Lastwagen Auman und die X-Laboratory-Einrichtungen, wo hochautomatisierte Produktionssysteme neben großen menschlichen Belegschaften arbeiten.
Einige Mitarbeiter erwähnten, dass lange Schichten, manchmal bis zu zwölf Stunden, üblich waren. Gleichzeitig schienen die Anlagen sorgfältig verwaltet zu sein, mit feuchtigkeitskontrollierten Umgebungen und Erholungsräumen für die Arbeiter, einschließlich kleiner Spielbereiche.
Während des gesamten Besuchs herrschte eine auffallend freundliche Atmosphäre. Die Mitarbeiter von Foton überprüften regelmäßig, ob sich die Gäste wohlfühlten, und die Mahlzeiten und der Transport während des Besuchs waren mit viel Liebe zum Detail organisiert. Während der Testfahrten am Nachmittag sprach ich mit mehreren Mitarbeitern, die neugierig auf Ungarn waren und sich wunderten, dass ein siebzehnjähriger Schüler mit ihnen auf Chinesisch kommunizieren konnte.

Am Abend veranstaltete Foton seine Jubiläums-Leistungsschau in Badaling, einem der bekanntesten Abschnitte der Großen Mauer. Führungskräfte präsentierten den internationalen Händlern und Medienvertretern aus mehreren Ländern neue Modelle.
Zu sehen waren Pickups, schwere Lkw, Transporter und Modelle mit alternativen Antrieben, darunter Hybrid-, Elektro- und Wasserstofffahrzeuge. Anstatt sich auf den Preis zu konzentrieren, betonten die Vertreter des Unternehmens wiederholt den globalen Service, die digitalen Unterstützungssysteme und die langfristige internationale Expansion.
Was die europäischen Händler fragen
Ich war bei den offiziellen Treffen zwischen ungarischen und chinesischen Führungskräften nicht anwesend. Viele der informellen Gespräche während der Werksbesichtigungen und des Transports zwischen den Veranstaltungsorten zeigten jedoch, worauf die Händler am meisten Wert legten.
Die Fragen konzentrierten sich auf praktische Themen: die Verfügbarkeit von Ersatzteilen in Mitteleuropa, die Garantieabdeckung, die Kompatibilität der Ladegeräte und die Zeitpläne für das Servicenetz. Die Gespräche deuteten darauf hin, dass viele Teilnehmer bereits über die Umsetzung und nicht erst über die Einführung diskutierten.

Eine Sorge, die informell geäußert wurde, war der schnelle Wertverlust von Elektrofahrzeugen. Händler merkten an, dass einige Elektrofahrzeuge innerhalb weniger Jahre erheblich an Wert verlieren können, was Risiken für den Wiederverkaufsmarkt und die Bestandsplanung mit sich bringt. Foton-Vertreter erkannten das Problem an und bezeichneten die Verbesserung des langfristigen Werterhalts als einen Bereich, dessen sich das Unternehmen bewusst sei.
Ob chinesische Nutzfahrzeugmarken letztendlich in Europa erfolgreich sein werden, bleibt ungewiss, aber das Ausmaß und die Ernsthaftigkeit der Gespräche in Peking waren kaum zu übersehen.
Ungarns wachsende Rolle
Die Veranstaltung spiegelte auch einen breiteren wirtschaftlichen Trend wider, der in Ungarn in den letzten Jahren immer deutlicher sichtbar geworden ist.
Jüngsten Investitionsberichten zufolge erhielt Ungarn im Jahr 2024 etwa 44 Prozent der nach Europa fließenden chinesischen Investitionen. Chinesische Unternehmen, darunter BYD und CATL, haben bereits große Projekte in Ungarn angekündigt, insbesondere im Bereich der Herstellung von Elektrofahrzeugen und Batterien.
Foton stellt einen kleineren Teil dieser breiteren Expansion dar, aber der Medientag des Unternehmens – der als der erste einer geplanten jährlichen Reihe beschrieben wird – zeigte, wie chinesische Hersteller Beziehungen zu Händlern und Medienpartnern in ganz Europa aufbauen.


Die Teilnehmer aus mehreren Ländern reisten während des viertägigen Programms gemeinsam in von Unternehmen organisierten Bussen zwischen den Fabriken, Hotels und Veranstaltungsorten. Am letzten Tag besuchten die Teilnehmer die Beijing International Auto Show während der Eröffnung der Medienvorschau, auf der chinesische Hersteller eine zunehmend wettbewerbsfähige Palette von Elektro- und Nutzfahrzeugen präsentierten.
Vier Tage lang beobachtete ich in Peking, wie chinesische Hersteller, europäische Händler und ungarische Vertreter nicht darüber diskutierten, ob eine Zusammenarbeit stattfinden würde, sondern wie schnell sie sich ausweiten könnte. Von den Fabrikhallen bis hin zur Logistik der Händler schien die Beziehung nicht mehr nur theoretisch, sondern bereits operativ zu sein.


