Was nun? Ungarns strategische Treibstoffreserven gehen zur Neige

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Die ungarische Kraftstoffversorgung zeigt beunruhigende Anzeichen von Anspannung, nachdem das ungarische Energieunternehmen MOL mehrere kleinere Tankstellen darüber informiert hat, dass der ihnen zugewiesene Anteil an den strategischen Dieselreserven vollständig aufgebraucht ist. Die Mitteilung, die in den letzten Tagen verschickt wurde, deutet darauf hin, dass einige Einzelhändler die begrenzten Mengen, die zuvor aus den nationalen Notvorräten verteilt wurden, aufgebraucht haben.

Verbrauchen wir wirklich so viel Kraftstoff? Anscheinend ja

Branchenexperten zufolge wurden die Briefe nur an diejenigen Händler verschickt, die die ihnen zugewiesenen Reserven bereits aufgebraucht haben. Diese strategischen Vorräte waren im Voraus in festen Mengen unter den Großhandelspartnern aufgeteilt worden, was bedeutet, dass die Verfügbarkeit von Tankstelle zu Tankstelle variiert. Das folgende Zitat ist ein Auszug aus dem Brief des ungarischen Ölriesen MOL, der an mehrere kleinere Tankstellen geschickt wurde:

Wir teilen Ihnen hiermit mit, dass die Ihnen zur Verfügung gestellte normale Quote für Dieselprodukte aus strategischen Reserven gemäß Abschnitt 3 des Regierungsdekrets Nr. 52/2026 (III.9.) aufgebraucht wurde.

Risiko einer Kettenreaktion

Nach Ansicht von Gábor Egri, dem Vorsitzenden der Független Benzinkutak Szövetsége (Verband unabhängiger Tankstellen), könnte diese Entwicklung ein größeres Ungleichgewicht in der Versorgung auslösen. Wenn einem Teil der Tankstellen der preislich begrenzte Kraftstoff ausgeht, werden die Autofahrer wahrscheinlich zu den verbleibenden Standorten strömen. Allerdings stoßen diese Tankstellen sowohl bei der Lagerung als auch bei der Logistik an ihre Grenzen, so dass die Gefahr besteht, dass auch ihnen bald der Sprit ausgeht.

Dieser potenzielle Dominoeffekt könnte sich allmählich über das ganze Land ausbreiten und an die Unterbrechungen während der ungarischen Treibstoffkrise im Jahr 2022 erinnern. Egri warnt davor, dass sich solche lokalen Engpässe zu breiteren Versorgungsproblemen ausweiten könnten, wenn die Nachfrage weiterhin die Verfügbarkeit übersteigt, berichtet 444.

mol petrol station fuel
Foto: MOL

Preisobergrenzen erhöhen den Druck auf den Einzelhandel

Die Situation wird zusätzlich durch die geltenden Vorschriften erschwert, nach denen Tankstellen weiterhin Treibstoff zu gedeckelten Preisen verkaufen müssen, wenn sie dies in den letzten Monaten getan haben. Das bedeutet, dass die Einzelhändler Kraftstoff zu festen Preisen anbieten müssen, auch wenn sie ihn außerhalb der strategischen Reserven beziehen.

MOL hat bestätigt, dass es, sobald die einem Partner zugewiesene Reserve erschöpft ist, weiterhin Treibstoff aus eigener Produktion liefern wird – aber immer noch zum gedeckelten Preis. Infolgedessen sind die Einzelhändler praktisch gezwungen, den Kraftstoff ohne Gewinn zu verkaufen, da Einkaufs- und Verkaufspreis identisch sind. Dies gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der finanziellen Tragfähigkeit kleinerer, unabhängiger Tankstellen, von denen viele bereits unter Druck stehen.

Globale Faktoren verschlechtern die Angebotsaussichten

Die Verknappung des Angebots ist nicht nur ein inländisches Problem. Die anhaltende Instabilität auf den globalen Ölmärkten in Verbindung mit reduzierten Raffineriekapazitäten und rückläufigen Importen aufgrund von Preisobergrenzen übt zusätzlichen Druck auf das ungarische Kraftstoffsystem aus. Auch die Nachfrage ist in den letzten Monaten stark angestiegen, insbesondere nach Diesel.

Brancheninsider stellen fest, dass seit Wochen Diskussionen über die Erschöpfung der strategischen Reserven im Umlauf sind. Jüngste Daten deuten darauf hin, dass die ungarischen Bestände im März erheblich geschrumpft sind, was zum Teil auf den gestiegenen Verbrauch und den Aufbau von Lagerbeständen durch die Marktteilnehmer zurückzuführen ist.

Die Reserven werden zwar allmählich wieder aufgefüllt, aber der derzeitige Kurs wirft die Frage auf, wie lange das System noch halten kann. Experten warnen, dass Ungarn ohne Anpassungen – entweder bei den Versorgungsmechanismen oder bei der Preispolitik – in naher Zukunft mit erneuten Störungen bei der Verfügbarkeit von Treibstoff konfrontiert werden könnte.

Gekennzeichnetes Bild: MOL/Facebook

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