Neue Umfrage zeigt, was die Ungarn wirklich davon halten, den Forint durch den Euro zu ersetzen

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Laut einer neuen Medián-Umfrage würde eine klare Mehrheit der Ungarn die Ablösung des Forint durch den Euro befürworten. Rund drei von vier Befragten sprechen sich für die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung aus. Die Ergebnisse zeigen zudem politische Spaltungen auf, da Anhänger der Oppositionspartei Fidesz weitaus skeptischer bleiben als Wähler der Opposition.
Die meisten Ungarn befürworten den Euro
Die repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen ergab, dass nur 23 % der Ungarn der Meinung sind, das Land solle die Einführung des Euro zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht ziehen. Umgekehrt befürworten rund drei Viertel einen Beitritt zur Eurozone in irgendeiner Form.
Unter den Befürwortern wünschen sich 22 %, dass Ungarn den Euro so bald wie möglich einführt, während viele andere der Meinung sind, dass der Übergang erst nach sorgfältiger Vorbereitung erfolgen sollte. Die Umfrage ergab zudem, dass die Ablehnung der Euro-Einführung vor allem bei älteren Menschen, Einwohnern kleinerer Ortschaften und Personen mit geringerem Bildungsniveau verbreitet ist.
Die politische Zugehörigkeit prägt die Einstellungen
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche politische Kluft hinsichtlich der zukünftigen Währung Ungarns. Unter den Fidesz-Anhängern sind 63 % der Meinung, dass sich Ungarn noch nicht auf die Einführung des Euro konzentrieren sollte. Im Gegensatz dazu teilen nur 6 % der Anhänger der regierenden Tisza-Partei diese Ansicht.
Insgesamt befürworten 92 % der Tisza-Wähler die Einführung des Euro, wobei die meisten einen schrittweisen Ansatz bevorzugen. Rund 61 % sind der Meinung, dass Ungarn erst nach einem langwierigen und gründlichen Vorbereitungsprozess der Eurozone beitreten sollte.
Die Forscher stellten fest, dass dies eine enorme Veränderung gegenüber der Situation vor zwei Jahrzehnten darstellt. In einer Medián-Umfrage aus dem Jahr 2006 war die Zustimmung zur Einführung des Euro unter den Anhängern der damals regierenden Sozialisten und des oppositionellen Fidesz–KDNP-Bündnisses weitgehend ähnlich. Analysten vermuten, dass die heute deutlich größere politische Kluft die zunehmend auf Souveränität ausgerichtete und Brüssel-kritische Rhetorik der ehemaligen Regierung in den letzten Jahren widerspiegelt, während die Anhänger der regierenden Tisza-Partei eine spätere Einführung des Euro mit überwältigender Mehrheit befürworten.

Die Zustimmung zum Euro erreicht Rekordwerte
Die Ergebnisse spiegeln weitgehend die jüngste Eurobarometer-Umfrage wider, die ebenfalls eine außergewöhnlich starke Zustimmung zum Euro in Ungarn ergab. Laut dieser Umfrage befürworten 80 % der Ungarn die Einführung des Euro als offizielle Währung des Landes: Dies entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 2025 und stellt den bislang höchsten Zustimmungswert dar, der in Ungarn verzeichnet wurde.
Die Zustimmung ist im Laufe des letzten Jahrzehnts dramatisch gestiegen. Im Jahr 2016 sprachen sich nur 57 % der Ungarn für die Einführung des Euro aus. Ungarn sticht nun unter den EU-Ländern hervor, die die Einheitswährung noch nicht eingeführt haben. Während die Zustimmung in Ungarn bei 80 % liegt, beträgt sie in Rumänien 65 %, während sowohl in der Tschechischen Republik als auch in Polen eine Mehrheit weiterhin gegen die Einführung des Euro ist.
Die Eurobarometer-Umfrage ergab zudem, dass 39 % der Ungarn den Forint so bald wie möglich ersetzen würden, während weitere 45 % die Einführung des Euro nach einem festgelegten Zeitplan befürworten. Nur 7 % gaben an, Ungarn solle den Euro niemals einführen: ein deutlich niedrigerer Wert als in Polen und der Tschechischen Republik, wo mehr als ein Drittel der Befragten einen Beitritt zur Eurozone gänzlich ablehnt.
Die Regierung strebt weiterhin das Jahr 2030 an
Obwohl die Zustimmung in der Bevölkerung weiter zunimmt, ist Ungarn noch weit davon entfernt, die für die Einführung der gemeinsamen Währung erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Nach der Parlamentswahl erklärte Finanzminister András Kármán, die Regierung strebe an, bis 2030 die notwendigen Voraussetzungen für die Euro-Einführung zu schaffen.

Ökonomen haben jedoch darauf hingewiesen, dass die Erreichung dieses Ziels mehrere Jahre einer außerordentlich disziplinierten Finanzpolitik erfordern würde. Auch die Markterwartungen deuten darauf hin, dass Investoren nicht davon ausgehen, dass Ungarn bereits 2030 oder 2031 der Eurozone beitreten wird.
Unterdessen kam der jüngste Konvergenzbericht der Europäischen Kommission zu dem Schluss, dass Ungarn derzeit keines der formalen Kriterien für die Einführung des Euro erfüllt.
Falls Sie es verpasst haben: Die Europäische Kommission hat ihr Schweigen gebrochen: Der ungarische Euro ist noch Lichtjahre entfernt – kann Péter Magyars Plan gelingen?

