EU-Spitzenpolitiker begrüßen Péter Magyars ersten Gipfel: „Ungarn hat einen pro-europäischen Kurs eingeschlagen“

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Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs äußerten sich optimistisch über den neuen Kurs Ungarns unter Ministerpräsident Péter Magyar, als dieser am Donnerstag an seinem ersten EU-Gipfel in Brüssel teilnahm.

Das Treffen stellte einen historischen Moment dar, da Ungarn zum ersten Mal seit 16 Jahren durch einen anderen Ministerpräsidenten als Viktor Orbán im Europäischen Rat vertreten war. Bei ihrer Ankunft zum Gipfel signalisierten mehrere Regierungschefs, dass sie von Budapest unter der neuen Führung einen pro-europäischeren und kooperativeren Ansatz erwarten.

Der luxemburgische Ministerpräsident Luc Frieden erklärte, seine ersten Begegnungen mit Magyar hätten einen positiven Eindruck hinterlassen.

„Schon bei meinen ersten Begegnungen mit ihm konnte ich deutlich erkennen, dass er wesentlich pro-europäischer eingestellt ist, und dies wird uns helfen, bestimmte Probleme hinter uns zu lassen“, sagte Frieden und bezog sich dabei auf die möglichen Veränderungen, die der jüngste politische Wandel in Ungarn mit sich gebracht hat.

Österreichs Bundeskanzler lobt Ungarns neuen Kurs

Zu den deutlichsten Bekundungen der Unterstützung gehörte die des österreichischen Bundeskanzlers Christian Stocker, der die Ukraine als eines der zentralen Themen auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens hervorhob.

Stocker begrüßte, dass Ungarn seine Einwände gegen die Eröffnung des ersten Kapitelblocks der EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine zurückgezogen habe.

„Ungarn hat sich für einen pro-europäischen Weg entschieden. Einen konservativen, aber pro-europäischen Weg“, sagte Stocker.

Der österreichische Regierungschef erinnerte zudem an sein früheres Treffen mit Péter Magyar in Wien und erklärte, er sei „sehr optimistisch“, dass das ungarische Wahlergebnis positive Auswirkungen innerhalb der Europäischen Union haben werde.

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Foto: MTI//EPA/Olivier Matthys

Regionale Zusammenarbeit wieder auf der Tagesordnung

Auch der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich zum bevorstehenden Gipfeltreffen der Visegrad-Gruppe, das nächste Woche in Gödöllő stattfinden soll.

Laut Tusk wird das Treffen von besonderer Bedeutung sein, da es das erste Zusammentreffen der V4-Ministerpräsidenten seit zwei Jahren sein wird. Das Bündnis zwischen Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei hatte in den letzten Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da Meinungsverschiedenheiten über den Krieg Russlands gegen die Ukraine die regionale Einheit geschwächt hatten.

Die Regierungschefs der vier Länder werden voraussichtlich am 23. Juni in Ungarn zusammenkommen – ein Treffen, das ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der Zusammenarbeit innerhalb des Blocks werden könnte.

Auch der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković äußerte die Hoffnung auf eine konstruktivere Haltung Ungarns in europäischen Fragen und den Beginn eines neuen Kapitels in den bilateralen Beziehungen zwischen Budapest und Zagreb.

„Wir sind dazu bereit“, sagte Plenković, ohne direkt auf frühere Streitigkeiten zwischen den beiden Regierungen einzugehen.

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärte ebenfalls, dass es nach dem Führungswechsel in Ungarn nun eine realistische Chance auf deutlich konstruktivere Gespräche auf EU-Ebene gebe.

Ungarn und Österreich bereiten neue regionale Initiativen vor

Unterdessen kündigte die ungarische Außenministerin Anita Orbán an, dass die Vorbereitungen für ein Treffen der „Central Five“ (C5)-Länder begonnen hätten, das Ungarn im Herbst dieses Jahres ausrichten werde.

Nach Gesprächen in Wien mit der österreichischen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erklärte Orbán, das Treffen werde sich auf praktische Fragen konzentrieren, die das tägliche Leben der Menschen in ganz Mitteleuropa betreffen.

Die Ministerinnen erörterten zudem die Vorbereitungen für ein gemeinsames ungarisch-österreichisches Regierungstreffen, das für später in diesem Jahr geplant ist. Laut Orbán wird dabei besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der Bedingungen für Grenzgänger gelegt, ein Thema, das Zehntausende Menschen betrifft, die zur Arbeit zwischen den beiden Ländern pendeln.

Das C5-Format bringt die Außenminister von Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien zusammen. Die Gruppe wurde 2020 auf Initiative Österreichs gegründet, um die regionale Zusammenarbeit bei gemeinsamen Herausforderungen zu stärken.

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