Beunruhigend: Ungarisches Paar misshandelt und hungert Frau zu Tode

Sprache ändern:

Eine 34-jährige schutzbedürftige Frau wurde als Sklavin festgehalten, zur Arbeit gezwungen und wiederholt misshandelt, bevor sie an den Folgen extremer Vernachlässigung starb, so die Staatsanwaltschaft.

Einem ungarischen Ehepaar, das wegen Misshandlung und Aushungerung einer schutzbedürftigen 34-jährigen Frau bis zu deren Tod verurteilt wurde, könnten deutlich härtere Strafen drohen, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt hat.

Das Paar, das wegen Körperverletzung mit Todesfolge, Menschenhandel und Zwangsarbeit verurteilt wurde, wurde vom Landgericht Nyíregyháza zu 14 bzw. 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Debrecen hat nun eine Verschärfung der Strafen sowie die Einstufung des Falles als Mord mit besonderer Grausamkeit gefordert. Die Staatsanwaltschaft strebt eine lebenslange Freiheitsstrafe für den männlichen Angeklagten und eine deutlich längere Freiheitsstrafe für seine Ehefrau an.

Frau wurde Unterkunft und Versorgung versprochen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nahm das Ehepaar die 34-jährige Frau im Sommer 2023 in ihrem Haus auf. Die Frau befand sich in einer schutzbedürftigen Lage und ihr waren Berichten zufolge Unterkunft und Fürsorge im Austausch für die Mithilfe bei der Hausarbeit versprochen worden.

Stattdessen, so die Staatsanwaltschaft, hielt das Paar sie im Haus eingesperrt, zwang sie zur Arbeit und versorgte sie nur mit sehr wenig Essen. Außerdem soll sie regelmäßig körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen sein, unter anderem wurde sie mit der Hand und mit einem Nudelholz geschlagen und wiederholt mit einem Elektroschocker attackiert.

Die anhaltende Misshandlung und die Hungersnot führten dazu, dass die Frau stark geschwächt und abgemagert war. Am Morgen des 28. April 2024 konnte sie Berichten zufolge nicht mehr aufstehen und kommunizierte nicht mehr.

Das Paar versäumte es, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen

Anstatt medizinische Hilfe zu rufen, beschloss das Paar angeblich, die Frau nach Budapest zu bringen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft halfen ihr Sohn und dessen Partner dabei, die Frau vor Beginn der Fahrt in ein Auto zu setzen.

Während der Fahrt stellte das Paar fest, dass sie verstorben war. Daraufhin verließen sie die Autobahn und ließen ihre Leiche angeblich zusammen mit ihrem Personalausweis und ihrer Bankkarte auf dem Parkplatz eines Wohnblocks zurück.

Die Leiche der Frau wurde später von Kindern entdeckt, die zufällig vorbeikamen.

Das Gericht erster Instanz verhängte Freiheitsstrafen

Das Landgericht Nyíregyháza befand beide Angeklagten der fahrlässigen Tötung durch Körperverletzung, des Menschenhandels und der Zwangsarbeit für schuldig. Der Mann wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt, während seine Ehefrau eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren erhielt.

Sowohl die Angeklagten als auch ihre Verteidiger legten gegen das Urteil Berufung ein. Sie streben in erster Linie einen Freispruch an, alternativ eine andere rechtliche Einstufung und eine Strafmilderung. Die Staatsanwaltschaft fordert hingegen deutlich härtere Strafen.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Die Oberstaatsanwaltschaft Debrecen argumentiert, dass die Angeklagten, die bereits vorbestraft waren, die Frau so langanhaltenden und schweren Misshandlungen und Hunger ausgesetzt haben, dass ihnen bewusst gewesen sein muss, dass ihre Handlungen zu ihrem Tod führen könnten. Die Staatsanwaltschaft betrachtet die Umstände daher als besonders grausam.

Sie haben das Berufungsgericht gebeten, den männlichen Angeklagten wegen Mordes mit besonderer Grausamkeit zu verurteilen und ihn zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Für seine Ehefrau beantragen sie zudem eine deutlich längere Haftstrafe.

Über den Fall wird nun das Berufungsgericht in Debrecen entscheiden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *