Budapest schafft ab Juli die Parkuhren ab und erhöht die Gebühren

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Das Parken in Budapest wird sich in diesem Sommer grundlegend ändern, denn ab dem 1. Juli 2026 werden in der ungarischen Hauptstadt alle Parkuhren auf der Straße abgeschafft. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2024 werden Autofahrer nicht mehr an Automaten zahlen können, sondern müssen die Parkgebühren digital begleichen, vor allem über mobile Anwendungen.

Die Einführung war ursprünglich für Anfang 2026 geplant, wurde dann aber verschoben, um dem Budapester Verkehrszentrum (BKK) die Möglichkeit zu geben, eine Parking-fähige Version seiner BudapestGO-App zu entwickeln. Trotz der Verzögerungen und der Tatsache, dass die App noch nicht ganz fertig ist, haben die Behörden bestätigt, dass die Abschaffung der Parkautomaten wie geplant erfolgen wird, berichtet Népszava.

Die Autofahrer werden von neu installierten Hinweisschildern geleitet, die alle 75 Meter aufgestellt werden (deutlich häufiger als der derzeitige Abstand von 250 Metern), um sicherzustellen, dass sie die digitalen Zahlungsmöglichkeiten kennen.

Warum werden die Parkuhren abgeschafft?

Die Stadtverwaltung argumentiert seit langem, dass das bestehende System ineffizient und kostspielig ist. In einigen Bezirken kostet der Betrieb der Parkuhren Berichten zufolge jährlich bis zu 100 Millionen HUF (275.000 EUR), während die mit dem Parken verbundenen Ausgaben insgesamt 60-70% der Einnahmen verschlingen können.

Die Reform wurde auch durch die seit langem bestehende Besorgnis über Korruptionsrisiken im Zusammenhang mit Parkunternehmen und kontroversen Ausschreibungen für Parkautomaten gerechtfertigt.

Obwohl viele Bezirksgemeinden zögerten, sich von einem System zu trennen, das beträchtliche Einnahmen generiert, ist die stadtweite Verordnung verbindlich, was bedeutet, dass alle Parkuhren bis zum Juli außer Betrieb genommen werden müssen.

Begrenzte Bargeldoptionen werden bleiben

Trotz der Umstellung auf das digitale System wird es in Budapest weiterhin eingeschränkte Barzahlungsmöglichkeiten geben. Autofahrer werden weiterhin per SMS bezahlen können, eine Methode, die bereits weit verbreitet ist.

Darüber hinaus wird möglicherweise eine neue Option eingeführt, die es Autofahrern ermöglicht, die Parkgebühren in den Parkbüros der Bezirke in bar zu begleichen. In diesem Fall müssen die Autofahrer innerhalb von 24 Stunden eine feste Gebühr für drei Stunden entrichten, danach werden Strafgebühren fällig, schreibt Vezess.hu.

Eine endgültige Entscheidung über diese Alternativen wird von der Stadtverordnetenversammlung in den kommenden Wochen erwartet.

Budapest parking system may change
Parken in Erzsébetváros, dem 7. Bezirk von Budapest. Foto: Facebook/Niedermüller Péter

Parkgebühren sollen deutlich steigen

Neben der digitalen Umstellung wird Budapest ab dem 1. Juli auch eine erhebliche Erhöhung der Parkgebühren vornehmen, die bereits vor zwei Jahren beschlossen worden war.

Die neuen Stundensätze werden wie folgt sein:

  • Zone A: HUF 800 (vorher 600), werktags 8:00-22:00
  • Zone B: HUF 600 (vorher 450), werktags bis 20:00 Uhr
  • Zone C: HUF 400 (vorher 300), werktags 8:00-18:00
  • Zone D: HUF 300 (vorher 200), werktags 8:00-18:00

Geplante Ermäßigungen, wie z.B. eine 25%ige Ermäßigung für Nutzer, die über die BudapestGO-App bezahlen oder Monatskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel besitzen, können noch nicht angewendet werden, bis die Parkfunktion der App fertiggestellt ist.

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Parkzonen in Budapest ab dem 1. Februar 2026. Foto: BKK

Künftige Änderungen für Elektro- und Schwerfahrzeuge

Weitere Reformen sind bereits am Horizont zu erkennen. Ab dem 1. Januar 2027 wird das kostenlose Parken für Fahrzeuge mit grüner Plakette abgeschafft. Außerdem werden für schwerere Fahrzeuge höhere Gebühren fällig: Autos mit Verbrennungsmotor, die mehr als 1.800 Kilogramm wiegen, und Elektrofahrzeuge, die mehr als 2.000 Kilogramm wiegen, müssen doppelte Parkgebühren zahlen.

Eine kontroverse, aber weitreichende Reform

Die Überarbeitung ist eine der bedeutendsten Änderungen des Budapester Parksystems seit Jahren. Sie zielt darauf ab, die Zahlungsmethoden zu modernisieren, die Kosten zu senken und seit langem bestehende Ineffizienzen zu beseitigen. Da die digitale Infrastruktur jedoch noch unvollständig ist und einige Details noch nicht geklärt sind, wird die Umstellung in den kommenden Monaten noch Gegenstand von Diskussionen sein.

Falls Sie es verpasst haben: In wenigen Tagen werden die Parkgebühren in einem belebten Budapester Einkaufszentrum drastisch erhöht!

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