Ungarn prüft Ausgaben in Höhe von 13 Millionen Euro für Privatjet-Reisen des ehemaligen Außenministers Szijjártó, strafrechtliche Haftung wird geprüft

Sprache ändern:

Das ungarische Außenministerium teilt mit, dass es Ausgaben in Höhe von fast 4,9 Milliarden HUF (rund 13 Millionen Euro) für Privatjet-Charter untersucht, die zwischen 2022 und 2026 für Dienstreisen des ehemaligen Außenministers Péter Szijjártó genutzt wurden; die Behörden prüfen nun auch die Möglichkeit einer strafrechtlichen Haftung.

Die Zahlen wurden von György Velkey, dem parlamentarischen Staatssekretär des Ministeriums, veröffentlicht, der erklärte, die Informationen seien im Rahmen einer laufenden internen Überprüfung der bisherigen Ausgaben des Ministeriums zutage getreten.

Die Kosten für Privatjets stiegen von Jahr zu Jahr

Den vom Ministerium veröffentlichten Daten zufolge,

wurden in diesem Fünfjahreszeitraum für Szijjártós Dienstreisen 53 Mal Privatflugzeuge gechartert, wobei Gesamtkosten in Höhe von 4.865.701.595 HUF entstanden.

Die Aufschlüsselung nach Jahren sieht wie folgt aus:

  • 2022: 5 Charterflüge im Wert von 296,3 Millionen HUF
  • 2023: 13 Charterflüge im Wert von 850,4 Millionen HUF
  • 2024: 15 Charterflüge im Wert von 1,52 Milliarden HUF
  • 2025: 19 Charterflüge mit Kosten in Höhe von 2,04 Milliarden HUF
  • 2026: 1 Charterflug im Wert von 161,7 Millionen HUF

Anfang dieser Woche gab das Ministerium bekannt, dass allein die Anmietung von Privatflugzeugen für Szijjártós Dienstreisen die Steuerzahler im Jahr 2025 mehr als 2 Milliarden HUF gekostet habe.

Überprüfung wirft Fragen zu den Ausgaben auf

In einem Facebook-Beitrag argumentierte Velkey, die Überprüfung habe einen stetigen Anstieg der Ausgaben für Privatjet-Reisen im Laufe der Jahre aufgezeigt. Er behauptete zudem, dass gecharterte Flugzeuge nicht nur für Fernziele wie Washington, New York, Peking, Turkmenistan und die Philippinen genutzt worden seien, sondern auch für wesentlich kürzere regionale Reisen nach Belgrad, Bukarest und sogar für die Rückreise aus Wien.

Der Staatssekretär behauptete ferner, dass einige Charterflüge zwar bezahlt, aber nie genutzt worden seien. Seinem Beitrag zufolge sei ein Flugzeug im Wert von mehr als 18 Millionen HUF für eine Reise nach Bratislava gebucht worden, sei aber letztendlich nicht zum Einsatz gekommen. Er behauptete zudem, dass ein weiteres Flugzeug, das für 32 Millionen HUF für geplante Reisen auf die Malediven und in den Libanon gechartert worden war, nie gestartet sei.

Strafrechtliche Haftung wird geprüft

Velkey erklärte, die Überprüfung durch das Ministerium werde nun über die finanzielle Analyse hinausgehen. „Als nächsten Schritt prüfen wir auch die Frage der strafrechtlichen Haftung“, schrieb er, ohne weitere Einzelheiten darüber zu nennen, welche rechtlichen Maßnahmen gegebenenfalls folgen könnten. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels hatte Péter Szijjártó noch nicht öffentlich auf die jüngsten Erklärungen des Ministeriums reagiert.

Falls Sie es verpasst haben: Flugtransponder entlarven Privatjets: Bereiten Oligarchen mit Verbindungen zum Orbán-System eine Flucht vor?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *