Ungarischer Top 50 Krimineller in Deutschland gefasst

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Ein ungarischer Betrugsverdächtiger, der auf der polizeilichen Top 50-Liste der Meistgesuchten steht, wurde in Stuttgart verhaftet, nachdem er angeblich jahrelang Kunden mit gefälschten Renovierungsaufträgen betrogen hatte, bevor er ins Ausland floh.

Nach Angaben der ungarischen Polizei und einem Bericht der HVG wurde gegen den 43-jährigen László P. sowohl ein Europäischer Haftbefehl als auch ein internationaler Haftbefehl wegen Betrugs und Veruntreuung in Verbindung mit mehreren Opfern erlassen.

Die Ermittler sagen, dass der Verdächtige zwischen 2019 und 2021 von sieben verschiedenen Kunden Vorschüsse für Renovierungsarbeiten annahm und Geld für Arbeit und Baumaterialien kassierte. Die versprochenen Arbeiten wurden jedoch angeblich nie ausgeführt, woraufhin er verschwand und den Kontakt zu den Kunden abbrach.

Aufgrund der Schwere und des wiederholten Charakters der mutmaßlichen Straftaten setzte die ungarische Polizei ihn auf ihre hochkarätige Liste der Top 50 gesuchten Flüchtigen, die Verdächtige enthält, die zu den bedeutendsten offenen Kriminalfällen des Landes gehören.

Verhaftet bei der Arbeit auf einer Baustelle in Deutschland

Der Mann wurde schließlich in Stuttgart, Deutschland, aufgespürt, wo die Behörden herausfanden, dass er als Bauarbeiter gearbeitet hatte.

Die Fahndung wurde von der Abteilung für Zielfahndung des ungarischen National Bureau of Investigation (KR NNI) am 10. Februar eingeleitet, nachdem Hinweise vorlagen, dass er nach Deutschland geflohen war. Die ungarischen Ermittler koordinierten daraufhin die Fahndung mit der deutschen Polizei über das internationale Fahndungsnetz ENFAST, während sich auch das ungarische Zentrum für internationale Zusammenarbeit in Strafsachen (NEBEK) an der Operation beteiligte.

Nach weiterer Koordinierung über den grenzüberschreitenden Polizeikanal SIRENE konnten die deutschen Behörden seinen Aufenthaltsort bestätigen und lokalisieren.

Die Festnahme erfolgte am 24. März, wobei deutsche Beamte den Verdächtigen mit Unterstützung ungarischer Ermittler in Stuttgart festnahmen.

Auslieferung an Ungarn könnte bald erfolgen

Nach der Verhaftung setzte sich das ungarische Polizeipräsidium sofort mit den deutschen Behörden in Verbindung, um die Überstellung des Verdächtigen nach Ungarn zu beschleunigen.

Im Falle einer Auslieferung wird sich der Mann voraussichtlich einem Verfahren wegen mehrerer Betrugs- und Veruntreuungsvorwürfe im Zusammenhang mit den Renovierungsbetrügereien stellen müssen.

Der Fall hat gezeigt, dass die europäische polizeiliche Zusammenarbeit bei der Aufspürung von ungarischen Flüchtigen, die im Ausland untertauchen wollen, immer häufiger genutzt wird, insbesondere in Deutschland und Österreich, wo die Arbeitsmigration die Identifizierung von Verdächtigen erschweren kann.

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Warum dieser Fall in Ungarn nachhallt

Die Geschichte könnte vielen Menschen in Ungarn bekannt vorkommen, wo Betrügereien bei der Renovierung von Häusern in letzter Zeit zu einem immer größeren Problem für die Verbraucher geworden sind.

Da staatliche Förderprogramme für Hausrenovierungen und ländliche Renovierungszuschüsse immer noch den Wohnungsmarkt beeinflussen, sind Betrugsfälle mit Vorauszahlungen und verschwundenen Bauunternehmern besonders heikel.

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