Ungarn verurteilt Russlands „ernsthafte Bedrohung“ nach mutmaßlichem Drohnenanschlag in Deutschland

Sprache ändern:

Ungarn hat das, was es als zunehmend gefährliches Muster russischer hybrider Aktivitäten in Europa bezeichnet, verurteilt und Deutschland seine „volle Solidarität“ zugesichert, nachdem Berlin Moskau vorgeworfen hatte, an einem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle beteiligt gewesen zu sein.

Die ungarische Außenministerin Anita Orbán erklärte, Ungarn sei „zutiefst besorgt“ über die zunehmende Anzahl und Intensität russischer Hybridoperationen auf europäischem Boden.

„Die jüngsten Vorfälle in Deutschland zeugen von einem zunehmend gefährlichen und rücksichtslosen Verhaltensmuster, das eine ernsthafte Bedrohung für die europäische Sicherheit und Widerstandsfähigkeit darstellt“, schrieb sie auf X.

Die Außenministerin fügte hinzu, dass Ungarn bereit sei, Deutschland bei der Bekämpfung hybrider Bedrohungen zu unterstützen.

Deutschland macht Russland für einen versuchten Anschlag auf einen Flughafen verantwortlich

Die Erklärung erfolgte, nachdem Deutschland Russland am 1. September offiziell beschuldigt hatte, hinter einem versuchten Sprengstoffangriff mit einer Drohne auf den Flughafen Leipzig/Halle zu stehen.

Berichten zufolge entdeckten deutsche Behörden im August am Flughafen eine Drohne mit Sprengstoff, die sich in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge befand. Die am Tatort gesammelten Beweise deuteten angeblich auf eine russische Beteiligung hin.

Berlin reagierte unter anderem mit der Vorladung des russischen Botschafters und der Anordnung der Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn. Moskau hat jegliche Beteiligung an dem Vorfall bestritten.

Der mutmaßliche Angriff wird im Rahmen eines größeren Musters mutmaßlicher russischer Hybridoperationen in Europa untersucht, zu denen angebliche Sabotageakte, Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und andere Formen verdeckter Aktivitäten gehören.

Budapest fordert eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der EU und der NATO

Orbán erklärte, diese Entwicklungen zeigten, dass Europa seine Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen stärken müsse.

„Angesichts dieser Herausforderungen ist es wichtiger denn je, die Widerstandsfähigkeit, den Zusammenhalt und die kollektive Bereitschaft der Europäischen Union und der NATO zu stärken“, erklärte sie.

Ungarn bekundete zudem seine Bereitschaft, Deutschland bei der Bewältigung dieser Bedrohungen zu unterstützen, und erklärte, es stehe in „voller Solidarität“ mit seinem europäischen Partner. Diese Haltung ist bemerkenswert, da Ungarn im Vergleich zu vielen anderen EU- und NATO-Mitgliedstaaten traditionell ein eher entgegenkommendes Verhältnis zu Moskau pflegt.

Unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán kritisierte Budapest häufig die EU-Sanktionen gegen Russland und unterhielt diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau, selbst als sich die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen nach dem Einmarsch in die Ukraine verschlechterten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *