Ungarischer Verdächtiger im Rahmen einer Europol-Ermittlung gegen ein Netzwerk identifiziert, das Frauen unter Drogen setzt und vergewaltigt

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Im Rahmen einer groß angelegten internationalen Ermittlung gegen kriminelle Online-Netzwerke, denen vorgeworfen wird, Frauen unter Drogen zu setzen und zu vergewaltigen, wurde laut Angaben der ungarischen Nationalpolizeibehörde (ORFK) ein ungarischer Verdächtiger identifiziert.

Die Ermittlungen finden im Rahmen des Projekts „Medusa“ statt, einer von Europol koordinierten Operation, bei der bereits mehr als 150 mutmaßliche Täter und Opfer in mehreren Ländern identifiziert wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß der Straftaten erheblich größer sein könnte.

Ungarische Polizei leitet strafrechtliche Ermittlungen ein

In einer an Telex übermittelten Erklärung bestätigte die ORFK, dass die Abteilung für Cyberkriminalität des Nationalen Ermittlungsamtes (KR NNI) aktiv an der internationalen Operation beteiligt ist. Im Rahmen der Ermittlungen gelang es den Beamten, einen ungarischen Nutzer zu identifizieren, woraufhin die Behörden ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf sexuelle Nötigung einleiteten.

Anschließend durchsuchte die Polizei die Wohnung des Verdächtigen und beschlagnahmte dort elektronische Geräte sowie digitale Speichermedien. Nach Angaben der ORFK wird derzeit eine forensische Analyse der beschlagnahmten Daten durchgeführt. Es wurden keine weiteren Einzelheiten zum Verdächtigen bekannt gegeben, und die Ermittlungen dauern an.

Eine frühere Zusammenarbeit führte bereits zu einem weiteren ungarischen Verdächtigen

Die ORFK wies zudem darauf hin, dass die aktuelle Operation auf einer früheren internationalen Zusammenarbeit aufbaut. Ermittler der Abteilung für Cyberkriminalität der KR NNI hatten zuvor an Fällen im Zusammenhang mit der Website „Motherless“ gearbeitet, einer Plattform für Erwachseneninhalte, die bereits in mehreren Ländern Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen war. Diese frühere Zusammenarbeit führte ebenfalls zur Identifizierung und Vernehmung eines ungarischen Verdächtigen.

Opfer sind sich oft nicht bewusst, dass sie Opfer eines Übergriffs geworden sind

Laut Europol deckte das Projekt „Medusa“ hochgradig organisierte kriminelle Gruppen auf, deren Mitglieder Frauen angeblich unter Drogen setzten und sexuell missbrauchten, während sie Online-Chatgruppen nutzten, um die Straftaten zu erleichtern, zu koordinieren und zu fördern. Die Plattformen dienten Berichten zufolge als Orte, an denen überwiegend männliche Täter Informationen austauschten, Übergriffe planten und Fotos sowie Videos der Übergriffe teilten.

Die Ermittler geben an, dass viele Opfer keine Ahnung hatten, dass sie missbraucht worden waren, bis die Polizei im Rahmen der Ermittlungen Kontakt zu ihnen aufnahm. Die Behörden stellten zudem fest, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern in den meisten Fällen um Personen handelte, die die Opfer kannten und denen sie vertrauten. In einigen Fällen waren mehrere miteinander verbundene Täter beteiligt.

Die Ermittlungen folgten auf den Fall „Pelicot“ in Frankreich

Die internationale Operation wurde im Zuge eines der schockierendsten Fälle sexueller Gewalt in Frankreich ins Leben gerufen. Dominique Pelicot wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, nachdem ein französisches Gericht festgestellt hatte, dass er seine Frau über einen Zeitraum von etwa einem Jahrzehnt hinweg wiederholt unter Drogen gesetzt und Dutzende von Männern, die er online angeworben hatte, dazu eingeladen hatte, sie zu vergewaltigen, während sie bewusstlos war.

Seine ehemalige Ehefrau, Gisèle Pelicot, entschied sich während des Prozesses dafür, auf ihre Anonymität zu verzichten, und wurde so zu einem internationalen Symbol im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Seit der Aufdeckung des Falls wurden in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland und Polen, ähnliche Ermittlungen eingeleitet, die vergleichbare Missbrauchsmuster aufdeckten.

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