Wann wird Ungarn der Eurozone beitreten? Neue Prognose deutet auf einen späteren Zeitpunkt hin

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Es ist unwahrscheinlich, dass Ungarn sein zuvor diskutiertes Ziel, den Euro bis 2030 einzuführen, erreichen wird, da eine Reihe wirtschaftlicher Anforderungen den Zeitplan für den Beitritt zur Eurozone verzögern könnten.

Laut einem Bericht von Portfolio gehen Analysten der MBH Bank davon aus, dass Ungarn möglicherweise mehr Zeit als bisher erwartet benötigen wird, um alle für die Einführung des Euro erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen.

Bei einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz erklärte Zoltán Árokszállási, Leiter des Analysezentrums der MBH, dass das Ziel für 2030 einen besonders straffen Zeitplan erfordern würde. Ungarn müsste nicht nur die erforderlichen wirtschaftlichen Kriterien erfüllen, sondern auch mindestens zwei Jahre im Wechselkursmechanismus ERM II verbringen, der oft als „Wartezimmer“ für die Euro-Einführung bezeichnet wird.

Die Inflation könnte eines der größten Hindernisse darstellen

Analysten der MBH sind der Ansicht, dass die Inflation nach wie vor eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Euro-Mitgliedschaft darstellt. Auch wenn gelegentlich günstige Inflationszahlen zu verzeichnen sind, erfordert die Einführung der gemeinsamen Währung langfristige Preisstabilität – etwas, das sich für Ungarn in den letzten Jahren als schwierig erwiesen hat.

Die Bank rechnet damit, dass die durchschnittliche jährliche Inflationsrate in diesem Jahr bei etwa 2,7 % liegen wird. Im Jahr 2026 könnte sich das Preiswachstum jedoch wieder beschleunigen und sich 3,7 % annähern. Die schrittweise Aufhebung der derzeitigen Preisregulierungsmaßnahmen und eine Erholung der Konsumausgaben könnten zu einem steigenden Inflationsdruck beitragen.

Árokszállási wies darauf hin, dass das Ziel für 2030 möglicherweise zu ehrgeizig sei.

„Wir gehen davon aus, dass Ungarn wahrscheinlich nicht bis 2030 bereit sein wird, der Eurozone beizutreten, sondern eher ein oder zwei Jahre später“, sagte er.

Die Inflation ist nicht der einzige Faktor, der den Zeitplan beeinflussen wird. Auch das Wirtschaftswachstum und die Haushaltsstabilität werden eine Rolle dabei spielen, wann Ungarn den Euro realistisch gesehen einführen könnte.

Länder, die der Eurozone beitreten wollen, müssen die Maastricht-Kriterien erfüllen, die Anforderungen an Inflation, Haushaltsdefizite, Staatsverschuldung und Wechselkursstabilität festlegen. Die Erfüllung dieser Bedingungen hat oft Jahre gedauert. Heute verwenden 21 Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Euro. Kroatien wurde 2023 nach fast einem Jahrzehnt der Vorbereitung das jüngste Mitglied der Eurozone.

Falls Sie es verpasst haben: Was wäre der „richtige“ Euro-Kurs für Ungarn? Ein Analyst rechnet nach

Starker Forint und schnelleres Wachstum erwartet

Auch der Wechselkurs des Forint wurde während der Pressekonferenz thematisiert. In den letzten Monaten haben mehrere Exporteure argumentiert, dass die Aufwertung der ungarischen Währung den Wettbewerb im Ausland erschwert habe. MBH-Analysten sind jedoch der Ansicht, dass der Zusammenhang zwischen Wechselkursschwankungen und der Exportleistung oft überbewertet wird.

Die Bank geht davon aus, dass der Euro-Forint-Wechselkurs in den kommenden Jahren nahe 360 bleiben wird.

Laut Árokszállási wird die langfristige Wettbewerbsfähigkeit ungarischer Unternehmen weitaus stärker von Produktivitätssteigerungen und Effizienzverbesserungen abhängen als von kurzfristigen Währungsschwankungen.

Die MBH prognostiziert für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,6 %, das hauptsächlich durch stärkere Konsumausgaben getrieben wird. Das Wachstum könnte sich im nächsten Jahr auf rund 3 % beschleunigen, insbesondere wenn Fortschritte bei der Sicherung des Zugangs zu EU-Mitteln erzielt werden. Langfristig könnte ein Wachstum von über 3 % erreichbar sein, obwohl dies erhebliche Produktivitätssteigerungen in der gesamten ungarischen Wirtschaft erfordern würde.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren könnte auch den Zeitplan für die Einführung des Euro beeinflussen.

Gleichzeitig verläuft die Euro-Einführung selten nach dem ursprünglichen Zeitplan. Mehrere Länder in der Region mussten ihre Zieltermine revidieren, als sich Inflation, Haushaltsdefizite oder andere Wirtschaftsindikatoren nicht wie erwartet entwickelten. Daher garantiert die Festlegung eines Zieltermins allein nicht, wann ein Land letztendlich der Eurozone beitreten wird.

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