Ungarn beginnt offiziell mit den Vorbereitungen für den Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft

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Ungarn hat offiziell mit den Vorbereitungen für den Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) begonnen. Dies ist ein wichtiger Schritt in den Beziehungen des Landes zu den Institutionen der Europäischen Union und den Mechanismen zur Betrugsbekämpfung.

Laut einer von der Ständigen Vertretung Ungarns bei der Europäischen Union veröffentlichten Erklärung ist der Beitrittsprozess nun im Gange und könnte bis 2027 abgeschlossen sein. Die Ankündigung folgt auf ein Treffen zwischen Justizministerin Márta Görög und EPPO-Chefanklägerin Laura Codruţa Kövesi am Freitag, bei dem Ungarn sein Engagement bekräftigt hat, ein aktiver und konstruktiver Partner in der Arbeit der Organisation zu werden.

Regierung bestätigt Engagement für EPPO-Mitgliedschaft

In ihrer offiziellen Erklärung erklärte die Ständige Vertretung Ungarns bei der EU, dass die Vorbereitungen für den Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft formell begonnen hätten. Die Regierung wies darauf hin, dass der Beitritt bereits im Jahr 2027 abgeschlossen sein könnte.

Bei Gesprächen mit Laura Codruţa Kövesi, der ehemaligen Leiterin der rumänischen Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft und derzeitigen Europäischen Chefanklägerin, betonte Justizminister Görög, dass Ungarn bereit sei, sich aktiv an den Aktivitäten der EPPO zu beteiligen.

Diese Entwicklung folgt auf das Treffen von Premierminister Péter Magyar mit der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen Ende Mai. Zu Beginn der Gespräche überreichte Magyar Berichten zufolge den offiziellen Antrag Ungarns auf Beitritt zur EPPO.

Im Anschluss an das Treffen gaben die beiden Staatsoberhäupter auch eine politische Einigung über 16,4 Milliarden Euro an zuvor eingefrorenen EU-Mitteln bekannt. Einen Tag später erklärte Magyar, dass die Europäische Staatsanwaltschaft ihre Arbeit in Ungarn bereits Anfang 2027 aufnehmen könnte.

Eines der wichtigsten Wahlversprechen der Tisza-Partei

Der Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft gehörte zu den frühesten und prominentesten Versprechen der Tisza-Partei. Der Vorschlag hat auch eine relativ breite öffentliche Unterstützung in Ungarn gefunden.

Laut einer vor zwei Jahren durchgeführten Meinungsumfrage befürwortete sogar ein erheblicher Teil der Fidesz-Wähler den Beitritt Ungarns zur europäischen Betrugsbekämpfungsbehörde, schreibt Telex.

Es wird erwartet, dass dieser Schritt die Aufsicht über die Verwendung von EU-Geldern stärken und die Instrumente zur Untersuchung von Korruption und Finanzverbrechen zu Lasten des EU-Haushalts erweitern wird.

Welche Befugnisse hat die EPPO?

Die Europäische Staatsanwaltschaft ist eine einzigartige unabhängige Einrichtung, die für die Untersuchung und Verfolgung von Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der Europäischen Union zuständig ist.

Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst:

  • Betrug zum Nachteil des EU-Haushalts;
  • Missbrauch von EU-Geldern, der 10.000 EUR übersteigt;
  • Fälle von Mehrwertsteuerbetrug mit einem Schaden von über 10 Millionen Euro;
  • Grenzüberschreitender Mehrwertsteuerbetrug, der mehrere EU-Länder betrifft.

Im Gegensatz zu vielen anderen EU-Agenturen ist die EPPO nicht nur befugt, Ermittlungen einzuleiten, sondern auch als Strafverfolgungsbehörde innerhalb der nationalen Justizsysteme zu agieren.

Einer der wichtigsten Aspekte des geplanten Beitritts Ungarns besteht darin, dass die EPPO in der Lage sein könnte, bestimmte Fälle rückwirkend zu untersuchen, was möglicherweise neue Wege für die Untersuchung von Betrugs- und Korruptionsverdachtsfällen eröffnet, die EU-Mittel betreffen.

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