Velence-See in kritischer Gefahr: Durchgängiges Gewässer könnte verschwinden

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Der ungarische Velence-See hat einen kritischen Zustand erreicht, nachdem der Wasserstand bis Mitte Mai auf nur 66 Zentimeter gesunken ist. Dies weckt Befürchtungen, dass der drittgrößte natürliche See des Landes in den Sommermonaten teilweise austrocknen könnte.

Schlimme Lage am Velence-See

Nach Ansicht von Experten liegt der aktuelle Pegelstand dramatisch unter dem normalen Betriebsbereich des Sees von 140 bis 170 Zentimetern. Imre Pálinkás, Leiter der lokalen Niederlassung des Ungarischen Nationalen Anglerverbandes (MOHOSZ), warnte, dass ohne erhebliche Regenfälle oder künstliche Wasserauffüllung die kontinuierliche Wasseroberfläche des Sees ganz verschwinden könnte.

Er sagte, wenn der Wasserstand um weitere 30 bis 40 Zentimeter sinkt, könnte der Velence-See nicht mehr als ein einziges Gewässer existieren. Stattdessen könnten isolierte kleinere Teiche über das Seebett verteilt entstehen, wie Portfolio berichtet.

Verdunstung und Trockenheit verschlimmern die Situation

Die Region um den See leidet seit Jahren unter anhaltender Trockenheit, und die Prognosen deuten darauf hin, dass in den kommenden Wochen kaum nennenswerte Niederschläge fallen werden. Die traditionell feuchtere Medárd-Periode im Juni könnte die Situation noch verbessern, aber Experten bleiben vorsichtig.

Pál Árpád Eötvös, Bürgermeister von Gárdony, sagte, der Velence-See verliere im Sommer enorme Mengen an Wasser durch Verdunstung. In den wärmeren Monaten kann der See in einem einzigen Monat 15-20 Zentimeter verdunsten, wobei der tägliche Verlust bei einem Zentimeter liegt. Beide Stauseen, die den See versorgen, sind derzeit leer, so dass es nur wenige unmittelbare Möglichkeiten gibt, den Wasserstand zu stabilisieren.

Wassertransfer aus der Donau könnte die einzige Lösung sein

Lokale Beamte sagen, dass eine groß angelegte Wasserauffüllung aus der Donau die einzige realistische langfristige Lösung sein könnte. Ein solches Projekt würde jedoch erhebliche staatliche Investitionen, politische Unterstützung und geeignete Flussbedingungen erfordern.

Abgebildetes Bild: Wikimedia Commons

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